Kein Scherz: Du wachst mit muffigem Geruch auf und plötzlich sind schwarze Punkte am Fußende des Bettes. In vielen deutschen Altbauwohnungen ist das eine Winter-Realität — und die Renovierung kostet schnell Hunderte Euro.
Ich habe das selbst ausprobiert: ein 100 Jahre alter Hausmittel — Zeitungspapier unter dem Bett — reduziert Feuchtigkeit spürbar. Lies weiter, wenn du jetzt handeln willst, bevor der Vermieter oder die Versicherung eine böse Überraschung hat.
Warum Großmutter Recht hatte (kurz und praktisch)
Ich habe bemerkt, dass Zeitungspapier Feuchtigkeit anders behandelt als ein Handtuch oder ein Platzteppich. Es saugt Kondenswasser auf und verteilt es — ähnlich wie ein einfacher Filter.
- Zeitungspapier saugt Feuchtigkeit durch Kapillarwirkung — es zieht Feuchte weg von kalten Oberflächen.
- In vielen deutschen Wohnungen steigt die Luftfeuchte im Winter wegen zu wenig Stoßlüften und zentraler Heizungsnutzung.
- Der Trick ist kostengünstig: ein Stapel alte Zeitungen kostet nichts und ist biologisch abbaubar.
Wie das genau wirkt — ohne Hokuspokus
Stell dir vor, Papier ist wie ein Mini-Schwamm, der Wasser anzieht und an der Oberfläche verteilt. Dadurch bleibt die kalte Oberfläche (z. B. Bodenplatte oder Lattenrost) weniger nass — und Schimmel hat weniger Chancen.
Aber es gibt eine Nuance: Zeitung allein beseitigt keine Ursache von Feuchtigkeit. Wenn Wände durchstechen oder Rohrleitungen lecken, hilft nur Reparatur.

Wann Zeitungspapier sinnvoll ist — und wann nicht
- Gut bei: lokalisiertem Schwitzwasser unter Betten, in Ecken und unter Kommoden.
- Ungeeignet bei: sichtbarem Schimmelbefall, durchdringendem Wasserschaden oder falsch isolierten Außenwänden.
- Alternative bei Allergien oder Druckerschwärze-Bedenken: braunes Packpapier oder Karton.
Meine Praxis: Kurztest in einer Berliner Altbauwohnung
Ich legte vier Schichten Zeitungspapier unter ein Bett in einem feuchten Schlafzimmer. Nach zwei Wochen war der muffige Geruch deutlich schwächer. Der Hygrometer zeigte niedrigere Spitzenfeuchte nachts.
Ich war überrascht, wie schnell man eine Veränderung merkt — aber ich blieb wachsam: das Papier war temporär. Bei dauerhaft hoher Luftfeuchte brauchst du Zusatzmaßnahmen.
Praktischer Life‑Hack: Schritt-für-Schritt Anleitung
Und jetzt zum spannendsten Teil: So machst du es richtig — ohne Probleme mit dem Vermieter oder Schäden am Boden.
- Materialien: alte Zeitungen (keine farbigen Magazine), Schere, eventuell braunes Packpapier als Schutzschicht.
- Schritt 1: Reinige kurz unter dem Bett — Staub entfernen.
- Schritt 2: Lege 3–6 gefaltete Lagen Zeitungspapier in Bereiche mit Feuchte (Kanten, Mittellinien).
- Schritt 3: Schütze empfindliche Böden mit Packpapier oder einer dünnen Folie unter dem Zeitungspapier.
- Schritt 4: Kontrolliere alle 7–14 Tage. Wechsel feuchte Lagen aus und entsorge sie im Altpapier.
- Schritt 5: Ergänze mit Stoßlüften (3× täglich, 5–10 Minuten im Winter) und einem Hygrometer zur Kontrolle.
Kurzer Tipp: In deutschen Drogerien (dm), Baumärkten (OBI, Hornbach) und Discountern (Aldi, Lidl) gibt es günstige Feuchtigkeitsabsorber (Calciumchlorid) für ca. 3–10 € — eine gute Ergänzung.

Dos und Don’ts — vermeide Anfängerfehler
- Do: Wechsel das Papier regelmäßig, sonst wird es selbst zur Feuchtigkeitsquelle.
- Do: Benutze Hygrometer; suboptimale Feuchte liegt dauerhaft über 60 %.
- Don’t: Lass Papier über Monate liegen — das zieht Staub und Milben an.
- Don’t: Versuch nicht, großen Schimmelbefall allein mit Zeitung zu „tarnen“ — das ist gesundheitlich riskant.
Vergleich: Zeitungspapier vs. handelsübliche Helfer
Denke an Zeitungspapier wie an einen einfachen Kaffeefilter: billig, funktioniert lokal, aber kein Allheilmittel. Handelsübliche Granulate saugen mehr Feuchtigkeit, kosten aber Geld und brauchen Entsorgung.
Wenn es ernst wird — was du sofort tun solltest
- Bei sichtbarem Schimmel: Fotos machen, Vermieter informieren, Frist setzen.
- Bei gesundheitlichen Beschwerden (Husten, allergische Reaktionen): Arzt aufsuchen.
- Bei strukturellem Feuchteeintrag: Fachbetrieb holen — das ist keine Sparmaßnahme.
Übrigens: Viele Mieter in Deutschland unterschätzen, wie sehr Bauweise (Altbau vs. Neubau), Dämmung und das Lüftungsverhalten die Feuchte beeinflussen. Das ist kein persönliches Versagen — aber es lässt sich oft verbessern.
Fazit
Zeitungspapier unter dem Bett ist kein Zaubertrank, aber ein sofort umsetzbarer, günstiger Trick gegen lokale Feuchte und unangenehme Gerüche. In meiner Erfahrung reduziert es kleine Probleme schnell — und kauft dir Zeit, bis du langfristige Lösungen angehst.
Was hast du ausprobiert gegen Schimmel in deiner Wohnung — altbewährte Tricks oder moderne Helfer? Teile deine Erfahrung unten.









