Dein Abfluss ist wieder langsam? Oder du hast schon den unangenehmen Geruch aus der Küche? Das sind keine Kleinigkeiten — eine Verstopfung kann 100–300 € kosten, wenn der Klempner kommen muss. Ich habe in meiner Praxis oft gesehen, wie banale Gewohnheiten Rohre ruinieren — lies weiter, bevor es zu spät ist.
1. Warum Fett und Öl dein Rohr wie Beton zusetzen
Ich habe unzählige Küchenleitungen geöffnet: Fett kühlt im Rohr ab und bleibt kleben — wie Zement. Viele glauben, heißes Wasser löst das Problem. Kurzfristig ja, langfristig nein.
- Fette sammeln sich an Rohrwänden und reduzieren den Durchmesser nach und nach.
- In Deutschland werfen manche Leute Fett in die Biotonne — das klappt kaum, weil es stinkt. Besser: Auskühlen lassen und in ein Glas geben.
- Lebensmittelöl gehört nicht in den Abfluss. Selbst kleine Mengen addieren sich schnell.
Praktischer Tipp: So entsorgst du Fett richtig
- Sammle Öl/Fett in einem alten Marmeladenglas oder einer leeren Milchpackung.
- Verschließen und in den Restmüll werfen (in vielen Kommunen akzeptiert).
- Für die Spüle: Ein kleines Sieb (3–8 € bei Hornbach oder Obi) fängt gröbere Reste auf.

2. Feuchttücher & Co.: Weich, aber tödlich für Rohre
„Biologisch abbaubar“ heißt nicht „abflussfreundlich“. In meiner Erfahrung verstopfen Feuchttücher, Babys-Wipes und manche Putzvliese Rohre schneller als Haarknäuel.
- Feuchttücher saugen Wasser, quellen auf und bilden dichte Klumpen.
- Sogar Marken, die „spülbar“ auf der Packung haben, führen oft zu teuren Einsätzen.
- Weg damit: Restmüll statt WC — das ist in fast allen Gemeinden die richtige Wahl.
3. Haare im Abfluss: der unsichtbare Netzfischer
Haare verhalten sich wie Angelschnur: Sie wickeln sich um andere Ablagerungen und bilden ein Netz. Ich habe Duschen gesehen, die nach Jahren nur noch einen dünnen Tröpfchenfluss zuließen.
- Haarknäuel ziehen Seifenreste und Fett an — zusammen bilden sie eine unzerstörbare Masse.
- Vor allem in Haushalten mit langen Haaren ist ein Sieb unerlässlich.
- Regelmäßig entfernen spart den teuren Einsatz der Handspirale.
Quick-Hack: Der einfache Schutz für Dusche und Spüle
- Ein flexibles Duschsieb kostet ~3–8 € (Hornbach, Obi, Amazon.de).
- Für die Spüle: Metall- oder Silikonsiebe halten Fettpellets und Essensreste zurück.
- Wöchentlich ausleeren — das dauert 30 Sekunden, spart aber Stunden Ärger.

So entfernst du eine Verstopfung selbst (Schritt-für-Schritt)
Wenn es doch klemmt: Bevor du den Klempner rufst, probiere diese pragmatischen Schritte. In meiner Praxis funktionieren sie oft — und manchmal reicht das.
- Schritt 1: Stelle einen Eimer unter den Siphon und löse die Überwurfmuttern vorsichtig mit einer Rohrzange.
- Schritt 2: Entferne den Siphon und säubere ihn mit Handschuhen — oft ist das die Ursache.
- Schritt 3: Nutze eine Handspirale (ab ~10–20 €). Schiebe sie vorsichtig ins Rohr und drehe, bis du Widerstand spürst, dann herausziehen.
- Schritt 4: Spüle mit heißem Wasser nach; bei Fett zusätzlich 1–2 EL Spülmittel in heißes Wasser geben — das löst Beläge.
- Notfall: Wenn das Wasser zurückkommt oder der Geruch bleibt, ruf einen Profi — Verzweifelte DIY-Versuche können Rohre beschädigen.
Das Notfall-Kit für jede Küche
- Gummihandschuhe, Eimer, Rohrzange
- Handspirale und Saugglocke (Plunger)
- Sieb für Spüle/Dusche, altes Glas für Fett
- Kaufempfehlung: Hornbach/Obi für Werkzeuge, dm/Rossmann für Haushaltssiebe
By the way, ich habe erlebt, wie eine einfache kleine Maßnahme — ein 5‑Euro‑Sieb — einen Mietstreit in Berlin beendete. Kleinigkeiten haben oft große Folgen.
Zum Schluss: Spare Geld und Nerven — ein kleiner Verhaltens-Check
Bevor du irgendetwas in den Abfluss schüttest, frage dich: „Würde das in ein Glas passen?“ Wenn nein, nicht schütten. Prävention ist meist günstiger als eine Rohrreinigung.
Welche schräge Abfluss‑Geschichte hast du erlebt? Schreib sie unten — die schlimmsten Fälle bringen oft die besten Tipps.









