Gießst du ständig und trotzdem werden die Blätter gelb? Staunässe ist schuld – und sie arbeitet heimlich, besonders jetzt im regnerischen Herbst in Deutschland. Lies das jetzt: Mit einem Stück Zeitung kannst du das Problem deutlich reduzieren, wenn du es richtig machst.
Warum das so viele übersehen (und warum das fatal sein kann)
Ich habe bemerkt, dass viele Hobbygärtner in Städten wie Berlin oder München nur aufs Gießen schauen und den Abfluss vergessen. Das Ergebnis: Wurzelfäule, braune Blattflecken, und Pflanzen, die aussehen, als hätten sie jeden Abend Sekt getrunken – nur ohne die Freude.
Staunässe tötet schneller als Durst – und das passiert oft in geschlossenen Töpfen oder auf dem Balkon nach einem Dauerregen.
Wie Zeitung hier hilft (kurz erklärt)
Floristen benutzen Zeitungspapier nicht als Zaubermittel, sondern als einfachen Filter: Es verhindert, dass Blumenerde den Abfluss verstopft, lässt Wasser aber durch – ähnlich wie ein Kaffeefilter. So bleibt der Drainagekanal offen und Wasser kann ablaufen.
- Zeitung ist billig oder kostenlos (Altpapier) – praktisch für Mietwohnungen und Studentenbuden.
- Sie ist biologisch abbaubar und lässt sich später mit dem Topf kompostieren, falls nötig.
- Im Gartencenter (z. B. Dehner, OBI) kostet Alternativmaterial wie Vlies oder Blähton ein paar Euro; Zeitung ist sofort da.
Anleitung: So machst du es richtig (3 Schritte)
Viele machen den Fehler, die Zeitung zu einer dichten Scheibe zu falten — dann staut sich das Wasser. In meiner Praxis funktioniert es so am besten:

- Schritt 1: Kontrolle: Prüfe, ob der Topf ein Loch hat. Wenn nicht, bohre eines oder benutze einen anderen Topf.
- Schritt 2: Zeitung vorbereiten: Keine Hochglanzseiten! Nimm einfache Zeitungsseiten (keine farbigen Werbebeilagen). Zerknülle sie locker oder forme kleine Kügelchen.
- Schritt 3: Einlegen und testen: Lege die Knäuel locker über das Loch, füge dann eine dünne Schicht groben Kiesels oder Blähton hinzu und fülle die Erde auf. Gieße einmal und kontrolliere, ob das Wasser durchläuft.
Der Trick: Die Zeitung darf nicht wasserdicht werden. Wenn sie zu dicht liegt, funktioniert die Drainage nicht mehr.
Warum ein bisschen Kies dazugehört
Ohne grobe Körnung unter der Erde kann die Zeitung schneller zusammensinken und den Auslass verschließen. Ein paar Euro für Blähton oder groben Kies aus dem Baumarkt halten das System offen — im Schnitt 3–8 € pro Sack, erhältlich bei OBI, Bauhaus oder regionalen Gärtnereien.
Vorsicht – wann Zeitung schadet
Ich habe auch Pflanzen gesehen, die nach diesem Trick schlechter wurden. Häufige Fehler:
- Verwendung von Hochglanzmagazinen mit Druckfarbe (kann chemisch belastet sein).
- Zu viele Lagen, die die Löcher komplett abdichten.
- Nasse Zeitung, die lange feucht bleibt und Schimmel fördert – besonders in schlecht belüfteten Wohnungen.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, nimm statt Zeitungsblatt lieber spezielles Pflanzvlies oder ein Kaffeefilterpäckchen über dem Loch.
Alternativen, die Floristen auch nutzen
- Blähton (Leca): leicht, stabil, gute Drainage.
- Pflanzvlies/Fleece: zuverlässig und sauber, kostet etwas mehr.
- Kaffeefilter oder Küchenpapierrolle (einmalig): kurzfristig praktisch, wenn du gerade keine Zeitung hast.
Übrigens: Für Balkonkästen in Regionen mit viel Regen (Rhein, Norddeutschland) ist eine Kombination aus Blähton + dünner Zeitungsschicht ideal — die Zeitung schützt vor Erde, der Blähton gibt Raum zum Abfließen.

Mein persönlicher Test (kurz)
Ich habe drei identische Grünlilien auf dem Balkon getestet: eine mit nur Erde, eine mit Zeitung + Kies und eine mit nur Kies. Nach sechs Wochen hatte die erste Staunässe, die zweite blieb gesund, die dritte trocknete schneller aus. Fazit: Zeitung + etwas grobes Material ist ein guter Kompromiss.
Praktischer Quick-Hack für heute
Wenn du jetzt schnell handeln willst:
- Hole eine Seite aus deiner Tageszeit (keine bunten Anzeigen).
- Knülle sie locker und lege sie über das Drainageloch.
- Fülle 1–2 cm Blähton oder Kies darüber.
- Fülle Erde ein, setze die Pflanze, gieße testweise 200–300 ml und beobachte 15 Minuten.
Wenn Wasser im Untersetzer steht: Untersetzer nach 10–15 Minuten leeren oder etwas Zeitung und Kies entfernen — zu viel Wasser bleibt nicht gesund.
Zum Schluss: Dieser Trick ist kein Allheilmittel, aber eine simple, günstige und oft übersehene Hilfe gegen Staunässe – gerade praktisch für Mieter oder wenn du häufig im Home-Office vergisst zu gießen.
Probier es aus und sag mir: Welche Pflanze hat dir zuletzt wegen Staunässe Sorgen gemacht?









