Zeitungspapier unter die Matratze legen: Der alte Deutsche Trick gegen Schimmel

Der muffige Geruch nachts, dunkle Ränder an der Matratze oder neue schwarze Punkte an der Wand — Schimmel ist kein Luxusproblem, sondern Alltag in vielen deutschen Wohnungen. Ich habe selbst ausprobiert, ob der alte Trick mit Zeitungspapier wirklich hilft und wann er mehr schadet als nützt. Lies das jetzt, bevor du die nächste Nacht mit feuchter Matratze verbringst.

Warum viele diesen Trick noch anwenden

Als Kind steckte meine Großmutter immer ein paar Seiten unter die Matratze im Gästezimmer — im Altbau, wo die Wände feucht wurden. Der Gedanke ist simpel: Zeitung saugt Feuchtigkeit, also weniger Nässe = weniger Schimmel. Das klingt logisch und war in Zeiten ohne günstige Luftentfeuchter eine praktische Lösung.

Was dabei wirklich passiert

  • Zeitungspapier nimmt oberflächliche Feuchtigkeit auf — ähnlich wie ein grobes Papiertuch.
  • Wenn das Papier trocken bleibt, reduziert es kurzfristig stehende Feuchte zwischen Boden/Lattenrost und Matratze.
  • Aber: Zeitung ersetzt keine Kontrolle der Raumluftfeuchte und keine strukturellen Maßnahmen.

Wann der Trick funktioniert — und wann er versagt

Ich habe den Test in meinem Altbau-Zimmer gemacht: bei mäßiger Kondensation half die Zeitung kurzfristig gegen Geruch, bei echter Durchfeuchtung war sie nutzlos.

Zeitungspapier unter die Matratze legen: Der alte Deutsche Trick gegen Schimmel - image 1

  • Hilfreich bei: leichter Restfeuchte, kurzzeitiger Kondensation (z. B. nach Lüften), wenn die Matratze auf Holzlatten liegt.
  • Nicht hilfreich bei: nassen Wänden, dauerhaft hoher Luftfeuchte (>60 %), und bei Wasserschäden.
  • Gefährlich bei: Matratze direkt auf dem Boden (Schimmel kann sich unter dem Papier verstecken) oder wenn die Zeitung Tintenspuren an Bezug hinterlässt.

Wie du Zeitungspapier sicher und sinnvoll einsetzt

Wenn du es ausprobieren willst — mach es richtig. Ich probiere ungern halbe Lösungen, also hier meine geprüften Regeln:

  • Nur unter dem Lattenrost oder zwischen Latten und Matratze platzieren — nie direkt auf der Oberseite.
  • Wechsle das Papier alle 2–3 Tage in feuchten Phasen; entsorge es draußen, damit die Feuchte nicht in der Wohnung bleibt.
  • Verwende am besten große Zeitungsbögen, keine bunten Prospekte (Druckfarbe kann abfärben).
  • Kontrolliere mit einem Hygrometer die Raumluft — Ziel: 40–60 % relative Luftfeuchte.
  • Kombiniere mit richtigem Lüften (Stoßlüften 3× täglich im Winter) und Heizverhalten: warm halten, aber nicht überheizen.

Schritt-für-Schritt: So machst du es

  • Material: alte Zeitungen (schwarz-weiß), Hygrometer, ggf. dünne Plastikfolie (optional).
  • 1) Lattenrost anheben, Zeitung flach und glatt unter die Matratze legen, Kante nicht überstehen lassen.
  • 2) Stelle sicher, dass die Matratze Luft an den Seiten hat — nicht plan auf dem Boden.
  • 3) Nach 48–72 Stunden prüfen: Papier trocken? Wenn nass oder verklumpt — weg damit und neue Blätter.
  • 4) Bei wiederholter Nässe: Zeitungs-Trick abbrechen und professionelle Maßnahmen prüfen.

Alternativen, die in deutschen Wohnungen besser funktionieren

In meiner Praxis mit Freunden und Lesern haben sich einfache „Low-Budget“-Lösungen als nachhaltiger erwiesen.

Zeitungspapier unter die Matratze legen: Der alte Deutsche Trick gegen Schimmel - image 2

  • Salz- oder Gel-Trockenmittel (bei DM, Rossmann, Lidl) — absorbieren länger als Zeitung.
  • Elektrische Luftentfeuchter (ab ~60–120 € bei MediaMarkt, Saturn oder Obi) — bei dauerhafter Feuchte die bessere Wahl.
  • Matratzenschoner (atmungsaktives Material) schützen vor Feuchtigkeitsaufnahme.
  • Hygrometer kaufen (10–20 €) und Raumfeuchte beobachten — das ist oft der schnellste Weg, Schimmel zu verhindern.

Die größten Fehler, die du vermeiden musst

  • Die Zeitung Wochenlang drinlassen — das wird selbst zur Schimmelquelle.
  • Die Zeitung direkt auf empfindliche Matratzenstoffe legen (Memory-Schaum kann Flecken bekommen).
  • Nur Papier verwenden und das Lüften komplett einstellen — schlechte Kombination.

Ich habe einmal gedacht, ein ganzer Stapel Zeitung genüge — das Ergebnis war: klamme, tintengeruchene Stellen und keine dauerhafte Verbesserung. Seitdem kombiniere ich Methoden.

Fazit

Kurz gesagt: Zeitungspapier kann ein schneller, gratis Erste-Hilfe-Trick gegen leichte Feuchte zwischen Lattenrost und Matratze sein — aber nur vorübergehend und mit Vorsicht. Wenn Feuchtigkeit oder Schimmel wiederkehren, brauchst du Hygrometer, bessere Belüftung oder einen Entfeuchter. In Deutschland, wo viele Altbauten und kalte Wände auf moderne Wohnungen treffen, ist das mehr als ein Hausmittel — es ist ein Stopgap.

Hast du den Trick schon ausprobiert — oder hilft bei dir ein anderer Haushalts-Hack gegen Schimmel? Schreib kurz, was bei dir funktioniert hat.

Efrat Wienberg
Efrat Wienberg

Hallo, ich bin Efrat 👋
KI-Texter, Content-Coach & zertifizierter Content-Spezialist (Hubspot sagt es 😉)
Fließend Englisch, Hebräisch ... und menschlich.
Ich helfe Marken, wie Menschen zu klingen - und Menschen verkaufen mehr mit Worten.
Durch Storytelling, UX Writing und Conversion-driven Content unterstütze ich globale und lokale Marken dabei, Inhalte zu erstellen, die sich wie sie anfühlen — und landen.

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