Dein Abfluss riecht nach Frittiertem, das Wasser läuft nur noch tröpfchenweise — und dann kommt die Rechnung vom Klempner. Ich habe in der Praxis gesehen, wie scheinbar harmlose Reste von der Küchenplatte ein ganzes Rohrnetz lahmlegen.
Warum Du das jetzt lesen musst: Gerade in der kalten Jahreszeit verfestigen sich Fette schneller – und die städtische Kanalisation in Deutschland freut sich nicht über freie Fettlieferanten.
Wenn Du das eine vermeidest, sparst Du Dir später hunderte bis tausende Euro und einen stressigen Sanitärnotfall.
Warum dieses alte Problem plötzlich wieder explodiert
Vor ein paar Jahren dachte ich: Ein bisschen Öl ins Spülbecken ist doch kein Drama. Dann sah ich einen 30 Jahre alten Hausanschluss, der aussah wie verstopfte Teerstraße.
Fette verklumpen, polymerisieren und haften an Rohrwänden — so wie Karamell, das in einer Flasche trocknet. In Städten wie Berlin oder Hamburg bilden solche Ablagerungen echte Fettberge im Kanalnetz.
Und noch ein Punkt: In vielen deutschen Haushalten wird Öl mehrfach erhitzt oder wiederverwendet — das macht das Problem nur schlimmer.

Wie Fettablagerungen entstehen (kurz)
- Warm genug zum Fließen, kalt genug zum Erstarren — in Rohren passiert genau das.
- Rückstände sammeln sich an Siphons, dann an Rohrübergängen, bis der Durchfluss eng wird.
- Bakterien und Essensreste kleben an den Fetten, Gerüche und Korrosion folgen.
Diese 6 Öle sind heimtückisch — und so zerstören sie Rohre
- Tierische Fette (Schmalz, Butterschmalz): Bei Zimmertemperatur fest, kleben sie wie Klebstoff an Rohren.
- Kokosöl: Wird bei kühleren Temperaturen hart und kann Rohrquerschnitte schnell verengen.
- Palmöl: Sehr stabil und zäh — steigt besonders schnell zu Ablagerungen an.
- Wiederverwendetes Bratöl: Polymerisiert beim Erhitzen, bildet langlebige, lackartige Rückstände.
- Frittierfette (gemischte Öle): Kombinieren Problemstoffe und hinterlassen Reste, die sich kaum abwaschen lassen.
- Schwere Speiseöle mit vielen Reststoffen (z. B. Sesam nach Braten): Partikel sorgen für zusätzliche Verdickung.
Kurz gesagt: kein Öl gehört in das Spülbecken. Nicht mal ein Schuss.
Tipps vom Klempner: Was Du sofort anders machen solltest
- Wische Pfannen mit Küchenpapier aus, bevor Du sie auswäschst.
- Sammle gebrauchtes Öl in einem Behälter (Marmeladenglas oder leere Ölflasche).
- Gib Fettreste nicht in die Bio- oder Glas-Tonne — erkundige Dich beim Wertstoffhof.
- Wenn der Abfluss minimal langsam wird: erst mechanisch mit Saugglocke oder Spirale arbeiten.
- Vermeide aggressive chemische Rohrreiniger — sie schaden Dichtungen und können PVC angreifen.
Praktische Fakten zur Entsorgung in Deutschland
- Viele Wertstoffhöfe (Wertstoffhof) nehmen gebrauchtes Speiseöl an — in deiner Stadt (z. B. München, Köln) meist kostenlos.
- Einige Kommunen bieten Sammelstellen oder mobile Sammlungen an; informiere dich bei der Stadtverwaltung oder auf der Website.
- Alternativ: Öl im Gefrierfach fest werden lassen und dann im Restmüll entsorgen (falls lokal erlaubt).
Praktischer Life-Hack: Öl richtig sammeln und loswerden — Schritt für Schritt
- Schritt 1: Nach dem Braten das Öl etwas abkühlen lassen (nicht heiß in Plastik kippen).
- Schritt 2: In ein sauberes Glas oder eine leere Ölflasche gießen. Papierfilter oder ein Kaffeefilter fängt grobe Reste.
- Schritt 3: Glas verschließen, ins Altglas bringen oder einfrieren, bis das Fett fest ist (wenn kein Sammelpunkt vorhanden ist).
- Schritt 4: Bringe das gesammelte Öl zum Wertstoffhof oder informiere dich über kommunale Sammelstellen.
- Extra-Hack: Für kleine Mengen Küchenpapier mit Öl in den Restmüll geben — das verhindert, dass Flüssigkeit austritt.
Sofortmaßnahmen bei einer akuten Fettverstopfung
Ich habe oft gesehen, wie Menschen panisch zu Chemiekeulen greifen — bitte nicht sofort.
- Erst versuchen: heißes, aber nicht kochendes Wasser + Spülmittel kräftig durchspülen (Spülmittel löst Fett).
- Dann: Saugglocke (Plunger) mehrere Male kräftig benutzen.
- Wenn das nichts bringt: Rohrspirale (Handschlange) oder professionelle Reinigung. Das spart oft das Aufstemmen von Wänden.
- Bei hartnäckigen, älteren Ablagerungen: Klempner rufen — besser jetzt 100–200 € als später mehrere hundert bis tausend für Rohrtausch.
Was Du in Deutschland praktisch tun kannst
Bei REWE, Edeka oder im Baumarkt bekommst Du günstige Ölbehälter; im lokalen Wertstoffhof liegt oft ein Informationsblatt, wie Öl gesammelt wird.

Übrigens: Manche Gemeinden organisieren Altöl-Sammelaktionen — ein kurzer Anruf beim Bürgerbüro lohnt sich.
Meine Erlebnisse — kurz und ehrlich
Ich sah einmal in Berlin ein Mietshaus, in dem Mieter jahrelang Speisereste in die Spüle gossen. Die Kanalisation musste teilweise erneuert werden. Das war vermeidbar — mit einem Einmachglas und fünf Minuten Routine pro Woche.
Du brauchst keine Spezialausrüstung — nur Gewohnheit.
Zum Schluss: Wenn Du eine Mietwohnung hast, spreche mit der Hausverwaltung über regelmäßige Kanalinspektionen; viele Schäden lassen sich präventiv vermeiden.
Fazit: Gieß kein Öl in die Spüle und sammle Reste systematisch. So schützt Du Deine Rohre — und Deinen Geldbeutel.
Wie gehst Du mit Bratöl um? Sammelst Du es, bringst Du es weg oder landete es früher auch mal im Abfluss? Schreib’s in die Kommentare — ich bin gespannt auf Eure Tricks.









