Deine Pflanzen stehen in engen Töpfen, die Erde rutscht raus und regelmäßig ist alles voller Unkraut? Das ist frustrierend — und kostet Nerven und Geld. Ich habe bemerkt, dass ein einfacher Küchenfund ausreicht, um viele Probleme zu lösen: alte Zeitung.
Jetzt lesen — weil der nächste Regen, die nächste Mieterküche oder der Frühjahrs-Umtopf kommt. In meiner Praxis hat Zeitungspapier oft mehr bewirkt als teure Zusätze aus dem Baumarkt.
Warum Profis das nutzen (kurz & praktisch)
Viele übersehen die einfache Logik: Zeitung ist billig, biologisch abbaubar und vielseitig. In deutschen Gärtnerkreisen — von Balkonen in Berlin bis Schrebergärten in Hamburg — wird Papier nicht aus Nostalgie verwendet, sondern weil es funktioniert.
- Unkraut stoppen: Mehrere Lagen feuchtes Papier blockieren Licht und pflanzenzarte Unkräuter.
- Feuchtigkeit halten: Papier wirkt wie ein dünner Schwamm — weniger Verdunstung, seltener gießen.
- Erde stabilisieren: Kein Herausspülen der Erde bei Regen oder beim Gießen.
- Wurm-Freundlich: Zersetzendes Papier füttert Bodenlebewesen.
- Umwelt & Geld: Du sparst Blumenerde, Plastikmulch und entsorgst Altpapier sinnvoll.
Wie das genau wirkt — bildlich erklärt
Stell dir Zeitungspapier vor wie einen Kaffeefilter: Es lässt Wasser durch, hält aber Licht zurück. Das genügt, damit Unkraut nicht keimt, während Wasser und Würmer weiterziehen.
So setzt du Zeitung richtig ein (keine Mythen)
Übrigens: Nicht alles, was du online liest, ist 1:1 übertragbar. Hier meine Profi-Schritte, die ich getestet habe.

- Altes Papier sammeln: kostenlose Anzeigenblätter oder eigene Tageszeitung — keine glänzenden Beilagen.
- Nicht flach in große Töpfe legen — das kann Staunässe fördern.
- Immer feucht anwenden: Trocken bleibt Zeitung wasserabweisend, eingeweicht bindet sie besser.
Schritt-für-Schritt: Zeitung im Topf (mein Alltagstest)
Probier das einmal bei deinem nächsten Umtopfen. So mache ich es seit Jahren:
- Topfboden prüfen: Drainagelöcher frei halten.
- 2–3 Lagen Zeitung grob zerknüllen und locker in den unteren Bereich füllen (spart Erde, lässt Wasser durch).
- Darauf hochwertige Blumenerde geben und Pflanzen einsetzen.
- Oberfläche: 2 Lagen Zeitung auslegen, leicht anfeuchten und mit einer dünnen Mulchschicht (Rindenmulch, Holzspäne) abdecken.
Wichtig: Keine glänzenden Prospekte, und Zeitung nie luftdicht einschließen — sonst fault die Mischung.
Fehler, die viele machen
- Zu viele Lagen flach am Topfboden — führt zur Staunässe.
- Glänzende Magazine verwenden — die Beschichtung zersetzt sich schlecht.
- Neue Zeitung ungetestet auf empfindliche Jungpflanzen legen — vorher an einer Ecke prüfen.
Was die Wissenschaft sagt (kurz)
Moderne Druckfarben sind meist wasserbasierend oder soja-basiert — in Deutschland kein großes Risiko für Hobbygärten. Trotzdem: Vorsichtig sein bei alten, stark bedruckten Chemiedrucken. Ich habe in meiner Praxis nie negative Effekte beobachtet, wenn die Regeln oben beachtet wurden.
Tipps für den Alltag in Deutschland
In Städten und Regionen wie Berlin, München oder dem Ruhrgebiet kann die Lufttrockenheit und starker Wind das Gießen erschweren. Zeitung hilft dabei, Feuchtigkeit länger zu halten — praktisch, wenn du nicht täglich gießen kannst.

- Baumarkt-Alternative: Statt 5–10 € für extra Mulch im OBI oder Hornbach zu zahlen, nimm lokale Anzeigenblätter.
- Recycling: Alte Zeitungen in die Gartennachbarschaft geben — oft sammeln Nachbarn Haufen für die nächste Saison.
- Winter: Zeitung am Topfrand schützt Wurzeln gegen starke Temperaturschwankungen.
Und jetzt das Beste: ein schneller Life-Hack
Du willst sofort testen? Das hier geht in 5 Minuten:
- 2 Seiten Zeitung feucht machen, nicht tropfnass.
- Locker zusammenfalten und in große Töpfe als Volumenfüllung legen.
- Oben 2 Lagen Zeitung auf die Erdoberfläche legen, anfeuchten und 2–3 cm Rindenmulch darüber.
Ich habe das bei Balkonkisten in Hamburg ausprobiert: weniger Gießen, kaum Unkraut, und die Pflanzen wirkten ruhiger – nicht ständig trocken, nicht ständig nass.
Letzter Hinweis — und eine Nuance
Es gibt Situationen, in denen Zeitung nicht ideal ist: sehr schattige, kalte Standorte, wo Papier zu langsam zersetzt und Schimmel fördert. In solchen Fällen lieber groben Kies oder Kokosfasern nutzen. Aber für die Mehrheit der Balkon- und Kübelpflanzen ist Zeitung ein einfacher, nachhaltiger Helfer.
Zum Abschluss: Zeitung ist kein Wundermittel, aber ein intelligenter, günstiger Zusatz im Gärtneralltag. Wenn du sparsam, umweltbewusst und praktisch arbeiten willst, lohnt sich der Versuch.
Welche Pflanze würdest du zuerst testen — Tomaten auf dem Balkon oder die Rosen im Topf? Schreib deine Erfahrung in die Kommentare.









