Du hast Kalk im Wasserhahn, in der Dusche oder im Wasserkocher und denkst: Essig + Salz – fertig? Ich habe das selbst ausprobiert und gesehen, wie schnell ein scheinbar billiger Trick teure Schäden anrichten kann. Lies das jetzt, bevor Du die Küche in ein Salzbad verwandelst: Es geht nicht nur um Effektivität, sondern um Korrosion, Dichtungen und Sicherheit in deutschen Haushalten.
Warum Du Essig & Salz ausprobierst
Der Grund ist simpel: beides liegt oft im Schrank, kostet fast nichts und wirkt bei ersten Tests sichtbar.
- Essig (Tafelessig 5% oder Reinigungsessig 10%) löst Kalk – das weiß fast jeder.
- Salz soll die Wirkung verstärken: es bindet Wasser, macht eine scheuernde Paste und lässt die Säure länger wirken.
- Gerade in Regionen mit hartem Wasser (Berlin, München, Rhein-Ruhr) ist der Griff zu Hausmitteln normal.
Warum Klempner das nie kaufen
In meiner Praxis habe ich gelernt: Profis kaufen keine DIY-Mischungen, weil sie auf langfristige Ergebnisse und Materialschutz achten.
- Plomben, Dichtungen und Chrombeschichtungen reagieren empfindlich auf Säure und Salz.
- Kalk kann zwar lokal verschwinden, aber Metalluntergründe leiden – das sieht man oft erst nach Monaten.
- Klempner bevorzugen gezielte, getestete Entkalker, weil sie vorhersehbar und geprüft sind.

Gefahren, die viele übersehen
Das ist der Punkt, der überrascht: Es geht nicht nur um kurzfristige Reinigung, sondern um unsichtbare Folgen.
- Korrosion: Chlorid-Ionen (aus Salz) können bei Messing oder verchromten Oberflächen Lochfraß verursachen.
- Dichtungen: Säure greift Gummi- und Kunststoffdichtungen an – später tropft’s.
- Rückstände: Salzkristalle können nach dem Trocknen weiß bleiben und erneut Feuchtigkeit anziehen.
- Geruch & Verdünnung: Starker Essiggeruch ist unangenehm in kleinen Wohnungen und kann Möbel an Geruch erinnern.
- Sicherheitsrisiko: Niemals mit Bleichmitteln mischen – es entstehen giftige Gase.
Ein kurzer Blick auf Materialien
In deutschen Haushalten findet man oft:
- Verchromte Armaturen: empfindlich gegen Säure + Salz
- Messing (z. B. Armatureninnenteile): anfällig für Lochkorrosion
- Emaillierte Wannen und Keramik: oft robust, aber vorsichtig bei Scheuermitteln
Wenn Du es trotzdem benutzt: So geht’s halbwegs sicher
Ich habe hier eine praktische, erprobte Methode, die Schäden minimiert. Trotzdem: lieber nur auf unkritischen Flächen anwenden.
- Verwende nur Tafelessig 5%, keinen starken Reinigungsessig, wenn möglich.
- Keine Mischung auf verchromten oder sichtbaren Metallteilen.
- Im Freien oder bei geöffneter Fensterbank arbeiten — Geruch vermeiden.
Konkreter Ablauf (für Keramik, Fliesen oder robusten Kalkansatz):
- 1) Mix: 3 Teile heißes Wasser + 1 Teil Essig (5%). Nicht heiße Flächen mit kochendem Essig gießen.
- 2) Optional: Einen Esslöffel Salz pro 250 ml lösen, nur für eine scheuernde Paste – nicht auf Metall.
- 3) Trage die Paste auf, lass maximal 15–20 Minuten einwirken.
- 4) Mit weichem Tuch und Plastikschaber nachhelfen. Keine Metallbürste auf Chrom.
- 5) Gründlich mit viel Wasser abspülen und Rückstände mit einer Natronlösung neutralisieren (1 EL Natron auf 1 l Wasser).
- 6) Dichtungen prüfen und bei Unsicherheit lieber den Profi anrufen.

Bessere, günstige Alternativen in Deutschland
Ich rate meistens zu diesen Optionen — sie sind in Drogerien oder Baumärkten leicht zu bekommen und günstiger als kaputte Armaturen.
- Citronensäure (Citric acid): 1–2 EL pro Liter warmes Wasser, gut für Wasserkocher und Duschköpfe. Bei DM, Rossmann oder Rewe ab ~2–4 € für 500 g.
- Sulfamid- oder phosphorbasierte Entkalker: im Baumarkt (Bauhaus, OBI) – stärker und materialgerechter formuliert.
- Mechanisch: Duschkopf abnehmen und mit Zahnbürste/Plastikschaber reinigen.
- Wasserenthärter: langfristig die beste Investition in Regionen mit hartem Wasser (Kosten variieren, aber spart Armaturen).
Preis-Check für Deutschland
Kurzer Überblick, was es kostet:
- 500 g Citronensäure: ca. 2–4 €
- 1 L Fertigentkalker: ca. 3–8 € (Bauhaus/OBI)
- Wasserenthärter/Filteranlagen: deutlich teurer, amortisiert sich aber durch weniger Reparaturen
Kurz gesagt
Der Essig‑und‑Salz‑Trick funktioniert kurzfristig auf robusten Flächen — aber er ist ein Risiko für Armaturen, Dichtungen und Metallteile. Klempner meiden ihn, weil die Folgeprobleme teurer werden als ein klassischer Entkalker.
Mein Rat: Für schnelle Stellen Citronensäure oder ein Fertigentkalker verwenden. Für teure Armaturen besser Profis fragen oder mechanisch reinigen.
Und Du? Hast Du schon mal durch einen DIY-Trick eine Armatur ruiniert oder einen Geheimtipp, der wirklich hält? Schreib’s in die Kommentare — ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen.









