Du denkst, die Steckdose neben der Couch trägt das schon? Ich habe gesehen, wie genau das in Flammen ausartete: geschmolzene Plastik, Geruch und ein Satz von 300 € für den Elektriker.
Das ist nicht nur lästig — es kann gefährlich werden. Lies jetzt, welche Geräte du nie zusammenstecken solltest und wie du in 5 Minuten das Risiko minimierst.
Warum die Steckdose plötzlich ausfällt (und manchmal mehr)
In meiner Praxis fällt ein Fehler selten ohne Vorzeichen: Hitze, Schmorgeruch, kleine Funken. Viele übersehen diese Warnsignale, bis der Sicherungsautomat rausfliegt — oder schlimmer.
Ein kurzer Blick auf die Technik: Haushaltsstrom in Deutschland ist 230 V. Bei einer Sicherung von 16 A sind das theoretisch bis zu ~3.680 W. Wer mehr lädt, löst die Sicherung oder überhitzt Leitungen.
Das passiert wirklich — kein Horrorszenario
Ich bemerkte bei einem Kunden, dass eine Verlängerungskabelkombination mit Wasserkocher, Toaster und Kaffeemaschine an einer Mehrfachsteckdose geschmort hatte. Der Geruch war das erste Warnzeichen.

Diese Geräte gehören niemals zusammen in einer Steckdose
- Wasserkocher + Toaster + Kaffeemaschine — massive Kurzzeitleistung
- Föhn/Haarstylinggeräte + Heizdecke/Heizlüfter — Dauer- und Spitzenlast
- Wäschetrockner + Waschmaschine (wenn am gleichen Stromkreis hängen)
- Elektroherd/Backofen + Mikrowelle (selbst wenn Steckdosen nebeneinander sind)
- Elektroschaukel/Heizlüfter + Staubsauger (hoch startender Anlaufstrom)
- Mehrere starke Küchengeräte gleichzeitig (z. B. Mixer + Induktionskochplatte)
- Alte Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungen + Hochleistungsgeräte
Kurz gesagt: Alles, was viel Leistung zieht — besonders kurzzeitig — sollte nicht dieselbe Dose teilen.
So checkst du in 5 Minuten, ob eine Steckdose überlastet ist
Kein Schaltplan? Kein Problem. Folge diesen Schritten:
- Suche die Wattangaben auf den Geräten (Typenschild). Bei Angabe in Ampere: Watt = Ampere × 230 V.
- Notiere die Werte und addiere sie. Bleib unter ~3.000 W als sichere Grenze (20–25 % Puffer).
- Für schnelle Kontrolle: kauf ein Zwischenstecker-Energiekostenmessgerät (€10–€25 bei OBI, Hornbach, Amazon).
- Stecke Geräte nacheinander ein — wenn die Sicherung fliegt, weißt du, dass es zu viel ist.
- Riechtest: Wenn du Schmorgeruch oder Wärme an der Dose fühlst, sofort ausstecken und Elektriker rufen.
Praktischer Hack: Der „Zwei-Phasen-Test“
Wenn du unsicher bist, ob zwei starke Geräte zusammenpassen, probiere Folgendes:
- Stecke Gerät A in die Dose, schalte es ein und messe mit dem Energiekostenmesser.
- Schalte Gerät B dazu. Wenn der Messwert deutlich über 3.000 W steigt oder der FI reagiert — nicht zusammen betreiben.
Sichere Alternativen und schnelle Lösungen
Du brauchst keinen kompletten Umbau, oft helfen einfache Anpassungen:

- Verteile Lasten auf verschiedene Räume (Küche vs. Wohnzimmer) — viele Wohnungen in Deutschland haben separate Stromkreise.
- Verwende Überspannungs-/Überlast-geschützte Steckdosenleisten mit FI (RCD) — bei Hornbach oder MediaMarkt erhältlich.
- Für Dauerlast: feste Installation durch einen Elektriker (z. B. zusätzliche Steckdose mit eigenem Sicherungsautomaten).
- Bei Altbau: prüfe die Verkabelung — alte Leitungen mögen keine 3-kW-Lasten.
Wie viel kostet Sicherheit?
Ein gutes Zwischenstecker-Messgerät: ~€10–€25. Eine ordentliche, FI-geschützte Mehrfachsteckdose: €20–€50. Ein Elektrikerbesuch für zusätzliche Leitung: ab ~€80–€150 (je nach Region in Deutschland).
Kurze Regeln fürs Leben (merke dir diese)
- Keine Hochleistungsgeräte zusammen an eine Leitung.
- Vermeide alte Verlängerungen und billige Steckdosenleisten.
- Wenn etwas warm wird oder riecht — sofort ausstecken.
- Im Zweifel: Elektriker anrufen. Sicherheit kostet manchmal nur einen Anruf.
Übrigens: Viele Versicherungen sehen fahrlässige Brandursachen kritisch. Ein geschmorter Stecker kann Ärger mit der Hausratversicherung geben.
Fazit
Es ist überraschend einfach, Überlast zu vermeiden: ein bisschen messen, Geräte verteilen und bei alten Leitungen einen Profi holen. Deine Steckdose ist kein Poker — setz nicht alles auf eine Karte.
Welche Kombinationen hast du schon mal ausprobiert — und ist bei dir schon mal die Sicherung geflogen? Schreib’s in die Kommentare.









