Sie haben nach dem Kochen schnell die Pfanne mit heißem Öl ausgespült? Ich habe das bei Kunden oft gesehen — und dieselbe Überraschung erlebt: Was wie eine kleine Unachtsamkeit wirkt, kann binnen Monaten zu Rissen, Verstopfungen und horrenden Handwerkerrechnungen führen. Lies weiter, weil das Geld, das du jetzt sparst, später für eine neue Leitung nicht reicht.
Warum warmes Öl harmlos wirkt — und dann zur Bombe wird
Viele glauben, flüssiges Öl fließt einfach durch das Rohr. Das stimmt vorübergehend. In meiner Praxis habe ich gesehen, wie Fett an kühleren Rohrstellen wieder fest wird — wie Wachs im Glas.
- Heißes Öl läuft schnell, kühlt aber in Siphons und Rohrbögen ab.
- Beim Abkühlen verklumpt das Fett und bindet Haare, Essensreste und Seifenreste.
- In älteren Systemen (Gusseisen, poröse HT-Rohre) greift langfristig Fettablagerung die Oberfläche an.
Wie schnell passiert das?
Ich habe Fälle gesehen, wo ein Haushalt innerhalb von 3–6 Monaten eine deutliche Einschränkung des Abflusses hatte. Bei regelmässigem Einleiten von Frittieröl oder größeren Mengen Bratfett beschleunigt sich das.
Dieses Öl ist besonders gefährlich
Raffiniertes Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumen- oder Rapsöl), Bratöl und besonders altes Frittieröl sind die Übeltäter. Warum? Sie kühlen und polymerisieren — das heißt, sie werden klebrig und hart wie Harz.
- Raps- und Sonnenblumenöl: günstig, beliebt in deutschen Küchen, aber sehr klebrig nach dem Abkühlen.
- Frittieröl aus der Fritteuse: enthält Partikel, wird schneller fest.
- Margarine/Palmin-Reste: schon fest und sammeln sich sofort.
Warnung: Chemische «Rohrfrei»-Keulen sind oft die schnelle Lösung, beschädigen aber Dichtungen und ältere Rohre — und lösen das Grundproblem nicht.

Praktische Life-Hacks: So vermeidest du eine Rohr-OP
Ich habe einfache, funktionierende Routinen, die ich meinen Nachbarn und Lesern empfehle — keine teuren Spezialgeräte, nur Alltagsschritte.
Schritt-für-Schritt: Öl richtig entsorgen
- Warten: Lass das Öl etwas abkühlen, aber nicht ganz fest werden.
- Abfüllen: Gieß das Öl in ein altes Einmachglas oder eine leere Milchpackung. Ein Trichter hilft.
- Verschließen: Deckel drauf, gut verschließen.
- Entsorgen: Kleine Mengen in den Restmüll (Restmülltonne) werfen oder sammeln und zum Wertstoffhof bringen. Viele Gemeinden in Deutschland akzeptieren gesammeltes Speiseöl zur Verwertung.
- Bei größeren Mengen: Manche Biogasanlagen oder Recyclinghöfe in Städten wie Berlin, Hamburg, München nehmen Altöl an — vorher online informieren oder beim örtlichen Entsorger nachfragen.
Sofortmaßnahme bei leichtem Fettfilm im Abfluss
- Gib kochendes Wasser in den Abfluss (Vorsicht bei Kunststoffrohren: nicht zu lange direkt kochen lassen).
- Streue eine Handvoll Backpulver (kein Waschmittel) in den Abfluss.
- Gieße langsam Essigessenz oder Tafelessig nach (schäumt). 10–15 Minuten einwirken lassen.
- Mit heißem Wasser nachspülen. Das löst Fettfilme, ersetzt aber nicht die richtige Entsorgung.
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Nicht: Regelmäßig Öl in den Abfluss kippen und hoffen, dass es «weggespült» wird.
- Nicht: Aggressive chemische Rohrreiniger als Dauerlösung verwenden — sie greifen Dichtungen an.
- Nicht: Fett in die Biotonne gießen — das stört die Kompostierung.
Warum das in Deutschland besonders wichtig ist
Unsere Rohrsysteme in Altbauten sind oft älter; viele Häuser haben enge, verwinkelte Leitungen, die schneller verstopfen. Zudem sind Handwerkerpreise in Deutschland hoch — ein einfacher Rohr-Notdienst kann schnell 150–300 € kosten, Material und Sanierung kommen dazu.
Und ja: Bei Frost im Winter wird das Problem schlimmer. Fett, das sich in Rohren sammelt, wird spröde und bricht eher — das kann zu Leckagen in frostgefährdeten Kellern führen.

Der schnelle Alltagstrick für faule Tage
Kein Zeit? Mach das hier zur Gewohnheit:
- Nach dem Braten: Kurz mit Küchenpapier auswischen — so entfernst du 80% des Fetts.
- Restfett in ein Glas kippen, ins Gefrierfach stellen — das Öl wird fest und lässt sich leichter entsorgen.
- Sammelglas markieren und bei halbvollem Glas zum Wertstoffhof oder in den Restmüll geben.
Und wenn es schon zu spät ist?
Wenn du laute Geräusche, üble Gerüche oder langsam ablaufendes Wasser bemerkst, ruf lieber früher als später einen Profi. In meiner Erfahrung kosten präventive Mini-Reparaturen deutlich weniger als eine Leitungssanierung.
By the way: Manche Hausverwaltungen in Deutschland bieten jährliche Rohrinspektionen per Kamera an — das kann teure Überraschungen verhindern.
Merke: Ein Glas Altöl im Restmüll kostet fast nichts — eine neue Abwasserleitung kostet dich mehrere tausend Euro.
Was ist dein Trick, um Fett zu entsorgen? Hast du schon mal eine verstopfte Leitung erlebt — und wie hast du sie gelöst? Teile deine Erfahrung unten.









