Sie kennst das: morgens ist die Scheibe nass, Zeitung hinter dem Fenster, Schimmelgefahr im Nacken. Wenn du jetzt nichts änderst, wird aus kaltem Wasserdampf in Wochen echter Ärger mit Gesundheit und Wohnung. Lies das jetzt, denn ich habe das über Monate ausprobiert und zeige dir, was wirklich hilft — ohne teuren Austausch der Fenster.
Warum Zeitung nicht die Lösung ist
Ich habe das selbst ausprobiert: Zeitung saugt kurzfristig Wasser, sieht nach zwei Tagen schäbig aus und riecht. Viel schlimmer: Papier kann Feuchtigkeit halten und Schimmel fördern, wenn es nass bleibt.
Kurz: Zeitung ist ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde. Die Ursache bleibt.
Was Kondenswasser wirklich verursacht
Kondenswasser entsteht, wenn warme, feuchte Innenluft auf eine kalte Fensteroberfläche trifft. In Deutschland verschärft das Wetter (kalte Nächte, dicht heizen) das Problem.
- Innenfeuchte durch Wäsche trocknen, Kochen, Duschen
- zu wenig Lüften (oder falsches Lüften)
- kalte Fensterrahmen und schlechte Isolierung
- fehlende Luftzirkulation hinter Vorhängen oder Möbeln
Grundregeln, die viele übersehen
In meiner Praxis als Haushalts-Tester habe ich gesehen: wenige einfache Regeln lösen 70% des Problems.

- Mess die Luftfeuchte: Ein Hygrometer (ab ~10 € bei Amazon oder im Baumarkt wie Obi/Hornbach) zeigt, ob du über 60% RH liegst.
- Stoßlüften statt Fenster kippen: 3× täglich 5–10 Minuten bei offenen Fenstern — effizienter und spart Heizkosten.
- Wäsche draußen trocknen oder Abluft nach außen führen.
- Heizung konstant halten: starke Temperaturschwankungen fördern Kondensat.
Die 7 wirksamen Maßnahmen (von schnell bis dauerhaft)
1. Sofort: Hygrometer kaufen und prüfen
Ich habe ein günstiges Modell von TFA getestet — klarer Startpunkt. Ziel: 40–55% relative Luftfeuchte.
2. Richtig lüften: Stoßlüften-Formel
- Morgens nach dem Aufstehen 3–5 Minuten durchlüften.
- Nach dem Duschen sofort Fenster auf – kurz, aber kräftig.
- Im Winter lieber mehrfach kurz lüften statt stundenlang kippen.
3. Thermische Fensterisolierung – die günstige Variante
Fensterfolien oder sogar Luftpolsterfolie wirken wie ein dicker Schal für dein Glas. Das reduziert die kalte Oberfläche und damit die Kondensation.
4. Entfeuchter einsetzen – Granulat oder Elektro
Für Räume mit konstant hoher Feuchte helfen Salz- oder Calciumchlorid-Behälter (gibts im Baumarkt ab ~5–15 €) oder ein elektrischer Luftentfeuchter (ab ~100–300 €). Granulat ist günstig und wartungsarm, elektrische Geräte bringen deutlich mehr Leistung bei dauerhaft feuchten Kellern oder Wohnräumen.
5. DIY-Hack: Katzenstreu oder Salz als günstiger Entfeuchter
Nicht offensichtlich, aber praktikabel: grobes Katzenstreu (mineralisch, kein Duft) oder grobes Speisesalz in einem luftdurchlässigen Beutel absorbiert Feuchtigkeit. Stelle den Beutel auf die Fensterbank oder in den Falz. Wechsel alle 2–4 Wochen.
6. Luftzirkulation hinter Vorhängen und Möbeln sicherstellen
Ich habe Möbel testweise 5–10 cm vor die Wand gezogen — sofort weniger Feuchte am Fenster. Vorhänge nicht dauerhaft dicht vor der Scheibe lassen.
7. Prüfen auf Baumängel und dauerhafte Lösungen
Wenn Wasser trotz allem wiederkommt: Möglicherweise sind die Fenster oder die Rahmen schlecht isoliert oder es gibt einen Wärmebrücken. Dann lohnt sich ein Fensterbauer oder der Blick in lokale Anbieter (Bauhaus, OBI, lokale Tischler). Ein Austausch kann sich lohnen, kostet aber in Deutschland schnell mehrere hundert bis tausend Euro.
Konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung (Dein 10-Minuten-Plan)
Mach es jetzt so — ich mache das seit Monaten und es funktioniert:

- Schritt 1: Hygrometer ans Fenster stellen. Notiere Luftfeuchte morgens und abends.
- Schritt 2: 3× täglich Stoßlüften (5 Minuten). Heizkörper währenddessen voll aufdrehen, danach wieder runter.
- Schritt 3: Eine Schale mit Calciumchloridgranulat oder einen handelsüblichen Entfeuchter auf die Fensterbank stellen.
- Schritt 4: Vorhänge offen lassen oder Abstand schaffen; Möbel nicht direkt an die Außenwand stellen.
- Schritt 5: Nach zwei Wochen prüfen: Kondenswasser weg? Wenn nein, Folie oder elektr. Entfeuchter probieren.
Übrigens: Wann reicht das nicht mehr?
Wenn du trotz aller Maßnahmen weiter Wasser siehst, kann das an folgenden Problemen liegen:
- defekte Dichtung im Fensterrahmen
- aufsteigende Feuchte aus der Mauer (besonders in Altbauten)
- massive Wärmebrücken durch schlechte Dämmung
Dann heißt es: Handwerker kontaktieren. In Deutschland bieten viele lokale Fensterbauer kostenlose Erstchecks an.
Kurze Checkliste zum Ausdrucken
- Hygrometer: 40–55% anstreben
- Stoßlüften: 3× täglich
- Granulat/Entfeuchter aufstellen
- Fensterfolie/bubble wrap probieren
- Möbel und Vorhänge lüften
Ich habe erlebt, wie Nachbarn monatelang Zeitung hinter dem Fenster stapelten — und dann Schimmel an der Laibung bekamen. Mit den obigen Maßnahmen war das Problem in wenigen Wochen deutlich reduziert.
Fazit
Kurz und praktisch: Zeitung ist nur ein schneller Notbehelf. Messen, richtig lüften, Entfeuchter einsetzen und Fenster isolieren sind die wirklichen Lösungen. Viele Maßnahmen kosten wenig — und sparen dir später teure Schimmelsanierungen.
Was hast du schon ausprobiert gegen Kondenswasser? Hast du einen DIY-Trick, der überraschend gut funktioniert hat? Schreib’s in die Kommentare — und wenn du magst, schick ein Foto von deinem Fenster.









