Ein kleiner Kratzer auf dem Laminat — und plötzlich sieht die ganze Wohnung alt aus. Ich habe das selbst erlebt: ein Stuhl-Überraschungsangriff bei Gästen, und zack, ein heller Strich. Wenn du jetzt denkst, das kostet Stunden oder eine neue Diele, stopp kurz.
Warum du das jetzt lesen solltest: Mit einer handelsüblichen Zahnpasta (Kostenpunkt: oft unter 2 € im Drogeriemarkt) kannst du viele oberflächliche Kratzer in Minuten deutlich reduzieren — ohne Profi oder teure Pflegeprodukte.
Warum Zahnpasta überraschend gut funktioniert
Ich war anfangs skeptisch. In meiner Praxis als Heimwerker-Tester habe ich verschiedene Pasten ausprobiert — und oft war das Ergebnis besser als erwartet.
Zahnpasta enthält feine Schleifpartikel und Bindemittel, die wie ein sehr sanftes Schleifpapier wirken. Bei feinen Kratzern füllt und glättet die Paste die Ränder, so dass das Licht nicht mehr so stark reflektiert.
Wann es wirklich hilft — und wann nicht
- Funktioniert gut bei: oberflächlichen, hellen Kratzern und feinen Haarlinien.
- Nicht geeignet bei: tiefen Rissen, durchgebrochenem Laminat oder entfernten Deckschichten.
- Vorher testen: Immer an einer unauffälligen Stelle prüfen (z. B. hinter Möbeln).
Achtung: Bei lackierten oder matten Oberflächen kann zu viel Reiben den Glanz verändern. Also lieber vorsichtig sein.

Die 2‑Euro‑Anleitung: Schritt für Schritt
Du brauchst kaum etwas: eine Tube weiße Zahnpasta (kein Gel), ein weiches Mikrofasertuch und etwas Geduld — 5–10 Minuten pro Kratzer.
So gehe ich vor
- Reinigen: Boden mit einem feuchten Tuch säubern und trocknen lassen (kein Putzmittel mit Wachs vorher).
- Testen: Zahnpasta auf einer unauffälligen Stelle auftragen und 30 Sekunden einreiben.
- Auftragen: Eine erbsengroße Menge auf das Tuch geben, nicht direkt auf das Laminat.
- Reiben: Mit leichtem Druck im Kreis über den Kratzer reiben — 30–60 Sekunden.
- Abwischen: Rückstände mit einem feuchten Tuch entfernen und trocknen lassen.
- Bewerten: Wenn nötig Vorgang wiederholen, aber nie übertreiben.
In meinen Tests reichte oft ein bis zwei Durchgänge. Wenn du möchtest, kannst du am Ende ein Laminat- oder Parkett‑Pflegeöl aus dem Baumarkt (Bauhaus, Obi) sparsam auftragen.
Tipps, die fast niemand beachtet
- Nutze normale weiße Zahnpasta, keine Whitening‑ oder Gelprodukte — die Schleifpartikel sind anders.
- Für große Flächen: Arbeite in kleinen Segmenten, sonst siehst du später unterschiedliche Glanzgrade.
- Im Winter: Straßensplit bringt mehr feine Kratzer — öfter kontrollieren und schnell behandeln.
- Für dunkle Dielen: Nachbehandlung mit einem farblich passenden Laminat‑Stift aus dem Baumarkt.
Viele übersehen den Test an einer unauffälligen Stelle — ich habe so einmal eine matte Stelle in der Küche verursacht, die ich dann mit einem speziellen Pflegemittel aus dem Drogeriemarkt (DM/Rossmann) ausgleichen musste.

Alternativen, falls Zahnpasta versagt
- Laminat‑Reparaturset (Bauhaus, Obi) für tiefe Kratzer.
- Wachs‑ oder Füllstifte für farbliche Korrektur.
- Im Zweifel Profi: Wenn mehrere Dielen betroffen sind, lohnt sich eine Fachberatung.
Denke daran: Zahnpasta ist ein schneller Hausmitteltrick, kein Ersatz für echte Reparaturen.
Ein letzter praktischer Kniff
Wenn du mehrere kleine Kratzer gleicher Linie hast, arbeite mit einem weichen Radierer (nur leicht), entferne danach Paste‑Rückstände und poliere mit einem trockenen Mikrofasertuch. Das gleicht Flächen besser an — fast wie ein kleiner Neuanstrich fürs Licht.
Ich war überrascht, wie oft dieser günstige Trick in deutschen Haushalten hilft — besonders wenn man keine Zeit hat, zum Baumarkt zu fahren oder bei Regenwetter in der Stadt unterwegs ist. Aber es gibt Grenzen: Bei echten Schäden brauchst du professionelle Hilfe.
Probier es aus und sag mir: Hast du schon einmal einen Kratzer so repariert — oder hast du einen besseren Heimtrick?









