Du trittst barfuß drauf, schaust nach unten — und dein Wochenende ist ruiniert. Kaugummi im Teppich ist nicht nur unschön, er kostet Zeit und manchmal Mietkautionen. Lies das jetzt, bevor du mit der Bürste rumrubbelst: Ich habe die Methoden getestet und sage dir, welche du sofort probieren kannst — und welche du besser lässt.
Warum das falsche Vorgehen mehr schadet
Viele greifen reflexartig zur Bürste oder zu heißem Wasser. Das ist der schnellste Weg, den Kaugummi tiefer in die Fasern zu drücken oder Löcher in empfindliche Böden zu reißen.
- Kaugummi wird klebriger durch Wärme — also keine direkte Hitze auf synthetische Fasern.
- Kraftiges Schrubben zerrt an den Fasern: dein Teppich sieht anschließend rau und ausgefranst aus.
- Wollteppiche reagieren empfindlich auf Lösungsmittel; manche „Hausmittel“ ruinieren sie.
Eis, Hitze oder Chemie? Wann welches Mittel Sinn macht
In meiner Praxis als Testleser und Haushalts-Opfer haben sich drei Ansätze bewährt: Kälte, Hitze kontrolliert, und gezielte Lösungsmittel. Jeder hat Vor- und Nachteile.
Eis-Methode — der Klassiker
Funktioniert fast immer bei frischem oder etwas älterem Kaugummi, besonders auf synthetischen Teppichen.
- Lege einen Eiswürfel in einen Gefrierbeutel und drücke ihn auf den Kaugummi (5–10 Minuten).
- Wenn hart geworden, kratze vorsichtig mit einem Plastikspachtel oder einer Kreditkarte.
- Nachbehandlung: mit Teppichbürste leicht aufrauen.
Eis ist dein Freund — günstig (z. B. Eiswürfel aus dem Gefrierfach oder Kältepacks aus DM/Rossmann) und risikoarm.

Hitze kontrolliert — mit Vorsicht
Bei manchen Naturfasern (z. B. Jute, Sisal) kann vorsichtiges Erhitzen helfen, aber das ist heikel.
- Lege ein Papiertuch oder braunes Paketpapier auf den Kaugummi und bügle mit niedriger Temperatur — nur bei robusten, hitzebeständigen Teppichen.
- Teste zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Übrigens: Ich habe einmal zu heiß gebügelt — Ergebnis: kleine Glanzstellen im Teppich. Daher lieber zweimal nachdenken.
Lösungsmittel — effektiv, aber riskant
Manche Profi-Reiniger entfernen sogar alten, verblichenen Kaugummi. Aber: Nicht jedes Mittel passt zu jedem Teppich.
- Isopropanol (70 %) oder handelsübliche Kaugummilöser (z. B. Produkte von Dr. Beckmann) funktionieren gut.
- Kein Aceton auf Wolle! Das kann die Fasern angreifen.
- Immer erst an einer unsichtbaren Stelle testen.
Mein schneller 3‑Schritte-Plan — so handle ich sofort
Wenn mir das passiert, arbeite ich in dieser Reihenfolge — weil sie schnell und mit geringem Risiko ist.
- Schritt 1: Kälte. Eis in Tüte drauf, 10 Minuten warten.
- Schritt 2: Abkratzen. Kunststoffspachtel oder alte Kreditkarte nutzen — niemals Metall.
- Schritt 3: Reinigung. Rückstände mit einem milden Teppichshampoo (im Drogeriemarkt: DM/Rossmann) behandeln und mit einem feuchten Tuch auswaschen.
Das klappt in der Regel in 10–20 Minuten. Für hartnäckige Reste kannst du nach Schritt 2 punktuell ein Lösungsmittel einsetzen.

Ungewöhnliche, aber getestete Tricks — Vorsicht, nicht alle sind Harmlos
- Erdnussbutter? Ja, sie löst Kleber, aber sie hinterlässt Fettflecken — riskant, besonders auf hellen Teppichen.
- Haartrockner + Reinigungsalkohol: Erhitze kurz, dann Alkohol anwenden und abtupfen. Funktioniert, wenn Eis versagt, aber nur bei synthetischen Fasern.
- Professionelle Dampfgeräte: In Reinigungsfirmen (z. B. lokale Teppichreinigung oder Reinigungsketten in deiner Stadt) hat Dampf oft die beste Wirkung ohne Chemie.
Ich habe einen Service in Berlin ausprobiert: Für ~€20 entfernten sie einen alten Kaugummifleck sauber — manchmal lohnt sich das.
Konkrete Materialien & Einkaufstipps in Deutschland
- Eiswürfel/Tiefkühlpack: Supermarkt (REWE, Lidl) oder Drogerie (DM) — meist < €2.
- Plastikspachtel oder Filzschaber: Bauhaus, Hornbach — ab ~€1–3.
- Fleckentferner (Dr. Beckmann oder spezielle Kaugummolöser): DM/Rossmann oder Amazon — ca. €4–8.
- Bei teuren Teppichen vorher professionelle Beratung einholen — viele Reiniger bieten Abholservice an.
Was du auf jeden Fall vermeiden solltest
- Mit Metallkratzen arbeiten — das zerstört Fasern.
- Ungetestete Lösungsmittel großflächig auftragen.
- Heißes Wasser direkt auf den Fleck kippen — das „kocht“ den Kleber oft tiefer rein.
Mein letzter Test: ein Fall aus der Nachbarschaft
Die WG nebenan hatte Kaugummi in einem günstigen Ikea-Teppich. Ich probierte Eis + Kreditkarte, dann punktuellen Dr. Beckmann; in 15 Minuten war der Fleck weg, ohne Spuren. Der Teppich sah danach fast wie neu aus — kein Wundermittel, nur die richtige Reihenfolge.
Fazit
Bevor du Panik schiebst: Eis, vorsichtiges Abkratzen und gezielte Nachbehandlung lösen die meisten Fälle. Bei teuren oder empfindlichen Teppichen lieber Profis fragen — der Ärger mit der Mietkaution ist schlimmer als 20 Euro für eine Reinigung.
Und du — welcher Trick hat bei dir am besten funktioniert? Schreib’s in die Kommentare: ich teste gerne die wildesten Hausmittel weiter.









