Du glaubst, ein Schuss Öl ins Nudelwasser rettet klebrige Pasta? Ich habe in Profi‑Küchen und zuhause etwas anderes erlebt: Diese kleinen Gewohnheiten kosten Geschmack — und manchmal Sicherheit. Lies das jetzt, bevor du das nächste Mal etwas in den sprudelnden Topf kippst.
Warum Profis vorsichtig sind
In meiner Praxis in Restaurants und bei Kochkursen fällt mir eines auf: Viele Fehler passieren aus Gewohnheit, nicht aus Dummheit. Man sieht Leute, die „einfach mal kippen“ — und dann zischt, spritzt oder das Essen wird matschig.
Kochen in Deutschland bedeutet oft harte Wasserwerte, Induktionsherde und schnelle Herdplatten. Diese Kombination verändert, wie Zutaten reagieren — und wie gefährlich ein falscher Schuss sein kann.
Die 7 Dinge — kurz und brutal ehrlich
1. Olivenöl oder anderes Öl in kochendes Nudelwasser
Warum viele es tun: Um angebliches Kleben zu verhindern.
- Was wirklich passiert: Das Öl schwimmt oben — die Nudeln werden dadurch nicht „rutschiger“. Die Sauce haftet schlechter.
- Sicherheitsaspekt: Öl kann heiß spritzen, wenn Wasser hochsprudelt.
- Was Profis tun: Gut salzen, kräftig rühren in den ersten Minuten und etwas Nudelwasser für die Sauce aufbewahren.
2. Kaltes Wasser oder große Eiswürfel direkt in kochendes Wasser
Ich habe gesehen, wie ein Topf plötzlich aufheulte und das Wasser „explodierte“ — weil die Temperatur abrupt fiel. Das verlängert Kochzeit und macht Texturen ungleichmäßig.

- Besonders bei Gefrorenem: Lieber Wasser vorheizen, Hitze reduzieren, dann portionsweise zugeben.
- Bei blanchierten Gemüse: Schnell ins Eiswasser nach dem Ablaufen, aber nicht direkt ins sprudelnde Wasser kacheln.
3. Mehl oder Stärke trocken ins kochende Wasser streuen
Das Ergebnis ist Klumpen. Ich nenne es die Mehlwolke — optisch wie in Backshows, praktisch unbrauchbar.
- Besser: Mit kaltem Wasser anrühren (Slurry) und dann langsam unter Rühren einlaufen lassen.
- Metapher: Das ist wie Kaffee filtern — du willst gleichmäßige Extraktion, keine brockenweise Explosion.
4. Ganze rohe Eier ohne Technik ins kochende Wasser kippen
Für pochierte Eier gibt es Tricks. Einfach reinkippen? Die weißen zerfasern, Eigelb kann reißen.
- Profi‑Tipp: Wasser leicht simmern lassen, Essig zugeben, Strudel bilden und das Ei aus einer kleinen Tasse in die Mitte gleiten lassen.
- Öffentliche Küche: In deutschen Kantinen sieht man oft zu heiße Pfannen — das gleiche Prinzip gilt für Wasser.
5. Wein, Essig oder starke Säuren in großen Mengen direkt ins kochende Wasser
Warum das verlockt: Geschmack hinzufügen. Warum es schiefgeht: Spritzer, Aromaverlust und Saurer Schock für empfindliche Proteine.
- Wenn du Brühe säuern willst: Nach dem Kochen abschmecken, langsam und in kleinen Portionsmengen zugeben.
- Geruch: Alkohol verdampft schlagartig und kann dich in kleinen Küchen überrumpeln.
6. Fertige Suppenpulver oder Würfel einfach reinwerfen
Geschmackstechnisch meist ein Rückschritt. Salzberge oder künstliche Aromen hängen zum Schluss im Essen.
- Profis setzen auf selbst reduzierte Fonds oder Brühen, die schichtweise aufgebaut werden.
- Wenn du Würfel nutzt: Zuerst in wenig Wasser lösen, dann abschmecken.
7. Heiße Fettreste (z. B. Bratensaft) direkt ins kochende Wasser
Fest kombiniert: Fett + Wasser = wilde Spritzer. Ich habe verbrannte Finger gesehen, weil jemand den Guss „mal eben“ ins Sprudelbad kippte.
- Trick: Fett entfetten, abkühlen lassen und dann in kleinen Mengen mit einem Schneebesen einarbeiten.
- Oder: Emulgieren mit etwas stärkehaltigem Nudelwasser.

Konkrete Life‑Hack: So machst du Pasta wie ein Profi (ohne Öl)
Viele von uns kaufen bei Rewe oder Edeka gute Pasta, aber kochen sie falsch. Hier meine Schritt‑für‑Schritt‑Methode, die ich in Kursen lehre:
- 1 Liter Wasser pro 100 g Pasta in einem großen Topf zum Kochen bringen.
- Wenn es kocht: Grob salzen (ca. 10 g Salz pro Liter) — das schmeckt nach Meer und ist in deutschen Küchen normal.
- Pasta einlegen, sofort umrühren — einmal kräftig in den ersten 60 Sekunden.
- Während des Kochens 1 Tasse Kochwasser aufbewahren.
- Abgießen, aber nicht alles: 50–100 ml Kochwasser mit der Sauce stocken lassen, so bindet die Sauce nachhaltig.
Das Öl sparst du dir — es ist ein Mythos. In Deutschland wird das oft anders gelehrt, aber geschmacklich ist der Unterschied klar.
Sicherheits‑Kniffe, damit nichts spritzt
- Topf leicht schräg zum Körper halten, nicht darüber lehnen.
- Deckel halb auflegen, Dampf entweichen lassen — so vermeidest du Überkochen.
- Beim Einfüllen: Verwende eine Kelle oder Sieb, nicht die Hand.
- Bei empfindlichen Aktionen (z. B. Gefrorenes reinwerfen): Hitze reduzieren, dann langsam zugeben.
Übrigens — ein kleiner Küchenmythos, den ich oft höre
„Salz macht Wasser schneller heiß.“ Das ist falsch. Salz verändert den Siedepunkt minim, aber für den Alltag in deutschen Küchen vernachlässigbar. Salz ist zum Würzen da, nicht zum Beschleunigen.
Ich habe diese Regeln in Gas‑, Induktions‑ und Herdplattenküchen getestet — das Verhalten ist überall ähnlich, nur die Geschwindigkeit ändert sich. Besonders in Wohnungen mit hartem Wasser (Hallo, Nordrhein‑Westfalen!) reagiert der Topf stärker — also besser vorsichtig sein.
Was willst du als Nächstes wissen? Hast du eine Küchengewohnheit, die du heimlich nie hinterfragt hast — welches Ding kippst du trotzdem manchmal in den Topf? Schreib es unten, ich antworte.









