Dein Abfluss ruckelt, riecht muffig oder ist schon halb verstopft? Ich habe das in meiner Praxis oft gesehen: Was Du sorglos in die Spüle kippst, wird später zum Rohr-Albtraum.
Jetzt handeln, bevor aus einem Tropfen Öl eine teure Rohrreparatur wird. Dieser Text zeigt Dir genau, welche Öle gefährlich sind und wie Du sie richtig entsorgst.
Warum Öle im Abfluss so heimtückisch sind
Fett und Öl verhalten sich nicht wie Wasser. Viele Öle erscheinen flüssig, aber sie kleben an Rohrwänden, binden Essensreste und verfestigen sich – besonders wenn es kälter wird.
Das Ergebnis: kleine Ablagerungen wachsen zu richtigen «Fettbergen» heran. Das ist nicht nur eklig, das ist teuer und aufwändig zu reparieren.
Was ich persönlich beobachtet habe
In meiner Arbeit sehe ich immer wieder dasselbe Muster: Erst ein Tropfen, dann ein Lappen, dann ein Rohr, das Ersatzteile braucht. Kleiner Aufwand heute, große Rechnung morgen.
Die 7 Öle, die Du nie in den Abfluss kippen darfst
- Olivenöl – beliebt in der Küche, aber klebrig im Rohr.
- Sonnenblumen- und Rapsöl – pflanzlich, aber Alltagsschurken für Rohre.
- Kokosöl – bei Raumtemperatur fest; es verklumpt wie Wachs.
- Palmen- und Palmölprodukte – sehr zäh und schwer löslich.
- Frittiertes Bratöl (gebraucht) – enthält Partikel, die verklumpen.
- Tierische Fette: Schweineschmalz, Bratfett, Butterschmalz – sie härten aus.
- Nuss- und Walnussöl – teuer, aber genauso problematisch im Abfluss.

Warum es nicht hilft, einfach mit heißem Wasser nachzuspülen
Viele denken: heißes Wasser schmilzt das Fett weg. Ich habe es ausprobiert – das hilft nur kurzfristig. Das Fett löst sich, läuft weiter und setzt sich tiefer in den Rohren wieder fest.
Stell Dir vor: Du spülst eine Tüte Teig in eine Rinne, und der Teig formt irgendwann einen Knoten – so läuft das in Rohren.
Praktische Entsorgung: So machst Du es richtig (Schritt-für-Schritt)
Für kleine Mengen (einmal Braten):
- Warte, bis das Fett etwas abgekühlt ist, aber nicht vollständig erstarrt.
- Wische mit Küchenpapier/Serviette aus – das Papier gehört in den Restmüll.
- Kurz nachwischen mit heißem Wasser und Spüli, aber nicht in großen Mengen kippen.
Für größere Mengen (Fritteuse, Ölwechsel beim Braten):
- Abkühlen lassen, in ein dichtes Gefäß (alte Glasflasche oder Schraubglas) füllen.
- Verschließen und zur Annahmestelle bringen: Viele Wertstoffhöfe in deutschen Städten nehmen Speiseöl an.
- In einigen Regionen gibt es spezielle Rücknahmeaktionen oder Biogasanlagen, die das Öl verwerten.
Ein praktischer Life-Hack, den ich selbst benutze
Wenn schnell gehen muss: Gieße warmes Öl auf mehrere Lagen Küchenpapier, falte das Papier, packe es in eine alte Tetra-Pak-Milchverpackung, verschließe sie und wirf sie in den Restmüll. Sauber, sicher, wird in den meisten Kommunen akzeptiert.
Wenn das Rohr schon teilverstopft ist – sanfte Sofortmaßnahmen
Bevor Du die chemische Keule einsetzt (die Rohre angreifen kann), probiere Folgendes:
- Gieße 2–3 Esslöffel Geschirrspülmittel in den Abfluss.
- Erhitze Wasser (nicht unbedingt sprudelnd kochend) und gieße es in mehreren Portionen nach.
- Bei hartnäckigen Fällen: eine halbe Tasse Backpulver in den Abfluss, dann langsam eine halbe Tasse weißen Essig dazugeben (es zischt). Nach 10–15 Minuten mit heißem Wasser nachspülen.
But there’s a nuance: Wenn der Geruch stark ist oder das Wasser nicht abläuft, ruf lieber den Klempner — jeder falsche Heimversuch kann’s schlimmer machen.

Regionale Hinweise für Deutschland
In vielen deutschen Städten gibt es Wertstoffhöfe (manchmal „Bauhof“ genannt), die Speiseöle annehmen. Supermärkte wie REWE oder Edeka verkaufen oft wiederverwendbare Glasflaschen – nützlich, wenn Du Öl sammelst.
Im Winter ist Vorsicht geboten: Bei niedrigen Temperaturen verfestigen manche Öle schneller, und das Problem zeigt sich erst im Frühling – genau dann, wenn Du es am wenigsten brauchst.
Wann Du auf Profis setzen solltest
Ruf einen Klempner, wenn:
- der Abfluss stark verstopft ist und Wasser nicht mehr abläuft;
- auffällige Gerüche aus dem Rohr kommen;
- selbst nach Hausmitteln keine Besserung eintritt.
Ich habe Klempner gesehen, die an einem einzigen Haus mehrere Stunden mit einer Mischung aus mechanischen Mitteln und Spezialreinigern arbeiten mussten — vermeid das durch einfache Vorsorge.
Fazit: Öl in der Spüle ist ein stiller Saboteur. Sammle und entsorge es bewusst, und Du sparst Dir später Ärger, Geruch und Geld.
Und Du? Wie entsorgst Du altes Bratfett zuhause – hast Du einen Trick aus Omas Zeiten oder eine clevere Methode? Teile es unten, vielleicht rettest Du jemandem die Rohre.









