Du willst nur schnell die Pfanne auswaschen — und zwei Wochen später steht das Wasser im Spülbecken. Ich bemerkte dieses Muster immer wieder bei Hausbesuchen: Feiertagsreste, Grillpartys oder ein Montagmorgen mit zu viel Bratfett enden oft in einem teuren Rohr-Desaster.
Jetzt sofort handeln lohnt sich: Ein verstopftes Abflussrohr kann Wochenendpläne ruinieren und Klempnerrechnungen in die Höhe treiben. Lies weiter, damit Du genau weißt, welche Fette gefährlich sind — und wie Du sie wirklich loswirst.
Warum Fett gefährlicher ist, als Du denkst
Fett verhärtet sich in kühleren Rohren wie Kerzenwachs und klebt dabei alles andere an: Essensreste, Kaffeereste, Haare. Das Ergebnis: ein langsam wachsender Klotz, der das Rohr zusetzt.
In meiner Praxis habe ich gesehen, wie winzige Tropfen Öl, die beim Spülen weggespült wurden, im Laufe der Monate ein komplettes Fallrohr blockierten. Viele übersehen, dass warmes Fett zunächst flüssig scheint — und genau deshalb ins Rohr gegossen wird.

Diese Fette gehören absolut nicht ins Abflussrohr
- Bratfett und ausgelassenes Speckfett (Schmalz) — verklumpt beim Abkühlen extrem schnell.
- Frittieröl und tiefes Pflanzenöl — bleibt klebrig und bildet mit anderen Partikeln eine feste Masse.
- Butter und Margarine — sie schmieren die Rohrwände wie Klebstoff.
- Schwer verarbeitete Saucen und Mayonnaise — hoher Fettanteil plus Stabilisatoren, die verklumpen.
- Tierische Fette (Rind-, Schweineschmalz) — besonders aggressiv beim Verstopfen von Steigleitungen.
- Käse- und Sahnereste — nicht nur Fett, sondern auch proteinreich; beides führt zu hartnäckigen Ablagerungen.
- Fette Reste nach dem Grillen (Marinaden mit Öl) — sie sammeln sich an Rohrbögen.
Kurzer Exkurs zu pflanzlichen Ölen
Auch wenn Oliven- oder Rapsöl flüssig bleiben: Sie verbinden sich mit bereits vorhandenen Ablagerungen und machen das Gemisch zäher. Nicht in die Biotonne! Öl gehört nicht in die Biotonne und nicht in den Ausguss.
Was Du stattdessen sofort tun solltest — einfache Schritte
Hier ist eine Methode, die ich immer empfehle: die „Fett-Glas“-Methode. Funktioniert bei Bratfett, Restöl und Mayonnaise.
- Abkühlen lassen: Lass das Öl oder Fett in der Pfanne erst Raumtemperatur erreichen.
- Absammeln: Mit Küchenpapier grob abwischen und in den Restmüll werfen.
- Einfüllen: Flüssiges, aber abgekühltes Fett in ein altes Schraubglas oder eine leere Konservendose gießen.
- Einfrieren/erstarren lassen: Glas verschließen, ins Gefrierfach oder draußen bei kalten Temperaturen stellen — so lässt sich das Fett sauber herausschaben.
- Entsorgen: Abgekühltes, festes Fett ins Restmüll geben oder zum örtlichen Wertstoffhof bringen (in vielen Gemeinden werden größere Mengen Altfett separat gesammelt).
Übrigens: Für kleine Mengen reicht oft Küchenpapier. Wisch die Pfanne trocken, bevor Du spülst — das spart Zeit und Ärger.

Wenn das Rohr schon anfängt zu zicken — Sofortmaßnahmen
- Kein Chemie-Mix: Verwende keine verschiedenen Rohrreiniger nacheinander — das kann gefährliche Dämpfe erzeugen.
- Heißes Wasser + Spülmittel: Kurzfristig kann ein Liter sehr heißes Wasser mit Spülmittel helfen, Fett zu lösen. Achtung: Das schiebt Fett manchmal weiter ins System.
- Siphon ausbauen: Eimer drunter, Verschraubungen lösen, Siphon ausleeren und reinigen — oft steckt dort der Hauptklotz.
- Rohrspirale: Bei hartnäckigen Verstopfungen eine manuelle Spirale (bis 3–5 m) aus dem Baumarkt (z. B. Obi, Hornbach) nutzen oder vom Klempner erledigen lassen.
Warum der Profi manchmal teurer ist — aber notwendig
Klempner arbeiten mit Spezialwerkzeug und Kamerainspektionen für Hauptleitungen. Ich sah Fälle, wo ein „schnelles Rohrfrei“ nicht half und die Rechnung dann mehrere hundert Euro betrug. Vorbeugen ist billiger.
Praktische Alltagstipps, die wirklich helfen
- Fett-Glas in der Küche: Stelle ein Schraubglas neben den Herd — beim Kochen den Rest direkt hinein. Spart Abwaschstress.
- Einmal im Monat Siphon prüfen: Kleiner Check erspart größere Probleme.
- Bei großen Mengen Frittieröl: Sammelstellen beim Wertstoffhof nutzen — viele Städte in Deutschland (Kommunalbetriebe) bieten das an.
- Für Zuhause: günstige Fettabscheider für Spülen gibt es im Handel — besonders praktisch für Häuslebauer und Vermieter.
Und falls doch etwas schiefgeht
Wenn das Wasser trotz Reinigen langsam bleibt: ruf einen Profi. In meiner Erfahrung verschiebt man so oft das Problem, bis eine einfache Reparatur zur Sanierung wird. Klempner können mit Kameras sehen, ob das Fett nur lokal sitzt oder ganze Leitungen betroffen sind.
Ein letzter Tipp: Einfache Prävention hilft am meisten. Stell Dir Fett als klebrigen Straßenbelag vor — je weniger Du davon in die Rohre lässt, desto weniger musst Du später wegräumen.
Was ist Deine Methode zur Fettentsorgung? Teile Deinen besten Haushaltstrick — vielleicht rettet er jemandem gerade das Wochenende.









