Salznebel auf der Straße, nasse Stiefel und der vertraute Panikmoment: Die Lederschuhe sehen nach einer Woche Winter aus wie zehn Jahre alt. Viele greifen reflexartig zu Hausmitteln – WD‑40 ist eines, das immer wieder auftaucht.
Warum Du das jetzt lesen solltest: Ich habe es ausprobiert, Fehler gemacht und Tricks gelernt, die Dir echtes Geld und Nerven sparen. Gerade in deutschen Wintern mit Streusalz und Matsch lohnt sich das Wissen sofort.
Warum Hersteller manchmal solche Sprays nutzen
Ich bemerkte schnell, dass Profis WD‑40 nicht als Schönheitspflege sehen, sondern als kurzfristige Schutz- oder Reinigungsmaßnahme.
Kurz erklärt: Das Spray verdrängt Feuchtigkeit und löst Salzkristalle – ähnlich wie ein Regenschirm für deine Schuhe, der gleichzeitig Dreck wegwischt.
Was WD‑40 wirklich macht
- Vertreibt Wasser und löst Salzränder.
- Fettet leicht – dunkelt Leder oft nach.
- Kann Poren verschließen und atmungsaktive Membranen beeinträchtigen.
Wann Du es verwenden solltest – und wann nicht
Viele übersehen die Nuancen: WD‑40 ist kein Allheilmittel. In meiner Praxis hat es geholfen, aber auch Schäden verursacht, wenn man sorglos war.

- Gute Fälle: Gummisohlen, glattes Leder mit Salzflecken, Kunststoffteile.
- Keine Idee: Veloursleder/Suede, empfindliche Stoffe, Innenfutter und Gore‑Tex‑Membranen.
- Bei farbigen Textilien kann es Flecken oder Verfärbungen geben.
Schritt‑für‑Schritt: So nutzt Du WD‑40 richtig (life hack)
Das ist mein Standard-Ritual nach einem winterlichen Spaziergang in Berlin oder München. Kurz, effektiv, mit wenig Risiko.
- Schritt 1: Entferne trockenen Dreck und Salz mit einer weichen Bürste.
- Schritt 2: Immer zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.
- Schritt 3: Sprüh etwas WD‑40 auf ein sauberes Tuch (nicht direkt aufs Schuhmaterial).
- Schritt 4: Reibe gleichmäßig. Bei Leder sanft, bei Gummi kräftiger.
- Schritt 5: Überschuss mit einem trockenen Tuch abnehmen; kein Einölen lassen.
- Schritt 6: Bei Leder danach eine richtige Lederpflege auftragen (Lederfett oder Pflegecreme), um verlorenes Fett zurückzugeben.
- Schritt 7: Bei starkem Regen oder anhaltendem Matsch lieber einen speziellen Imprägnierspray aus dem Baumarkt (Bauhaus, OBI, Hornbach) nutzen.
Mein Trick gegen Salzränder (funktioniert oft besser als Wasser)
Ich sprühe WD‑40 auf ein Mikrofasertuch, wage eine Punktprobe und wische dann die Salzlinie. Das löst die Kruste, ohne das Leder aufzurauen. Danach unbedingt Lederpflege.
Risiken, die kaum jemand erwähnt
Du willst nicht, dass Deine Lieblingsstiefel nach Behandlung stumpf oder porös werden. Ich habe das selbst gesehen.
- Verdunkelung: Glattleder wird oft dunkler.
- Atmungsprobleme: Membranen (z. B. Gore‑Tex) können ihre Funktion verlieren.
- Suede‑Albtraum: Veloursleder kann verfärben oder die Struktur verlieren – Nicht auf Velours/Suede!
- Brandschutz: WD‑40 ist leicht entflammbar. Nicht in der Nähe von offenem Feuer verwenden.

Alternative Produkte aus deutschen Baumärkten
Wenn Du Zweifel hast, probiere Produkte, die speziell fürs Schuhwerk gedacht sind. In Bauhaus, OBI oder online bei Amazon findest Du Imprägniersprays, Lederfett und spezielle Suede‑Pflege.
- Siliconsprays für synthetische Materialien.
- Wachs/Dubbin für stark beanspruchtes Leder.
- Suede‑Sprays und -Bürsten für Velours.
Kurze Checkliste vor dem Auftragen
- Material prüfen (Leder, Suede, Textil, Membran).
- Teststelle durchführen.
- Gut lüften – WD‑40 riecht und ist entflammbar.
- Nachpflege mit geeigneten Mitteln.
By the way: Für wenige Euro (gibt es in deutschen Baumärkten) ist WD‑40 zwar billig, aber die Nachpflege kostet oft mehr, wenn Du Leder nachträglich retten musst.
Fazit
WD‑40 ist ein praktisches Winter-Werkzeug: schnell verfügbar, löst Salz und vertreibt Feuchtigkeit. Doch es ist kein Ersatz für echte Schuhpflege – vor allem bei hochwertigem Leder oder technischen Membranen.
Ich nutze es gezielt für Sohlen, Gummi und zur Salzentfernung, teste vorher und gebe Leder anschließend Fett zurück. Damit halten meine Schuhe länger durch deutsche Winterwochen mit Streusalz und Schmelzwasser.
Wie gehst Du mit Winterpflege um? Hast Du schon mal WD‑40 auf deinen Schuhen probiert – mit Erfolg oder Desaster?









