Du hast gerade Pommes frittiert und denkst: „Ist doch nur ein bisschen Öl“? Stopp. Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie genau dieses „kleine bisschen“ in wenigen Monaten ein Rohrmonster erzeugt. Lies das jetzt, bevor du die nächste Flasche Speiseöl in den Abfluss kippst — es kostet Zeit, Nerven und oft mehrere hundert Euro.
Warum Speiseöl im Abfluss schlimmer ist, als du denkst
Viele übersehen: Gebrauchte Pflanzenöle und Bratfett verhalten sich nicht wie Wasser. Sie kühlen ab, verfestigen sich und kleben an der Rohrwand.
In meiner Praxis habe ich Rohre geöffnet, die aussahen, als hätten sich Schichten von Fett über Jahre aufgebaut — ein regelrechter „Fettkuchen“. Gieß kein Speiseöl in den Abfluss.
Was passiert im Rohr — einfach erklärt
Stell dir vor, dein Rohr ist ein langer Kaffeefilter: Das Wasser passt durch, aber Fett bleibt hängen und fängt Krümel, Seifenreste und Haare ein.
Nach einigen Monaten schafft das Rohr nur noch ein kleines Flussbett für Abwasser — und dann kommt der Rückstau, der muffige Geruch oder der komplette Stopp.
7 harte Fakten, die Klempner immer wieder bestätigen
- Fett verfestigt sich bei niedrigen Temperaturen und setzt sich an Rohrwänden ab.
- Einmal angesammelt, ist Fett schwer zu entfernen — oft nur durch professionelle Rohrreinigung.
- Hausmittel wie kochendes Wasser helfen kurzfristig, beseitigen aber nicht den eigentlichen Belag.
- Rückstau kann nicht nur die Küche, sondern ganze Hausabschnitte betreffen.
- In vielen Kommunen steigen dadurch die Abwasserkosten und Notarzteinsätze bei Verstopfungen.
- Grosse Mengen Öl gehören nicht in den Restmüll: Wertstoffhöfe nehmen Altöl an.
- Motoröl ist umweltschädlich und gehört strikt zu Sonderabfall — noch gefährlicher als Speiseöl.

Was du stattdessen tun musst — praktische Schritte
Ich habe eine einfache Routine entwickelt, die in meiner Familie und auch bei Kund*innen in Deutschland gut funktioniert. Sie spart Geld und schützt die Leitung.
Schritt-für-Schritt: Öl sauber entsorgen
- Abkühlen lassen: Lass das heiße Öl vollständig abkühlen.
- Abfüllen: Gieß das Öl in eine verschließbare Flasche oder ein Einmachglas (alte Plastikflasche geht auch).
- Feste Variante: Grössere Mengen in den Kühlschrank oder Gefrierschrank stellen, damit das Fett fest wird.
- Entsorgen: Kleine Mengen können in getränkte Küchenrollen eingewickelt in den Restmüll; große Mengen zum kommunalen Wertstoffhof bringen.
- Wiederverwenden: Sauberes Frittieröl kannst du mehrmals verwenden oder bei geeigneten Sammelstellen abgeben.
In vielen deutschen Städten gibt es Sammelstellen beim Wertstoffhof oder spezielle Annahmeaktionen — frag bei deiner Gemeinde nach oder such online nach „Altöl-Annahme Wertstoffhof“.
Schnelle Notfall-Hacks — wenn der Abfluss schon müffelt
Wenn es schon anfängt zu stinken oder das Wasser langsam abläuft, probiere zuerst diese schonenden Methoden.
- Warm + Spülmittel: Gib eine gute Portion Spülmittel in den Abfluss und spüle mit heißem — aber nicht kochendem — Wasser nach. Das löst frisches Fett.
- Natron & Essig? Das prickelt, löst aber kein verfestigtes Fett. Nutze es nur als kurzfristigen Geruchskiller.
- Mechanisch: Mit einer Rohr- oder Saugglocke (Pömpel) arbeiten — oft bringt das genug Bewegung.
- Bei hartnäckigen Fällen: Rufe einen Klempner. Chemische Rohrreiniger können PVC und Dichtungen angreifen.
Was die Entsorgung in Deutschland wirklich kostet
Das ist der Moment, in dem die meisten schlucken: Kleine Nachlässigkeiten = grosse Rechnung. Ich sehe oft Reparaturkosten im Bereich von ein paar hundert Euro, bei schwerer Kanalreinigung deutlich mehr.
Und noch etwas: In manchen Gemeinden gibt es Bußgelder für unsachgemäße Entsorgung von Altöl. Also: nicht nur Ärger zu Hause, sondern auch Ärger mit der Kommune.

Ein Alltagstipp, den kaum jemand kennt
Wenn du öfter frittierst, sammel das gebrauchte Öl in einer großen Flasche. Kleine Haushaltsmengen (ein paar Esslöffel) kannst du mit Kaffeesatz oder Zeitungspapier binden — das macht die Entsorgung im Restmüll einfacher.
Ich habe das getestet: Eine saubere PET-Flasche, einmal pro Monat zum Wertstoffhof gebracht, spart mir Klempnerbesuche und den Geruch im Haus.
Und was ist mit Motoröl?
Motor- oder Getriebeöl darf auf keinen Fall in den Abfluss. Es ist giftig und gehört zu den Sonderabfällen — also direkt zur Annahmestelle beim Recyclinghof oder zur Werkstatt.
Das ist kein „ökologischer Tipp“, das ist Gesetz und Vernunft.
Fazit: Kippen ist die einfachste, aber teuerste Lösung. Mit wenig Aufwand kannst du das Problem vermeiden — und dein Rohr wird es dir danken.
Welche Methode nutzt du, um gebrauchtes Öl zu entsorgen? Hast du eine Sammelstelle in deiner Stadt gefunden, die super funktioniert? Schreib es in die Kommentare — vielleicht rettest du damit jemandem den nächsten Klempnerbesuch.









