Hast Du auch schon einmal Fett nach dem Braten in den Abfluss gekippt, weil es so praktisch war? Viele denken, ein bisschen Öl macht nichts — bis die Rohre plötzlich verstopfen oder der Abfluss stinkt. Lies das jetzt, bevor Du wieder den Pfannenrest in den Ausguss kippst: Das kann teuer werden und ist in Deutschland weder clever noch hygienisch.
Was genau passiert, wenn Öl in die Rohre gelangt
Ich habe das selbst beobachtet: Fett verwandelt sich im Rohr fast wie Kaugummi. Warm flüssig beim Abgießen, kühlt es ab und haftet an den Rohrwänden.
Das ist kein kleiner Ärger — es ist ein Prozess, der Jahre braucht, aber irgendwann sind die Rohre fast verstopft wie eine Arterie:
- Fette verbinden sich mit Seifenresten zu klebrigen, festen Ablagerungen.
- In kalten Regionen Deutschlands (vor allem bei Wintertemperaturen) verfestigt sich das schneller.
- Mit der Zeit bilden sich große Fettklumpen — sogenannte Fatbergs — die kaum noch durch Wasser gelöst werden.
Eine Metapher, die hilft: Stell Dir einen Kaffeefilter vor
Rohre funktionieren wie ein laufender Kaffeefilter. Wenn Du permanent Öl dazu gibst, bleibt irgendwann nichts mehr durch — und das Wasser staut sich.
Warum herkömmliche Mittel oft versagen (und manchmal schaden)
In meiner Praxis sehe ich zwei häufige Fehler: Leute verwenden aggressive Rohrreiniger oder sie denken, heißes Wasser reicht.
- Heißes Wasser spült kurzfristig, aber wenn das Fett fest ist, reicht es nicht.
- Starke chemische Reiniger (NaOH/Lauge) erzeugen Hitze und eine Verseifungsreaktion — das kann Rohre, Dichtungen und sogar Fugen beschädigen.
- Viele übersehen, dass ältere Kunststoffrohre durch Wärme und aggressive Chemie porös werden.
Wichtig: Manche vermeintliche „Sofortlösungen“ machen das Problem langfristig nur schlimmer.

Praktische Schritt-für-Schritt-Hilfe: So verhinderst Du Rohrschäden
Hier ist eine Methode, die ich bei privaten Haushalten oft empfehle — günstig, lokal und sicher für deutsche Wohnungen.
- Nach dem Kochen: Öl in ein hitzebeständiges Gefäß (leere PET-Flasche oder Glas) abkühlen lassen.
- Feste Reste mit Küchenpapier oder Kaffeesatz auffangen — Kaffeesatz ist in Deutschland kostenlos in vielen Cafés oder zu Hause vorhanden und saugt Fett.
- Gefäß verschließen und im Restmüll entsorgen oder zu einer Sammelstelle (Wertstoffhof) bringen — viele Städte in Deutschland nehmen gebrauchtes Speiseöl an.
- Bei größeren Mengen: In manchen Baumärkten und Recyclinghöfen gibt es Sammelstellen oder Rücknahmeaktionen.
Und noch ein kleiner Trick, den ich oft empfehle: Gib nach dem Braten einen Löffel Salz in die Pfanne, dann den Kaffeesatz — das bindet Reste und lässt sich leichter entsorgen.
So entfernst Du erste Ablagerungen ohne Rohrreiniger
Wenn der Abfluss schon langsamer läuft, probiere diese Schritte, bevor Du zum Chemiekasten greifst:
- Stöpsel entfernen, sauber machen: Manchmal sitzt das Fett direkt im Siphon.
- Pümpel (Saugglocke) 10–20 Mal kräftig nutzen.
- Wenn möglich: Siphon abschrauben (Achtung: Eimer drunterstellen) und mechanisch reinigen.
- Bei hartnäckigen Fällen eine Rohrspirale (Spirale) aus dem Baumarkt für ~10–30 € verwenden oder den Klempner rufen.
Wenn es schon passiert ist: Zögere nicht zu rufen. Ein Klempner kann mit einer Kamera prüfen — das spart langfristig Geld.
Was Du in Deutschland beachten solltest
Ein paar lokale Hinweise, die viele übersehen:

- Wertstoffhöfe nehmen oft Altöl und Speiseöl an — informiere Dich bei Deinem Kreis oder der Stadtverwaltung.
- Biotonne ist keine gute Idee: Öl kann die Kompostierung stören.
- Supermärkte wie REWE oder Edeka bieten keine generelle Öl-Rücknahme an, aber manche kommunalen Sammelstellen kooperieren mit lokalen Märkten.
- Für Kosten: Ein Rohrwechsel durch Verstopfung kann mehrere hundert Euro kosten — manchmal >500 € bei Altanlagen.
Mythen, die Du sofort vergessen kannst
Viele Tipps aus dem Internet sind gefährlich oder nutzlos. Ich habe sie ausprobiert, damit Du es nicht musst.
- Vorheißerhitzen des Abflusses: Kurzfristig okay, aber langfristig schädlich für Dichtungen.
- Essig+Backpulver ist ein netter Mythos, aber gegen verfestigtes Fett hilft es selten.
- Rohrfrei alle paar Wochen „vorbeugend“ zu gießen: Das greift Rohre an und ist teuer.
Wann Du den Profi brauchst — und wie Du ihn findest
Rufe an, wenn Wasser stehen bleibt, unangenehm riecht oder mehrere Abflüsse betroffen sind. In der Regel hilft ein Klempner mit Inspektionskamera schnell.
- Suche nach lokalen Betrieben: „Klempner“ oder „Sanitär Notdienst“ + Deine Stadt (z. B. „Klempner Berlin“).
- Frage nach Preiseinschätzung vorab und ob eine Kamerafahrt dabei ist.
- Viele Betriebe in Deutschland bieten Festpreise für Siphon-Reinigung an; vergleiche kurz online.
By the way: Einmal jährlich kurz checken spart am meisten Geld — das ist günstiger als eine große Sanierung.
Zum Schluss
Ich habe viele verstopfte Rohre gesehen, die alle mit einer simplen Entscheidung begannen: Öl in den Ausguss. Ein paar Minuten richtige Entsorgung sparen Dir später hunderte Euro und Nerven.
Was war Dein schlimmster Abfluss-Fail — und wie hast Du ihn gelöst? Teile Deine Erfahrung in den Kommentaren.









