Du schüttest wieder teure Blumenerde in den Kübel und sie rutscht nach jedem Gießen raus? Ich habe das lange auch so gemacht — bis ich gelernt habe, warum Zeitungspapier im Kübel ein kleines Wundermittel ist. Lies das jetzt, besonders wenn du dieses Frühjahr Töpfe auf Balkon oder Terrasse neu bestücken willst. Es spart Zeit, Geld und Nerven.
Warum du jetzt auf Papier achten solltest
Im Frühjahr und Frühsommer sieht man in deutschen Städten Massen an Balkonpflanzen—aber auch viel vertrocknete Erde und verlorene Pflanzen. Ich bemerkte bei meinen Tests, dass ein einfaches Blatt Zeitung mehr verändert als jede Düngerpackung. Besonders in Städten wie Berlin, Hamburg oder München mit heißer Sonne oder plötzlichen Schauern.
Was das Papier tatsächlich macht
- Feuchtigkeit regulieren: Nasses Papier speichert Wasser und gibt es langsam an die Erde ab — ähnlich wie ein Schwamm.
- Unkraut unterdrücken: Es hält Licht weg und verhindert, dass Samen keimen.
- Soil-Saver: Es verhindert, dass feine Erde durch die Drainagelöcher ausgespült wird.
- Kompostvorteil: Es liefert Zellulose (Kohlenstoff), die den Boden langfristig verbessert.
Die echten Gründe, warum Profis es tun
Viele Hobbygärtner denken: „Papier? Das ist doch altmodisch.“ In meiner Praxis sehe ich, dass Profis das nicht aus Nostalgie tun, sondern weil es praktisch ist.
- Schneller Winterschutz: Im Herbst fange ich mit Zeitungspapier die letzte Feuchtigkeit ein, bevor die Wurzeln frieren.
- Geringere Erdverluste: Auf stürmischen Terrassen verhindert Papier, dass Erde auf den Boden fällt.
- Budgetfreundlich: Eine Rolle Zeitung kostet fast nichts — verglichen mit 20-L-Säcken Blumenerde (in den deutschen Baumärkten meist zwischen 4–8 €).
- Nachhaltig: Statt Säcke Kunststoff als Zwischenlage zu kaufen, nimmst du ein Material, das ohnehin anfällt.
Aber Achtung — das ist der Haken
Ich habe auch Pflanzen verloren, weil Leute Zeitung einfach ins Loch stopfen und dann staunasse Erde entstanden ist. Das Papier darf nicht als kompletter Ersatz für Drainage benutzt werden. Es kann Wasser stauen, wenn du es falsch einsetzt.

So machst du es richtig — die Profi-Anleitung (Step-by-step)
Ich zeige dir die Methode, die ich seit Jahren verwende. In Deutschland bekommst du Zeitung gratis vom Kiosk oder Nachbarn — nimm nur unglänzende Seiten.
- Material: alte Zeitung (keine Glanzbeilagen), Gartenvlies optional, grober Kies oder Tonscherben.
- Schritt 1: Kies oder Tonscherben in die Topf-Außenseite (Drainage): 2–3 cm, damit Wasser ablaufen kann.
- Schritt 2: Lege 2–4 Lagen Zeitung locker über die Kies-Schicht. Nicht zu fest stopfen — Wasser muss durch.
- Schritt 3: Befeuchte die Zeitung leicht mit der Gießkanne, damit sie anliegt und nicht wegweht.
- Schritt 4: Fülle hochwertige Blumenerde (Sack 20 L aus OBI/Bauhaus kostet ca. 4–8 €) auf, bis ca. 2–3 cm unter Rand.
- Schritt 5: Pflanzen einsetzen, festdrücken, nachgießen. Beobachte die Feuchte in den ersten zwei Wochen.
Wenn du Kräuter oder Gemüse anbaust, lege zwischen Zeitung und Erde ein Stück Gartenvlies — so verhinderst du, dass Druckertinte direkt in die Wurzeln gelangt.
Tipps & Mythen: Was true ist und was nicht
- Mythos: „Zeitung vergiftet Pflanzen.“ Fakt: Moderne Druckfarben sind meist soyabasiert; für Zierpflanzen ist das Risiko minimal.
- Mythos: „Papier verhindert immer Drainage.“ Fakt: Richtig gelegt lässt es Wasser durch, falsch gelegt staut es — teste es mit einem Probe-Gießen.
- Pro-Tipp: Verwende keine bunten Werbebeilagen oder Glanzseiten — die enthalten mehr Pigmente und Kleber.
- Recycling-Regel in DE: Kleine Mengen Zeitungspapier können auf den Kompost, größere Mengen gehören in die Papiertonne (Gemeinden variieren).
Ein schneller Hack für faule Tage
Wenn du keinen Kies willst: Zerknülle mehrere Lagen Zeitung großzügig und fülle das Volumen damit. Befeuchte, dann Erde drüber. Das spart dir Erde bei großen Kübeln. Ich mache das bei Balkonkästen in Berlin — funktioniert, solange die Schichten locker bleiben.

Was du in deutschen Gärtnereien hören wirst
Im Gartencenter um die Ecke (ich frage oft im OBI oder beim lokalen Gärtner) sagen Profis: Zeitung ist ein schnelles Helferlein für temporäre Lösungen — bei langfristigen Kübeln setzen sie oft auf gedämmte Vlies-Schichten. Warum? Weil Vlies dauerhafter ist. Aber für ein schnelles, günstiges Ergebnis ist Zeitung unschlagbar.
Und noch etwas: In Norddeutschland, wo es mehr Regen gibt, hilft die Zeitung, Nährstoffe nicht sofort auszuwaschen. In Süddeutschland mit heißer Sonne schützt sie vor schneller Austrocknung.
Kurze Checkliste vor dem Einsatz
- Nur unglänzende Seiten verwenden.
- Keine dicken Rollen als kompletter Ersatz für Kies benutzen.
- Bei essbaren Pflanzen: Gartenvlies dazwischen legen.
- Regelmäßig Feuchte prüfen, vor allem nach starken Regenfällen.
Fazit
Ich habe viele Tricks probiert — Zeitung ist keiner, den ich jedem Fall blind empfehle, aber richtig angewandt ist sie ein einfacher Weg, Zeit und Erde zu sparen. Für Zierpflanzen ist es eine clevere, günstige Methode; bei Gemüse etwas vorsichtiger sein.
Hast du Zeitungspapier im Kübel ausprobiert? Was ist bei dir besser geworden — oder schlimmer? Schreib deine Erfahrungen unten.









