Dein Kompost stinkt, dauert ewig oder zieht Ratten an? Das frustriert — ich kenne das. Wenn Du jetzt nicht eingreifst, fütterst Du nur eine Mückenplage statt fruchtbaren Boden.
Warum Du das sofort lesen solltest: Gartenzeit steht vor der Tür, und jeder Tag mit schlechtem Kompost kostet Dir Zeit, Platz und Geld in Deutschland (und niemand mag eine Biotonne voller Matsch).
Ich habe Fehler gemacht, getestet und wieder repariert — hier sind die Erkenntnisse, die wirklich helfen.
Warum Dein Kompost oft scheitert
Viele denken: „Ich werfe alles rein, Natur regelt das.“ Ich bemerkte schnell, dass das nicht funktioniert.
- Zu nass = anaerob: Das ist der Hauptgrund für Geruch und Fliegen.
- Zu grob = es dauert ewig; Mikroorganismen kommen nicht an die Oberfläche.
- Falsche Mischung = kein Nährstoffgleichgewicht, der Haufen stoppt.
Die Regeln, die kaum jemand beachtet
In meiner Praxis haben sich diese klaren Faustregeln bewährt. Sie klingen simpel — und sind trotzdem unterschätzt.
- 50:50-Regel: gleiche Teile „braun“ (Holz, Pappe) und „grün“ (Küchenabfälle, Gras).
- Zerkleinere Küchenreste — ein Mixer für Küchenabfälle ist Gold wert.
- Kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine gekochten Reste — das lockt Tiere an.
- Bei deutscher Kälte: isolieren (Stroh, alter Teppich) oder in eine geschlossene Tonne investieren.
Übrigens: Biotonne vs. eigener Haufen
Viele Städte in Deutschland bieten Biotonnen — praktisch, aber teuer (Gebühren variieren je Gemeinde). Ich rate: Nutze die Biotonne für feuchte Reste, wenn Du in einer Wohnung lebst. Im Garten zahlt sich ein eigener Kompost aus — Du bekommst Erde im Wert von mehreren Euro pro Schub, ohne Herumtragen zum Wertstoffhof.

Was Du sofort ändern kannst (schnelle Reparatur)
Wenn der Haufen stinkt oder schleimig ist, probier diese Schritte. Ich habe sie selbst an einem misslungenen Haufen getestet — nach 10 Tagen besserer Geruch.
- Auflockern: mit einer Mistgabel durchstechen, damit Luft reinkommt.
- Braunes Material dazu: Karton, Laub, Sägespäne (gibt’s im Bauhaus/OBI).
- Kein Wasser nachgießen — das Problem ist oft zu viel Feuchtigkeit.
Der Life-Hack: Heißkompost in 8 Wochen
Das ist mein favorisiertes, praktisches Vorgehen für schnellen Kompost — funktioniert auch in deutschen Gärten. Kein teures Equipment nötig.
- Schritt 1: Bau eine Schicht aus groben Zweigen (10–20 cm) für Drainage.
- Schritt 2: 30–50 cm Schicht abwechselnd „grün“ (zerkleinert) und „braun“ (zerrissener Karton).
- Schritt 3: Füge 1 Eimer reifen Kompost oder Gartenerde als Starterbakterien hinzu.
- Schritt 4: Halte die Feuchtigkeit wie ein ausgewrungener Schwamm — nicht tropfnass.
- Schritt 5: Wende den Haufen alle 7–10 Tage mit einer Gabel; Temperatur sollte kurzzeitig 55–65°C erreichen.
Das ist wie ein Turbo-Modus: Hitze tötet Samen und Krankheitserreger, und innerhalb von 8 Wochen hast Du gebrauchsfertige Erde.
Nicht offensichtliche Tricks, die echt helfen
- Urine diluted 1:10 ist ein billiger Stickstoff-Booster — in ländlichen Gärten gebräuchlich.
- Kaffeesatz aus der Nachbarschaft: ein guter Stickstofflieferant; aber nicht zu viel (max. 10 %).
- Nesseltee: frische Brennnesseln in Wasser 3–5 Tage gären lassen, dann als Kompostbeschleuniger gießen.
- Holzhäcksel aus lokalen Baumschnittannahmen (Wertstoffhof) sind günstiger als im Handel.
Wurmkompost? Pro und Contra
Ich habe Wurmkompost in der Stadt ausprobiert — er produziert feine Erde, aber:

- Pro: perfekt für Balkonkästen und Indoor-Pflanzen, sehr sauber.
- Contra: funktioniert schlecht bei großen Mengen Küchenabfall und im Winter braucht es Temperaturkontrolle.
Wenn Du in einem deutschen Mehrfamilienhaus lebst, ist eine Wurmtonne oft die beste Lösung. In meinem Garten bevorzuge ich die Kombination: Heißkompost + Wurmkomposter für die Feinaufbereitung.
Fehler, die Du sofort lassen solltest
- Kein Salat mit Dressing oder gekochte Reste in den Haufen.
- Nicht einfach alles in die Biotonne kippen — das ist Geld und Ressourcenverschwendung.
- Keine chemischen Dünger in den Kompost mischen; sie töten Mikroben.
Und jetzt das Interessanteste
Ein einfacher Wechsel in meinem Garten sparte mir eine ganze Schubkarre Blumenerde pro Monat: zerkleinern statt horten. Klingt banal, aber kleinere Stücke = schnellere Zersetzung = weniger Mücken.
Kurze Checkliste für Deine nächste Kompost-Session
- Zerkleinern (Messer, Schere, Küchenhäcksler)
- 50:50 grün/ braun
- Feuchte wie ein ausgewrungener Schwamm
- Wenden alle 7–14 Tage
- Im Winter isolieren oder in Tonne arbeiten
Wenn Du willst, kannst Du morgen mit einem Eimer Laub aus dem Park starten — billig und effektiv. Ich habe das oft gemacht, wenn ich keine Zeit hatte, Holz zu hacken.
Fazit: Kompostieren ist weniger Magie, mehr Handwerk — und mit ein paar Tricks bekommst Du schnell gute Erde, weniger Mühe und weniger Ärger mit Geruch oder Schädlingen.
Welche Kompost-Panne hat Dich am meisten genervt? Teile Deine Geschichte — vielleicht habe ich einen Tipp dafür.









