Feuchte Matratzen, muffiger Geruch, manchmal sogar Schimmel — das ist kein Luxusproblem, das ist Alltag in vielen deutschen Wohnungen, besonders in Altbauwohnungen im Herbst und Winter. Ich habe das selbst erlebt: Eine Platte kam feucht aus der Nacht, und ich suchte nach schnellen, günstigen Lösungen. Lies weiter, wenn du jetzt handeln willst — bevor der Gestank bleibt oder die Matratze Schaden nimmt.
Warum die Methode seit Großmutter funktioniert
Zeitungspapier saugt Feuchtigkeit auf, weil die Fasern Wasser aufnehmen und verteilen — ähnlich wie ein Kaffeefilter, nur für Feuchtigkeit. Ich habe das in mehreren Wohnungen getestet: Auf einer Lattenrost-Konstruktion machte die Zeitung spürbar weniger Stellgeruch.
Wichtig: Das ist kein Ersatz für richtiges Lüften oder einen Luftentfeuchter, aber es ist eine schnelle, kostenarme Ersthilfe.
Wie es physikalisch wirkt (kurz)
- Zeitungsfasern ziehen Feuchtigkeit aus der Luft bzw. von der Matratzenoberfläche.
- Die Blätter verteilen Nässe, sodass sie nicht lokal Schimmel fördert — vorausgesetzt, du wechselst sie regelmäßig.
- Bei zu dichter Matratze (z. B. Memory Foam) kann falsche Anwendung mehr schaden als nützen.

Wann der Trick sinnvoll ist — und wann du besser anderes kaufst
Ich sehe zwei typische Fälle in Deutschland: Einmal temporäre Feuchtigkeit nach warmem Duschen plus schlechter Belüftung; zum anderen langfristige Feuchte in schlecht isolierten Wohnungen. Für den ersten Fall ist Zeitung super. Für den zweiten: hol dir einen Luftentfeuchter oder Feuchtigkeitsabsorber aus DM/Rossmann oder Bauhaus (20–50 €).
Übrigens: In Mehrparteienhäusern mit Lüftungsproblemen hilft Zeitung kaum dauerhaft — hier brauchst du technische Hilfe oder den Vermieter.
Für welche Matratzen es passt
- Federkern: gut geeignet.
- Schaumstoff/Visco (Memory Foam): mit Vorsicht — nicht direkt auf die Schaumlage legen, sonst bleibt Feuchtigkeit drinnen.
- Latex: ähnlich wie Schaumstoff; besser atmungsaktive Zwischenlage verwenden.
Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ich habe diese Routine durchgetestet — sie kostet fast nichts und ist in 10 Minuten installiert.
- Schritt 1: Bettzeug abnehmen und Matratze kurz anheben oder kippen.
- Schritt 2: Saubere Tageszeitungen (keine Hochglanzanzeigen) großflächig falten und auf dem Lattenrost unter der Matratze auslegen. Bei Memory-Schaum statt direkt unter die Matratze ein dünnes, atmungsaktives Tuch dazwischen legen.
- Schritt 3: Randbereiche besonders beachten — dort sammelt sich oft die meiste Feuchte.
- Schritt 4: Nach 24–48 Stunden Zeitungen wechseln; bei starker Feuchtigkeit täglich.
- Schritt 5: Parallel regelmäßig lüften: 5–10 Minuten Stoßlüften morgens und abends, besonders in kalten Monaten in Deutschland.
Wenn du eine dauerhafte Lösung willst: Tausche nach zwei bis drei Tagen das Papier gegen Silicagel-Beutel oder einen elektrischen Luftentfeuchter.

Tipps, die wenige beachten
- Verwende keine glänzenden Werbebeilagen — Druckfarbe kann abfärben.
- Lege ein altes Leintuch zwischen Zeitung und Matratze, wenn du Druck-Flecken vermeiden willst.
- Bei Schimmelgeruch oder sichtbarem Schimmel: Zeitung ist zu schwach — Matratze prüfen lassen oder ersetzen.
- Billiger Tipp: Aktivkohle-Säckchen aus dem Gartenmarkt helfen zusätzlich Geruch zu neutralisieren.
Aber es gibt eine Nuance: Wenn du in einer Neubauwohnung mit moderner Dämmung lebst, kann weniger Lüften die Belüftung der Konstruktion beeinträchtigen — also nicht nur auf Zeitung verlassen.
Alternative & kostengünstige Helfer
- Silicagel-Beutel (aus Supermärkten oder online) — wiederverwendbar nach Trocknung im Ofen.
- Kommerzielle Feuchtigkeitsabsorber (z. B. von DM, Rossmann, Amazon) — 10–30 € pro Stück.
- Aktivkohle in Stoffbeuteln — nimmt Geruch und etwas Feuchte.
Meine kurze Checkliste vor dem Schlafen
- Lüften: 5–10 Minuten Stoßlüften.
- Zeitung unterlegen, wenn die Luft spürbar feucht ist.
- Wechseln, wenn die Zeitung schwer oder nass wirkt.
- Bei wiederkehrender Feuchte: Fachmann oder Vermieter kontaktieren.
Fazit: Zeitungspapier ist kein Wundermittel, aber ein schneller, günstiger Nothelfer — und in vielen Fällen genau das Mittel der Wahl, bevor du 30–50 € für Absorber ausgibst.
Hast du das schon mal ausprobiert? Welche Erfahrungen hattest du — hat die Zeitung geholfen oder war es nur ein Tropfen auf den heißen Stein?









