Du stolperst über den Kratzer im Flur und denkst schon an die Kaution oder teuren Handwerker? Leichte Schrammen im Laminat sehen schlimmer aus, als sie oft sind. Ich habe bemerkt, dass eine einfache Tube Zahnpasta oft sofortige Ergebnisse bringt — und das kannst du jetzt selbst testen, bevor du zum Baumarkt rennst.
Warum viele es ausprobieren — und was wirklich dahintersteckt
Viele übersehen, dass nicht jeder Kratzer gleich behandelt werden kann. In meiner Praxis mit Mietwohnungs- und Wochenendrenovierungen zeigte sich: die Zahnpasta-Methode hilft bei oberflächlichen, nicht tiefen Kratzern.
Kurz erklärt: Zahnpasta (weiße, nicht gelartige) wirkt leicht schleifend und füllt feine Riefen optisch auf — wie ein kleines Radiergummi für die Oberfläche.
Wann es Sinn macht
- Feine Haarrisse oder matte Schrammen, die auf der Oberflächenversiegelung sitzen.
- Wenn du schnell etwas kaschieren willst (Gäste erwarten dich, Vermieter kommen zur Wohnungsübergabe).
- Wenn du erst mal testen willst, ob ein Kratzer oberflächlich ist — ohne gleich ein Reparatur-Set (ab ~5–15 € bei Hornbach/Bauhaus) zu kaufen.

So machst du den 2‑Minuten‑Fix (konkret und ohne Schnickschnack)
Materialien
- Weiße Zahnpasta (kein Gel) — Marken wie Colgate, Elmex oder Odol‑med3 findest du bei DM/REWE.
- Mikrofasertuch oder Wattestäbchen.
- Warmes Wasser und ein sauberes Tuch zum Nachreiben.
Schritt‑für‑Schritt
- Reinige die Stelle kurz mit dem feuchten Tuch — keine Lotion oder Öl vorher.
- Ein kleines Tupfer Zahnpasta auf das Wattestäbchen oder direkt aufs Tuch.
- Sanft in kreisenden Bewegungen etwa 30–60 Sekunden reiben. Nicht rubbeln wie wild — sonst machst du mehr kaputt.
- Mit feuchtem Tuch abwischen und trocknen lassen. Bei Bedarf Vorgang einmal wiederholen.
Ich habe oft gesehen, wie aus einem hässlichen, weißen Strich wieder ein unauffälliger Fleck wurde — in unter zwei Minuten. Aber, es ist kein Ersatz für richtige Reparatur bei tieferen Beschädigungen.
Tipps, die Handwerker kennen (aber viele Laien nicht)
- Immer erst an einer unauffälligen Stelle testen — z. B. unter dem Sofa oder hinter einer Tür.
- Keine farbige Zahnpasta verwenden: Gel oder mit Perlmuttpartikeln können Oberflächen beschädigen.
- Bei mattem Laminat besser noch vorsichtiger reiben — die Versiegelung ist dünner.
- Für größere Kratzer: Laminat‑Reparaturstifte aus dem Baumarkt (Hornbach, Bauhaus) oder farblich passendes Wachs verwenden.
Wann du aufhören und zum Profi gehen solltest
Wenn nach dem Zahnpasta‑Test der Kratzer sich tiefer anfühlt (du kannst mit dem Fingernagel hineinfassen) oder die Versiegelung angerissen ist, hör auf. Tiefe Rillen brauchen Ersatzlaminat oder professionelle Füllmasse.
In Deutschland kostet ein Austausch einer Laminat‑Diele inkl. Arbeitszeit schnell 30–80 € — da lohnt sich vorher testen mit Zahnpasta.

Kurze Fehlerliste — so verhinderst du Verschlimmbesserungen
- Nicht stark drücken oder Stahlwolle benutzen.
- Keine öligen Substanzen einsetzen — sie ziehen Schmutz an.
- Kein Experiment mit Glanzmitteln; das ändert den Farbton.
Übrigens: Nach einem Regentag oder in der Heizperiode zeigt Laminat andere Macken — prüfe die Stelle immer trocken.
Vergleich: Es ist, als würdest du einen Kaffeefleck mit Radiergummi bearbeiten — funktioniert bei frischen, oberflächlichen Spuren, aber nicht bei eingezogenen Flecken.
Zum Schluss ein kurzer, ehrlicher Rat: Diese Methode ist ein schneller kosmetischer Trick, kein Allheilmittel. Wenn du sauber arbeitest, sparst du Zeit und Geld — und oft auch Ärger mit dem Vermieter.
Hast du diese Zahnpasta‑Methode schon ausprobiert? Welche Marke hat bei dir am besten geklappt — oder hat es komplett versagt? Schreib’s unten in die Kommentare.









