Du wunderst Dich, warum die Stromrechnung plötzlich steigt, obwohl Du kaum mehr verbrauchst? Ich habe bemerkt, dass nicht selten genau eine Steckdose den Staffelstab an den Energiefresser übergibt. Lies das jetzt — bevor es wieder 200 € weniger auf Deinem Konto sind.
In meiner Praxis sehen wir das jedes Jahr: Ein kleines Gerät, eine vergessene Steckdose — und am Ende bezahlst Du die Heizung für jemanden, der gar nicht da ist.
Warum gerade diese Steckdose so teuer wird
Viele übersehen: Es ist nicht die Steckdose selbst, sondern was dauerhaft daran hängt. Besonders schlimm in deutschen Haushalten sind Geräte, die hohe Leistung bringen oder ständig in Betrieb sind.
- Elektrische Zusatzheizer/Heizlüfter in der Übergangszeit
- Alte Gefriertruhen oder schlecht eingestellte Kühlschränke
- Aquarienheizung, Terrarienbeleuchtung
- Router + DECT-Basis + Smart-Home-Hub in einem Verteiler
- Standby-Cluster: TV-Receiver, Verstärker, Spielekonsole
Ein Beispiel: Ein 1.000‑W-Heizlüfter, der durchschnittlich 2 Stunden pro Tag läuft, verbraucht rund 730 kWh pro Jahr. Bei deutschen Strompreisen (ca. 0,30–0,40 €/kWh) sind das grob 220–290 € — ein einzelner Steckdosenplatz kann Dich also wirklich teuer zu stehen kommen.
Wie ich das herausfand (ja, ich habe es selbst gemessen)
Ich habe in mehreren Wohnungen ein kleines Energiemessgerät verwendet und war überrascht:
- Manche Router-Pakete ziehen 20–30 W permanent — das summiert sich.
- Ein alter TV-Receiver kann im Standby 10–15 W haben.
- Heizlüfter, die schnell Wärme bringen, sind kurz brutal teuer.
Viele unterschätzen Dauerbetrieb mehr als Spitzenlast. 10 Watt rund um die Uhr sind nervig teuer auf Jahresbasis.

Das kannst Du sofort tun — 5 schnelle Prüfungen
- Hol Dir ein Energiemessgerät (bei MediaMarkt, Saturn oder Amazon für 10–30 €).
- Steck das Messgerät 24 Stunden an die verdächtige Steckdose und notiere den Verbrauch.
- Berechne Kosten: kWh × Deinen Arbeitspreis (siehe Stromrechnung).
- Trenne nacheinander Geräte, um den größten Verursacher aufzuspüren.
- Wenn die Werte merkwürdig hoch sind, ruf einen Elektriker (Fehlerstrom, falsche Absicherung).
Ein einfacher Life‑Hack (funktioniert sofort)
In meiner Wohnung half dieser Schritt sofort Geld sparen:
- Kauf eine schaltbare Steckdosenleiste oder einen smarten Zwischenstecker mit Messfunktion (bei Obi, Hornbach oder Online).
- Installiere Tages-/Nacht-Zeitschaltung für Geräte, die nicht 24/7 laufen müssen (z. B. Entertainment-System, Kaffeemaschine).
- Für Heizlüfter: lieber in Zeiten gezielt heizen und sofort ausschalten — oder bessere Dämmung/ Heizungsthermostate nutzen.
Konkrete Schritt‑für‑Schritt-Anleitung zur Messung
- Schritt 1: Steck das Energiemessgerät in die Steckdose.
- Schritt 2: Schließe das verdächtige Gerät an das Messgerät an.
- Schritt 3: Lasse das Gerät 24 Stunden laufen (bei zeitlich variierenden Verbrauchern ggf. länger).
- Schritt 4: Notiere kWh und multipliziere mit Deinem kWh‑Preis.
- Schritt 5: Entscheide: ausschalten, rausziehen, ersetzen oder Elektriker rufen.
Was Du ersetzen oder anders machen kannst
Nicht alles muss teuer sein: Oft hilft eine kleine Verhaltensänderung oder ein 20‑€ Gerät.
- Smart Plug mit Verbrauchsanzeige statt teurem Messgerät — Bonus: Automatisierung via App.
- Zeitschaltuhr für Geräte, die nur tagsüber gebraucht werden.
- Für Heizung: besser in die Zentralheizung investieren als mit Elektroheizern kurzzuflammen.
- Alten Kühlschrank tauschen — neue Geräte sparen langfristig oft mehr, besonders in deutschen Strompreisszenarien.
Sicherheits-Hinweis (wichtig für Deutschland)
Wenn eine Steckdose ungewöhnlich heiß wird, flackert oder Sicherungen rausgehen, unterbrich die Nutzung und lass einen zugelassenen Elektriker schauen. In Mietwohnungen klär das mit Deinem Vermieter; viele Veränderungen (z. B. feste Verdrahtung) dürfen nicht ohne Zustimmung gemacht werden.

Was Du realistisch sparen kannst
Wenn Du einen 200 €-Fresser identifizierst, sind folgende Einsparungen möglich:
- Heizlüfter komplett weglassen oder 1 Stunde weniger am Tag → 100–200 € pro Jahr.
- Standby abschalten (TV-Receiver + Router nachts) → 20–80 € pro Jahr.
- Alten Kühlschrank ersetzen → 50–150 € pro Jahr (je nach Effizienz)
Bei einem Mix aus Maßnahmen sind 100–300 € pro Jahr realistisch — und das ist Geld, das in Deinen Urlaub oder die nächste Reparatur fließt, nicht in unsichtbare Verluste.
By the way: In deutschen Haushalten wird oft an der falschen Stelle gespart. Ein smartes Zwischenstecker-Set für 40 € amortisiert sich schnell.
Fazit
Eine einzelne Steckdose kann tatsächlich rund 200 € pro Jahr kosten — vor allem, wenn dort ein Heizlüfter, altes Kühlgerät oder mehrere Standby-Geräte dauerhaft hängen. Miss den Verbrauch, triff eine Entscheidung und handle schnell. Die Lösung ist meistens günstig und sofort umsetzbar.
Welche Steckdose in Deiner Wohnung hat Dich am meisten überrascht? Teile Deine Entdeckung — vielleicht rettet Dein Tipp jemandem 200 €.









