Deine Badezimmerfliese hat einen feinen Riss und du willst nicht sofort 80 € für eine Ersatzfliese ausgeben? Ich habe das hundertfach gesehen: kleine Schrammen, die feucht aussehen und einen hohen Ärgerfaktor haben.
Lesen lohnt sich jetzt, weil der Winter in Deutschland Risse sichtbarer macht (Feuchtigkeit, Frost, Fußbodenheizung). Ich erkläre kurz, was funktioniert, was nur kaschiert wird und wie du den Look sicher verbesserst.
Warum Zahnpasta? Und wann sie scheitert
In meiner Praxis als Heimwerker-Tester fiel mir auf: Zahnpasta füllt winzige Oberflächenrisse, trocknet matt und lässt die Stelle kurzfristig unauffälliger aussehen.
- Zahnpasta enthält feine Abrasivstoffe und Bindemittel — das dichtet oberflächlich.
- Funktioniert gut bei Haarrissen oder kleinen Abplatzern in der Glasur.
- Versagt bei tieferen Rissen, losen Fliesen, oder wenn Wasser hinter die Fliese gelangt.
Wichtig: Zahnpasta ist ein kosmetischer Notbehelf, kein Ersatz für richtiges Fugen- oder Fliesenmaterial.
Was du brauchst (alles aus DM, Rossmann oder Bauhaus erhältlich)
- Weiße, nicht-gel Zahnpasta (keine farbigen Gels)
- Weiches Tuch oder Wattestäbchen
- Spachtel oder alter Plastikkarte
- Feines Schleifpapier (400–600)
- Klarer Nagellack oder transparenter Silikon-Glanz zur Versiegelung (optional)
Warum genau weiße Paste?
Gel enthält Farbstoffe und feine Geltexturen, die nicht gut aushärten. Weiße Paste ist fester und lässt sich später besser schleifen.

So machst du es richtig — Schritt für Schritt
- Reinigen: Fliese mit Alkohol oder mildem Reiniger entfetten, trocken tupfen.
- Auftragen: Kleine Menge Zahnpasta direkt in den Riss geben.
- Glätten: Mit einem Spachtel oder Finger die Paste in den Riss drücken und glattziehen.
- Trocknen lassen: Mindestens 30–60 Minuten, besser mehrere Stunden.
- Feinschliff: Mit feinem Schleifpapier leicht matt schleifen.
- Versiegeln (optional): Dünnen Streifen klaren Nagellack oder transparentes Silikon darüber — erhöht die Haltbarkeit.
Tipp aus Erfahrung: Bei sichtbaren Stellen weniger ist mehr. Zu viel Paste ergibt klumpige Ränder.
Haltbarkeit & Risiken — sei ehrlich zu dir selbst
- Lebensdauer: Wochen bis Monate — abhängig von Belastung und Feuchtigkeit.
- Risiko Schimmel: Wenn Wasser hinter die Fliese gelangt, hilft Zahnpasta nicht und Schimmelgefahr bleibt.
- Optik: Passt die Farbe nicht exakt, wirkt die Stelle eher wie ein Pflaster als wie neu.
- Wenn Fliese hohl klingt oder sich bewegt: Sofort Profi rufen (Bauhaus/Hornbach bieten Reparatursets ab ~5–15 €).
Bessere Alternativen, die sich lohnen
Aber es gibt einen Haken: Zahnpasta ist nur der schnelle Weg. Wenn du länger Ruhe willst, probiere:
- Flicken mit Epoxidharz‑Kitt (kleine Kartuschen, ≈5–10 €)
- Fugenmörtel‑Reparatursets (bei Fugenrissen)
- Fliesen‑Austausch: teuer, aber dauerhaft — oft günstiger bei großen Rissen
Preisvergleich Deutschland
Eine Tube Zahncreme liegt bei DM/Rossmann um 1–3 €, ein Epoxidset bei Obi/Hornbach bei 5–15 €, eine einzelne Ersatzfliese 5–30 € (je nach Modell). Manchmal lohnt sich der Ersatz mehr als ewiges Kaschieren.

Meine persönliche Bilanz
Ich habe den Trick auf mehreren Toiletten und im Flur getestet. Ergebnis: sofort weniger Auffälligkeit, aber nur temporär. In einer Wohnung in Köln hielt die Reparatur drei Monate, in einer Feuchtraum-Dusche nur zwei Wochen.
Übrigens: Bei kaltem Wetter in Bayern oder im Norden Deutschlands kann die Zahncreme härter werden — also weniger flexibel.
Kurzwahlanleitung (für eilige Leser)
- Reinigen → Paste sparsam einarbeiten → 1 Std. trocknen → fein schleifen → versiegeln.
Und jetzt das Interessanteste: Wenn du wenig Zeit hast, ist Zahnpasta der schnellste optische Fix. Wenn du Ruhe für Jahre willst, investiere in ein kleines Epoxid‑ oder Fugen‑Set.
Kurz zusammengefasst: Zahnpasta ist ein guter Notfall-Kitt, aber keine Reparatur. Nutze ihn bewusst — nicht als Dauerlösung.
Was war dein schnellster DIY‑Hack gegen Fliesenschäden? Schreib’s in die Kommentare — ich bin neugierig auf deine Überraschungen und Frustrationen.









