Deine Balkonkästen stauen Wasser, Unkraut sprießt trotzdem und du gibst jedes Frühjahr 20–50 € für Vlies oder Kokosmatten aus? Ich habe das auch satt gesehen — und überraschend einfache Lösungen gefunden. Lies weiter, weil du das heute umsetzen kannst und dein Balkon oder Garten sofort ordentlicher wird.
Warum dieses alte Gärtnerwissen noch immer wirkt
Viele übersehen, dass Zeitungspapier eine praktische, günstige und umweltfreundliche Barriere bildet. Ich habe bemerkt, dass es bei Regen genauso durchlässig ist wie ein Kaffeefilter, aber Unkraut deutlich schwächer macht.
- Es dämpft Unkrautwachstum ohne Chemie.
- Hält Erde an Ort und Stelle – besonders bei starkem Regen in Norddeutschland.
- Günstig bis gratis: lokale Anzeigenblätter oder abonniertes Morgenblatt reichen.
Wie genau Zeitungspapier hilft
Stell dir Zeitungspapier wie einen dünnen Filter vor: Wasser geht durch, Licht und viele Unkrautsamen aber nicht. Deshalb bleibt die Oberfläche sauberer und du gießt weniger häufig.
Richtig anwenden — Schritt für Schritt
In meiner Praxis hat eine einfache Reihenfolge am besten funktioniert. Du brauchst maximal 5 Minuten pro Topf.
- Schritt 1: Boden kontrollieren — große Klumpen entfernen, Drainage prüfen.
- Schritt 2: Zeitungslagen — 3–6 Lagen Zeitungspapier locker falten und über den Topfgrund legen.
- Schritt 3: Löcher frei halten — am unteren Rand und in der Mitte ein paar kleine Öffnungen für überschüssiges Wasser freilassen.
- Schritt 4: Erde auffüllen und Topf leicht andrücken.
- Schritt 5: Nach 6–12 Monaten das Papier vorsichtig einarbeiten oder in den Kompost geben.
By the way: Für große Kübel im Winter eine zusätzliche Schicht Vlies drauf, wenn du starke Fröste erwartest — Zeitung schützt, ersetzt aber nicht immer alles.

Fehler, die ich oft sehe (und wie du sie vermeidest)
Viele machen das falsch — zu viel, zu wenig oder das falsche Papier. Diese Fehler kosten Pflanzenleben und Nerven.
- Kein Glanzpapier verwenden — Werbebeilagen sind oft lackiert und zersetzen sich schlecht.
- Nicht luftdicht schichten — Papier soll Wasser durchlassen, also nicht mit Folie abdecken.
- Zu dichte Lagen vermeiden — 3–6 Lagen reichen; mehr kann Staunässe fördern.
Tinten-Angst? Kurz und klar
Das Gerücht, Druckerschwärze sei giftig, hält sich. In Deutschland werden Zeitungen meist mit auf Pflanzenöl basierenden Farben gedruckt. Trotzdem: Keine glänzenden Seiten verwenden — die sind chemisch behandelt.
Praktische Varianten & Tipps für Deutschland
Je nach Region und Einkaufsgewohnheiten kannst du das System anpassen. Ich habe das in Berlin-Balkonen genauso getestet wie in einem Schrebergarten in Bayern.
- Quellen: Tageszeitung (z. B. lokale Wochenblätter), Nachbarn, Bistro-Kiosk, Wertstoffhof für Papierreste.
- Alternativen: Pappe von Verpackungen (z. B. Karton vom Supermarkt) funktioniert ähnlich.
- Geld sparen: Ein Quadratmeter Unkrautvlies kostet im Baumarkt (OBI, Bauhaus, Hornbach) oft 3–10 €; Zeitung ist meist gratis.
Ein kleiner Life-Hack, den kaum jemand macht
Viele klappen die Zeitung einfach rein. Ich mache es anders: Kleine Streifen seitlich einschneiden, so bildet das Papier eine „Sitzkante“ für die Erde — das reduziert Ausspülen bei Starkregen.

- Faltest 3 Lagen Zeitung, legst sie flach auf den Topfboden.
- Schneidest alle 2–3 cm einen 2–3 cm tiefen Schlitz (nur Randbereich).
- Die Streifen knickst du leicht nach oben — Erde bleibt besser liegen, Wasser kann ablaufen.
Was passiert nach dem Gebrauch?
Wenn das Papier zerfällt, kannst du es ohne schlechtes Gewissen in den Kompost geben oder als Unkrautfreie Schicht im Komposthaufen einarbeiten. In kommunalen Kompostanlagen (Wertstoffhof) gelten die üblichen Regeln — keine beschichteten Papiere.
Many overlook, wie vielseitig das Material ist: Nach einer Saison ist es meist zersetzt und verbessert sogar die Bodenstruktur.
Kurze Checkliste vor dem nächsten Gießen
- Keine glänzenden Seiten?
- 3–6 Lagen gelegt?
- Drainagelöcher frei?
- Bei starkem Regen zusätzliche Stabilität (Steine unten) eingelegt?
Ich war überrascht, wie schnell selbst windige Herbsttage in Hamburg weniger Erde auf meinen Balkonbrettern hinterließen.
Kurz und ehrlich: Zeitungspapier ist kein Hightech-Produkt — aber in vielen Fällen die praktischere, günstigere und nachhaltigere Wahl. Es fühlt sich an, als hättest du einen alten Trick wiederentdeckt, der eigentlich nie verschwinden durfte.
Welche Zeitung nutzt du — und würdest du es ausprobieren? Schreib es unten, ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.









