Deine Beete sehen im Mai noch kahl aus, obwohl du im Frühling losgelegt hast? Das ist oft kein Talentproblem, sondern ein Timing-Fehler.
Im März entscheidet sich, ob Dein Garten im Sommer platzt vor Ertrag — oder nur grün aussieht. Lies weiter, wenn Du echtes Wachstum willst, nicht nur schöne Vorsätze.
Warum gerade März so wichtig ist
Ich habe bemerkt: Viele Hobbygärtner warten zu lange. Der Boden erwärmt sich, die Frostgefahr nimmt langsam ab, und die Pflanzen nutzen jede warme Woche.
Wer im März richtig pflanzt, gewinnt Wochen an Wachstum. In meiner Erfahrung zahlt sich das spätestens im Juni mit dicken Erträgen aus.
Das Risiko: Spätpflanzung vs. Nachtfrost
Vorsicht: In Norddeutschland oder in Berglagen kann es bis Ende März noch Nachtfrost geben. Deshalb ist Schutz oft nötig — aber nicht gleich Aufschub.
Die Lösung ist simpel: Pflanzen, die frosthart sind, raus — zarte Sorten kommen unter Schutz oder werden drinnen vorgezogen.

8 Pflanzen, die Du im März pflanzen solltest
- Erbsen (Mark- und Zuckererbsen) — direkt ins Freiland, sobald der Boden begehbar ist.
- Radieschen — schnell, zuverlässig und perfekt für Lücken zwischen anderen Reihen.
- Karotten — Frühkulturen jetzt säen, besonders in sandigen Böden.
- Spinat — frosthart und liefert schnell frisches Grün.
- Frühkartoffeln — in milden Regionen Ende März legen; im Norden eher Anfang April.
- Zwiebeln / Schalotten — Steckzwiebeln jetzt stecken, für gute Ernte im Sommer.
- Himbeeren und andere Beeren (aus Wurzelware) — setzt man jetzt, bevor das Wachstum beginnt.
- Obstbäume wurzelnackt — Bürokraten kaufen online bei Gärtnereien, pflanzt Du jetzt.
Praktische Tipps: So klappt die März-Pflanz-Aktion
In meiner Praxis haben sich ein paar einfache Tricks bewährt — sie sparen Nerven und bringen Ernte.
- Erst prüfen: Boden muss krümelig, nicht nass sein. Test: eine Handvoll Erde formen — bricht sie, ist sie pflanzbar.
- Nutze Vlies oder Mini-Gewächshäuser bei Nachtfrost-Gefahr.
- Kompost als Randmulch: gibt Wärme und Nährstoffe ohne Überdüngung.
- Kaufe lokal: OBI, Bauhaus oder Deine Gärtnerei um die Ecke — wurzelnackte Bäume sind im März günstig.
Der einfache Step-by-Step-Hack: DIY-Flaschen-Glashaus
Viele übersehen diesen Trick — er kostet fast nichts und beschleunigt die Keimung deutlich.
- Leere 1,5–2 L PET-Flasche aufschneiden (Boden entfernen).
- Über frisch gesäte Reihen stülpen, leicht in Erde drücken.
- Bei Sonnenschein kurz ankippen, nachts wieder schließen — verhindert Frost und schafft Wärme.
Ich habe das im letzten Jahr bei Radieschen getestet: Keimung 3–4 Tage früher, keine Ausfälle durch späten Frost.
Was viele falsch machen (und wie Du es besser machst)
Viele pflanzen zu tief, geben zu früh Dünger oder vergessen zu lüften. Das killt mehr als Kälte.
- Vor dem Düngen: Bodencheck. Frischer Kompost reicht meist.
- Bei Jungpflanzen: täglich lüften, sonst schimmel oder Hitzestress.
- Setzabstand beachten — keine Überfüllung, sonst wächst nichts richtig.

Regionale Feinheiten für Deutschland
In Hamburg oder an der Nordsee geht’s oft einen Tick später los als in Köln oder München. Schau auf lokale Wetterprognosen.
Gärtnereien in Deiner Nähe (Toom, Gärtnerei Müller etc.) bieten oft regionale Sorten — die sind robuster gegenüber unseren lokalen Frösten.
Das kleine Budget-Argument
Gärtnern im März spart Geld: Frühe Ernten reduzieren Supermarktkäufe. Ein paar Steckzwiebeln für ein paar Euro? Rechnet sich schnell.
Und: Viele Kommunen haben Tauschbörsen für Pflanzen — frag im Kleingartenverein oder bei Nachbarn.
Letzte Checkliste vor dem Pflanzstart
- Ist der Boden frostfrei und krümelig?
- Hast Du Vlies, Flaschen oder Folie bereit?
- Sind Abstand, Pflanztiefe und Gießplan notiert?
- Hast Du örtliche Toleranzen für Frost bedacht (Nord vs. Süd)?
Wenn Du diese Schritte beherzigst, bist Du der Nachbar, der im Sommer die besten Bohnen erntet. Es ist weniger Glück als Planung — und ein bisschen Mut, den März zu nutzen.
Also: Was pflanzt Du diesen März zuerst? Schreib Deine Sorte oder Deinen Hack in die Kommentare — ich bin gespannt, was in Deinen Beeten passiert.









