Du hast gerade an deinem neuen Ikea- oder Echtholztisch einen weißen Kratzer gefunden — und denkst: „Das wird teuer.“ Ich habe das auch erlebt, und überraschend oft reicht eine Tube aus dem Bad. Lies das jetzt, bevor du zum Möbelhaus oder Schreiner rennst.
In meiner Arbeit mit Renovierungen und schnellen Kundenreparaturen habe ich gesehen, wie ein kleiner Trick viele Nerven und Euro sparen kann. Aber Achtung: Es funktioniert nicht bei jedem Material — und falsch angewendet macht es mehr kaputt als besser.
Warum das manchmal klappt — und warum nicht
Viele übersehen, dass es bei Kratzern zwei Probleme gibt: die Oberfläche ist angeraut oder die Farbschicht fehlt. Zahnpasta kann oberflächliche Riefen optisch glätten, weil sie leicht schmirgelt und die Kanten poliert. Aber bei tiefen Ausrissen oder unbehandeltem Holz bringt Zahnpasta nichts.
- Funktioniert gut bei: lackierten, versiegelten oder leicht glänzenden Oberflächen.
- Kaum Wirkung bei: geöltem, gewachstem oder rohem Holz und tiefen Einkerbungen.
- Warum Handwerker es nutzen: schnelle, kostenlose Erste-Hilfe vor Kundenbesichtigungen.
Die richtige Zahnpasta wählen (ja, das macht einen Unterschied)
Nicht jede Zahnpasta ist gleich. In meiner Praxis empfehle ich: weiße, nicht-gelige Zahnpasta ohne aggressive Whitening-Partikel. In Deutschland findest du solche Tuben günstig bei dm oder Rossmann (circa 0,50–2 €).

- Keine Gel-Pasten (sie polieren kaum).
- Keine Spezial-Whitening-Pasten (können zu abrasiv sein).
- Einfach: normale weiße Kinder- oder Standardpasta.
Schritt-für-Schritt: So mache ich es (praktischer Lifehack)
So mache ich es: Kleine Tricks, die Profis verwenden, ohne Stunden zu schleifen.
- Testen: Probiere an einer unauffälligen Stelle (Innenseite Tür, Rückseite) — 10–20 Sekunden rubbeln.
- Auftragen: Eine erbsengroße Menge weiße Zahnpasta auf ein weiches Baumwolltuch geben.
- Reiben: Mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen 20–30 Sekunden über den Kratzer reiben.
- Abwischen: Mit feuchtem Tuch Rückstände entfernen, trockenreiben.
- Nachpolieren: Bei Bedarf mit etwas Möbelpolitur oder einem Tropfen Olivenöl auf Hochglanz bringen.
Warum dieser Ablauf funktioniert
Die Paste wirkt wie ein sehr feines Schleifpapier; sie rundet die scharfen Kanten des Kratzers ab und reflektiert Licht weniger auffällig. Denk an’s wie ein Radiergummi, das Gloss zurückbringt — nicht wie Spachtelmasse, die fehlende Farbe ersetzt.
Wann du die Finger davon lassen solltest
Aber es gibt Grenzen — und Fehler, die ich oft sehe:
- Antike oder teure Möbel: Lieber Profi ranlassen.
- Matt lackierte Flächen: Zahnpasta kann ungleichmäßigen Glanz erzeugen.
- Tiefere Risse: Füllstoff, Wachs- oder Lackstift aus dem OBI/Hornbach ist besser (ca. 3–10 €).

Handwerker-Trick für hartnäckige Fälle
Wenn Zahnpasta nur teilweise hilft, kombinieren Profis das mit einem farbigen Möbelstift (Farbton passend wählen) und einem dünnen Wachs-Finish. In Deutschland sind solche Sets häufig bei Bauhaus oder Hornbach erhältlich — kostet weniger als eine Tischreparatur beim Schreiner.
- Erst Zahnpasta, dann Möbelstift in Ritzen, zuletzt Wachs polieren.
- Das Ergebnis hält länger als reine Zahnpasta-Lösung.
Schnelle Fehler, die du vermeiden solltest
- Zu viel Druck: Das kann den Lack noch mehr beschädigen.
- Falsche Zahnpasta: Gel oder aggressive Whitening-Riegel erzeugen matte Stellen.
- Kein Testbereich: Ohne Test kann das Möbelstück schlimmer aussehen als vorher.
Übrigens: Im Winter macht trockene Heizungsluft Kratzer oft sichtbarer — also ist jetzt der ideale Moment, das schnell zu prüfen, bevor sich Risse ausdehnen.
Kurz und praktisch
Zahnpasta ist kein Allheilmittel, aber ein günstiger, schneller Trick für oberflächliche Kratzer — ideal für Ikea-Tische, lackierte Küchenfronten oder die Kommode vom Flohmarkt. Ich habe damit häufiger kleine Katastrophen vor Besuch kaschiert.
Probier es, aber teste zuerst und behandle teure Stücke lieber professionell. Und jetzt interessiert mich: Hast du den Trick schon mal ausprobiert — und auf welchem Möbelstück hat es bei dir geklappt?









