Du düngst und bekommst trotzdem dünne Tomaten oder blasse Salatblätter? Ich habe das auch erlebt — bis ich Brennnesseljauche ausprobiert habe. In nur einer Saison änderte sich die Pflanzengesundheit radikal. Lies jetzt weiter, weil die nächste Vegetationsperiode vor der Tür steht und Du so bares Geld sowie Nerven sparst.
Warum normale Dünger oft nicht mehr reichen
Viele greifen zu mineralischen Dünger-Sprays aus dem Baumarkt (Bauhaus, Hornbach) oder dem Discounter und erwarten schnelle Ergebnisse. Kurzfristig gibt es einen Nährstoffschub — aber Pflanzen und Boden leiden auf lange Sicht.
- Mineralische Dünger liefern oft nur Stickstoff, Phosphor und Kalium — wenig Spurenelemente.
- Langfristig kann es zu Salzansammlungen kommen; Bodenleben verkümmert.
- Kosten: Eine Flasche Flüssigdünger kostet leicht 5–15 €; Brennnesseln kosten oft fast nichts.
Was Brennnesseljauche wirklich macht
In meiner Praxis fiel mir auf: Brennnesseljauche wirkt wie ein Booster für Blattfarbe, Wurzelwachstum und Resistenz gegen Krankheiten.
- Reich an Stickstoff, Kalium und Spurenelementen.
- Fördert Mikroorganismen im Boden — die natürliche Nährstofffreisetzung steigt.
- Verbessert die Nährstoffaufnahme ohne die „Salzbelastung“ von künstlichen Düngern.
Wie das in Deinem Garten funktioniert (Metapher)
Stell es Dir so vor: Mineralischer Dünger ist wie starker Kaffee — schnell wach, aber kurzlebig. Brennnesseljauche ist der Smoothie mit Vitaminen und Probiotika, den Deine Pflanzen über Wochen nahrhafter hält.

Der praktische Teil: So stellst Du Brennnesseljauche her
Ich braue meine Jauche nach einer einfachen Methode, die zuverlässig funktioniert. Probiere es aus — es stinkt zwar, aber das Ergebnis entschädigt.
- Sammeln: Ca. 1 kg frische Brennnesseln (mit Handschuhen) — am besten aus dem eigenen Garten oder einer unbelasteten Fläche; Straßenränder meiden wegen Abgasen.
- Ansatz: 1 kg Brennnesseln in 10 Liter Wasser geben (Eimer oder Tonne).
- Gären: 7–14 Tage stehen lassen, täglich umrühren. Abdecken, aber nicht luftdicht.
- Abseihen: Flüssigkeit durch ein Sieb oder alte Stofftasche gießen.
- Verdünnen: Für Bodenanwendungen 1:10, für Blattdüngung 1:20 (Vorsicht bei Jungpflanzen).
Tipp: Verwende die Jauche frisch; sie hält ein paar Wochen kühl gelagert. Bei starkem Geruch Eimer etwas weiter weg vom Sitzplatz aufstellen — in Deutschland ist das in vielen Kleingartenkolonien Standard.
Wann und wie oft anwenden
In meiner Praxis hat sich folgender Rhythmus bewährt:
- Während der Wachstumsphase: alle 10–14 Tage düngen.
- Tomaten, Zucchini, Kohl: regelmäßige Gaben fördern Blatt- und Fruchtwachstum.
- Bei Stecklingen oder empfindlichen Jungpflanzen nur sehr schwach (1:20) verwenden.
Mythen und Vorsichtsmaßnahmen
Übrigens: Brennnesseljauche ist kein Allheilmittel.

- Sie ersetzt nicht vollständig organischen Kompost für Bodenstruktur.
- Nicht in geschlossenen Innenräumen brauen — Geruch und Gärung.
- Bei Sammeln auf öffentlichen Flächen auf Verschmutzung achten; Hundeplätze meiden.
Konkreter Vergleich: Jauche vs. gekauftes Produkt
Aus eigener Erfahrung:
- Wirkung: Jauche verbessert Vitalität und Blattfarbe schneller und nachhaltiger.
- Kosten: Praktisch null Euro (außer Zeit). Gekaufte Dünger 5–15 €/Flasche.
- Ökologie: Jauche ist plastikfrei und regional; Industrieprodukte kommen oft in Plastik und mit Produktionsfußabdruck.
Ein kleiner Lifehack, den kaum jemand nennt
Wenn Du am Vortag einen Liter Jauche stark (1:5) verdünnst und als Gießwasser benutzt, merken die Pflanzen oft schon nach ein bis zwei Anwendungen einen sichtbaren Unterschied. Ich mache das bei Tomaten, wenn die Fruchtbildung beginnt — macht die Früchte süßer und fester.
Und jetzt zum spannendsten Teil: Was Du sofort tun kannst
Starte heute: geh mit Handschuhen in den Garten, sammel Brennnesseln, setz einen Eimer an — und beobachte in zwei Wochen den Unterschied.
Zum Schluss: Probier es aus und berichte — welche Pflanzen verbessern sich bei Dir zuerst? Würdest Du Brennnesseljauche regelmäßig verwenden?









