Dein Abfluss läuft langsam? Wahrscheinlich hast du gerade das Gleiche getan, was ich früher auch gemacht habe: heißes Bratfett ins Spülbecken gekippt. Stoppe jetzt. Sofort. Warum? Weil aus einer kleinen Gewohnheit schnell eine teure, stinkende Katastrophe wird.
Ich habe mit Klempnern in Berlin und München gesprochen, Siphons selbst ausgebaut und beobachtet, wie sich Fett über Jahre wie Beton in Rohren legt. Lies weiter — es kostet zwar ein paar Minuten, aber kann dir Hunderte Euro und viel Ärger sparen.
Warum dein Öl nicht in den Abfluss gehört
Fett, Öl und Bratreste verhalten sich anders als Wasser. Sobald sie abkühlen, werden sie zäh und hart — wie Kalk, nur klebriger. In meiner Erfahrung ist das der Grund, warum Verstopfungen oft ganz unten und heimlich entstehen.
Was wirklich passiert
- Heißes Öl fließt, kühlt ab und setzt sich an Rohrwänden fest.
- Mit der Zeit sammeln sich Haare, Seife und Essensreste — das Fett wirkt wie Klebstoff.
- Die Durchmesser werden kleiner, Wasser staut sich, Geruch entsteht.
- Tiefere Rohre verstopfen komplett: Das bedeutet teuren Einsatz für Rohrreinigung oder Austausch.
Ein Liter Öl kann in einem Haushalt jahrelang Schäden anrichten — nicht sofort sichtbar, aber unaufhaltsam.

6 reale Folgen, die dich überraschen werden
- Langsame Abflüsse in Küche und Bad — erst ein Tropfen, später ein See.
- Unangenehme Gerüche aus dem Siphon, besonders im Winter.
- Rissbildung und Korrosion in älteren Metallrohren durch warmes Fett und Seifenreste.
- Hohe Sanierungskosten: Klempner-Einsatz, Kamerabefahrung, Rohrersatz.
- Versicherungsärger: Manche Schäden durch unsachgemäße Entsorgung werden nicht übernommen.
- Umweltbelastung: Fett landet in Kläranlagen, verstopft Pumpwerke und steigert Gebühren.
So vermeidest du die Katastrophe — einfache Regeln
Viele übersehen diese Basics, weil es schnell gehen muss nach dem Kochen. Ich habe sie getestet — funktionieren.
- Öl nach dem Abkühlen in ein dichtes Glas oder eine alte Flasche füllen und in den Restmüll werfen.
- Größere Mengen (z. B. Friteusen-Öl) in eine verschlossene Plastikkanne geben und bei Deinem Wertstoffhof abgeben.
- Frittierfett mithilfe eines Küchenpapiers abwischen, bevor du die Pfanne spülst.
- Keinen Mythos glauben: heißes Wasser + Spülmittel löst das Problem nicht dauerhaft.
Übrigens: In vielen deutschen Städten (z. B. Berlin, Hamburg) nehmen Wertstoffhöfe Altöl entgegen — oft kostenlos. Schau auf der Webseite deiner Stadt nach Öffnungszeiten und Annahmeregeln.
Praktischer Life-Hack: So entsorgst du Öl richtig (Schritt-für-Schritt)
- Warte, bis das Öl abgekühlt ist.
- Gieße es durch ein feines Sieb in eine ausgediente Plastikflasche oder ein Einmachglas.
- Verschließe die Flasche dicht und beschrifte sie als „Altöl“.
- Bring die Flasche zum nächsten Wertstoffhof oder gib sie beim Sondermüll ab.
- Kleinere Reste: Mit Küchenpapier aufsaugen und in die Restmülltonne.
Das ist simpel, kostet nichts extra und verhindert, dass du irgendwann eine feuchte Wand oder einen verstopften Bodenablauf hast.
Wenn es schon zu spät ist: Schnelle Notmaßnahmen
Ich weiß, Panik ist nah, wenn das Wasser nicht mehr abläuft. Bevor du teure Chemiekeulen kaufst, probiere das hier.

- Benutze einen Saugglocke (Pümpel) — oft reicht mechanischer Druck.
- Schraube den Siphon ab (mit Eimer darunter) und reinige ihn von Hand.
- Bei hartnäckigen Ablagerungen: Kamera-Kontrolle durch den Profi statt blindem Rohrreiniger-Gebrauch.
Viele Klempner in Deutschland empfehlen: Wenn du nach vier Versuchen keine Besserung siehst, ruf einen Fachmann. In Großstädten kostet ein kurzfristiger Einsatz oft zwischen 80–150 € plus Material — aber das ist meist günstiger als ein kompletter Rohrtausch.
Mythen, die du vergessen kannst
- Mythos: „Heißes Wasser löst Fett“ — kurzfristig ja, langfristig nein.
- Mythos: „Essig + Backpulver macht alles weg“ — kann helfen, aber nicht gegen hartes Fett in tiefen Rohren.
- Mythos: „Kleine Mengen sind harmlos“ — viele kleine Mengen über Jahre sind der gleiche Effekt wie ein großer Ausguss.
Vergleich: Fett im Rohr ist wie Karies im Zahn. Erst ist es unsichtbar, dann tut es weh — und je länger du wartest, desto größer die Bohrung.
Wenn du jetzt eine schnelle, saubere Küche willst: mache das Entsorgen zur Routine. Ein Glas im Schrank kostet nichts und spart dir Nerven.
Fazit: Gieße kein Öl in den Abfluss. Punkt. Es ist eine kleine Gewohnheit mit großen Folgen — für dich und die Stadtkanalisation.
Und du? Warst du schon einmal von einer Fettverstopfung betroffen oder hast du einen cleveren Trick, wie du Öl entsorgst? Schreib’s in die Kommentare — ich bin gespannt, welche Praktiken in deiner Stadt funktionieren.









