Ein winziger Kratzer im Glas — und plötzlich sieht dein Lieblingsvasen, Fenster oder die Brille aus wie zehn Jahre alt. Viele greifen zu Hausmitteln: Öl und Salz klingen nach einfacher Lösung. Lies das jetzt, bevor du weiter reibst oder deine Scheibe ruiniert.
Warum Leute überhaupt Öl und Salz probieren
Ich habe das selbst oft gesehen: im Haushalt, auf Flohmärkten, beim Reparatur-Chat mit Freunden. Die Logik ist simpel und verlockend.
- Salz wirkt wie ein feines Schleifmittel.
- Öl füllt feine Rillen optisch auf und macht Kratzer weniger sichtbar.
- In Deutschland stehen Öl (Olivenöl, Speiseöl) und Salz in jeder Küche — günstiger geht’s nicht.
Funktioniert es wirklich?
Kurzform: Es kommt darauf an — meist nur zeitweise und mit Risiko.
Ich habe Salz-Öl-Kombinationen an verschiedenen Glasoberflächen getestet: Trinkgläser, Vasen, ein normales Fenster und ein altes Bilderrahmenglas. Ergebnis: Bei sehr feinen, oberflächlichen Kratzern kann Öl den Eindruck mindern — es füllt die Rille und blendet das Licht weniger. Salz poliert, aber nur wenn du extrem vorsichtig bist.

- Für winzige Haarkratzer: kurzfristige Verbesserung möglich.
- Für tiefe Kratzer: keine Chance. Salz kann sogar tiefer schaben.
- Auf beschichteten Gläsern (z. B. Brillen mit Entspiegelung) ist die Methode tabu — du zerstörst die Beschichtung.
Was genau passiert?
Stell es dir so vor: Öl wirkt wie Make-up für Glas — es kaschiert Farbe und Schatten. Salz dagegen ist wie feiner Sandpapierstaub: gut dosiert kann es glätten, falsch angewendet macht es schlimmer.
Wann du besser die Finger davon lässt
- Autowindschutzscheiben: Glas ist oft laminiert oder hat Reparaturschichten — Profi herholen.
- Brillen mit Beschichtung: du ruinierst die Antireflex-Schicht.
- Tempered/ESG-Gläser: gefährlich, weil Material anders bricht.
- Antike oder wertvolle Objekte: lieber Restaurator fragen.
Ein praktischer Hack: temporär kaschieren (so mache ich es)
Wenn du schnell etwas kaschieren willst — z. B. für ein Foto, einen Flohmarktverkauf oder den spontanen Gastbesuch — probiere diese schonende Variante. Sie ist keine Reparatur, aber oft ausreichend.
- Du brauchst: ein weiches Mikrofasertuch, ein sehr kleines bisschen Olivenöl oder Babyöl, ein Wattestäbchen.
- Schritt 1: Glas mit lauwarmem Wasser und mildem Spülmittel reinigen. Trocken tupfen.
- Schritt 2: Ein winziger Tropfen Öl auf das Wattestäbchen — ganz sparsam.
- Schritt 3: Den Tropfen gezielt in den Kratzer tupfen, nicht reiben. Überschuss mit dem Tuch entfernen.
- Schritt 4: Warten, fotografieren, bei Bedarf nachlegen. Entfernen lässt sich das Öl mit Seife.
Wichtig: Das ist nur kosmetisch und temporär. Öl zieht Staub an und zieht aus, das Ergebnis ist nicht dauerhaft.

Bessere Alternativen, die wirklich helfen
Ich habe bessere Methoden ausprobiert, die echte Resultate liefern — ohne das Risiko, das Salz bringt.
- Zahnpasta (nicht-Gel): mildes Schleifmittel für sehr feine Kratzer. Mit weichem Tuch kreisend polieren, dann abwischen.
- Backpulver-Paste: 2 Teile Backpulver, 1 Teil Wasser — ähnlich wie Zahnpasta.
- Glaspolitur / Ceriumoxid: Profi-Ergebnis für tiefer sitzende Kratzer. In Baumärkten oder online (Amazon.de, eBay, Glasläden) erhältlich — ca. 10–25 €.
- Schutzfolie oder Tauschen: bei Handys/Brillen oft die beste Option.
So polierst du mit Ceriumoxid (Kurzanleitung)
- Reinigen: Glas säubern und trocknen.
- Mischung: Ceriumoxid mit Wasser zu einer cremigen Paste anrühren.
- Polieren: Kleine Menge auf Polierscheibe oder Baumwolltuch, mit mäßigem Druck kreisend arbeiten (5–10 Minuten).
- Kontrollieren: Zwischendurch abwischen und prüfen. Bei Unsicherheit lieber Profi.
Lokale Tipps für Deutschland
- Drogerie-Ketten wie dm oder Rossmann haben günstige Öle und Basics für den schnellen Test.
- Bau- und Heimwerkermärkte (OBI, Bauhaus) bieten Glaspolitur und feste Werkzeuge.
- Für Ersatzteile oder professionelle Reparatur: lokale Glasermeister oder Autoscheiben-Werkstätten in deiner Stadt — oft günstiger als gedacht.
By the way, wenn du im Winter kratzerhafte Fenster siehst: Kälte macht Glas spröder — handle lieber vorsichtig.
Letzte Gedanken
Ich habe gelernt: Öl und Salz sind kein Wundermittel, sondern eine riskante Kurzlösung. Für schnelle Fotos oder temporäres Kaschieren okay — für echte Reparatur nicht. Manchmal ist eine professionelle Politur oder ein Austausch die bessere, langfristig billigere Wahl.
Hast du schon mal Salz oder Öl ausprobiert — und hat es bei dir funktioniert oder alles schlimmer gemacht? Schreib deine Erfahrung unten, ich bin gespannt.









