Ein feiner Kratzer im Parkett und sofort sieht der Raum aus, als hätte er eine Geschichte zu erzählen – nur keine gute. Du denkst: neu schleifen? Teuer und aufwendig. Ich habe ausprobiert, was viele Handwerker in ihrer Kiste haben: ein günstiges Hausmittel, das oft reicht.
Warum du das jetzt lesen solltest: Der Winter steht vor der Tür, Schuhe bringen Salz und Dreck rein, und kleine Macken fallen jetzt besonders auf. Mit wenig Aufwand sparst du Zeit und vielleicht 100+ Euro für einen Profi. Aber Achtung: es funktioniert nicht immer.
Wann der Zahnpasta-Trick wirklich Sinn macht
Ich habe bemerkt, dass dieser Hack am besten bei sehr feinen, oberflächlichen Kratzern wirkt – vor allem auf geölten oder gewachsten Parkettböden.
- Funktioniert gut für: Haarfeine Kratzer, matte Stellen durch Schmutz oder Abnutzung.
- Weniger geeignet bei tiefen Rillen oder wenn das Holz durchgehend beschädigt ist.
- Auf glänzend lackierten Flächen kann Zahnpasta die Lackschicht angreifen – erst testen!

Was Handwerker wirklich machen — und was du nicht tun solltest
In meiner Praxis sehe ich oft, dass Leute sofort groß auffahren: Schleifen, neu versiegeln, komplett austauschen. Viele übersehen die kleine Lösung.
- Profis probieren zuerst sanfte Methoden, bevor sie Material abtragen.
- Übrigens: echte Handwerker nutzen oft Möbelstifte oder Holzwachs nach der Behandlung, nicht nur Zahnpasta.
- Nicht für tiefe Kratzer: Wenn du mit dem Fingernagel hängen bleibst, ist der Zahnputz-Trick kein Ersatz für Füllmasse.
Der 2‑Euro‑Trick: Schritt-für-Schritt
Materialien, die du wahrscheinlich schon hast oder günstig in jedem dm/ROSSMANN/Netto bekommst:
- weiße, nicht-gel Zahnpasta (kein Gel)
- weiches Baumwolltuch oder Mikrofaser
- optional: ein Tropfen Möbelöl oder farblosem Möbelstift (Bauhaus, OBI, Hornbach)
So einfach geht’s:
- 1) Reinige die Stelle mit einem leicht feuchten Tuch, trocknen lassen.
- 2) Einen erbsengroßen Tupfer weiße Zahnpasta auf das Tuch geben.
- 3) Sanft mit kreisenden Bewegungen etwa 20–30 Sekunden reiben — nicht schrubben.
- 4) Mit einem feuchten Tuch sauberwischen, danach trocken polieren.
- 5) Falls der Ton des Holzes nachdunkelt: einen Tropfen Möbelöl auftragen und einreiben.
In vielen Fällen verschwindet der Kratzer optisch oder wird deutlich weniger sichtbar. Ich war überrascht, wie oft das reicht.
Noch ein Profi-Tipp
Wenn du in Deutschland bist: Für den Fall, dass du mehr brauchst, findest du in Bauhäusern wie Bauhaus, OBI oder Hornbach günstige Möbelstifte (2–5 €) und kleine Dosen Parkettöl (ab ~5 €). Das ist oft die nächstbeste Investition, bevor du jemanden kommen lässt.

No‑Go und Risiken
- Achtung: Auf Hochglanzlack kann Zahnpasta milchige Schlieren hinterlassen oder die Oberfläche mattieren.
- Bei Farbunterschieden (Eiche vs. Buche) fällt die Reparatur eher auf.
- Test immer an einer unauffälligen Stelle — z. B. unter dem Bett oder hinter der Tür.
Alternativen, die wirklich helfen
- Walnuss‑Trick: die natürliche Öle der Nuss dunkeln das Holz leicht und kaschieren Kratzer.
- Möbelstifte: farblich passend, sehr schnell und günstig.
- Schuhcreme (für dunkle Böden): nur sparsam und sofort abreiben.
- Bei tiefen Schäden: Holzkitt und anschließendes Ölen oder professionelles Nachschleifen.
Metapher gefällig? Der Zahnpasta-Trick ist wie ein Notfallpflaster — meist nicht die langfriste Lösung, aber oft genau das, was du jetzt brauchst, um Ruhe ins Zimmer zu bringen.
Ich habe das bei Freunden ausprobiert: manchmal verschwindet der Kratzer fast komplett, manchmal bleibt eine leichte Spur — und manchmal ist nur ein Profi gefragt.
Willst du, dass ich den Trick auf verschiedenen Parkettarten (Eiche geölt, Buche lackiert) teste und hier vergleiche? Teile deinen Boden-Typ und deine Erfahrung in den Kommentaren — ich bin gespannt, welche Tricks du noch kennst!









