Du kämpfst mit einer festsitzenden Schraube und jemand schlägt vor: nimm Butter. Klingt harmlos — und billig. Doch bevor du dein Küch’endgerät opferst, solltest du wissen, wann Butter wirklich hilft, wann sie schadet und welche Profi‑Tricks besser funktionieren.
Ich habe bemerkt, dass in deutschen Haushalten solcher Rat gern kursiert — besonders nach salzigen Winterfahrten mit Rost an Fahrrad oder Auto. Lies das jetzt, damit du nicht später mit einer verklebten Gewindeführung dastehst.
Warum Butter manchmal tatsächlich wirkt
Kurz und simpel: Butter ist fettig, schmilzt bei Körpertemperatur und kann kurzfristig Reibung reduzieren. In meiner Praxis habe ich gesehen, wie ein dünner Fettfilm das Lösen erleichtert — aber nur unter bestimmten Bedingungen.
Die einfache Chemie dahinter
- Fette verdrängen Wasser — das hilft gegen oberflächlichen Rost oder Salz.
- Warme Butter kriecht in kleine Spalte und kann einen Schmiereffekt erzeugen.
- Aber: Butter ist organisch, enthält Wasser und Milchsäure, und kann verderben.
Warum Mechaniker dieses „Geheimnis“ hüten
Viele Profis schweigen nicht aus Snobismus, sondern aus Erfahrung. Butter ist ein kurzfristiger Trick, kein Ersatz für richtiges Werkzeug.

- Sie zieht Schmutz und Staub an — das Gewinde wird nach Wochen klebrig statt leichtgängig.
- Organische Rückstände können Korrosion beschleunigen, besonders bei Salzstreuung im Winter.
- Butter ist kein Kriechöl: Es dringt nicht tief in festgerostete Gewinde.
- Bei elektronischen oder wärmeempfindlichen Teilen kann Fett Probleme verursachen.
Die Profi‑Alternativen, die wirklich helfen
Wenn es dir ernst ist mit dem Schrauben‑Lösen, benutze diese Methoden — das ist es, was Mechaniker wirklich tun:
- Penetrationsöl (z. B. WD‑40 Specialist, PB Blaster oder Liqui Moly) — aufsprühen, 10–30 Minuten warten.
- Wärme anwenden: Lötkolben oder Heißluftpistole, dann sofort drehen.
- Schlag‑/Impakt‑Schraubendreher: kontrollierte Stöße brechen Rostverbindungen.
- Gripp mit Rohrzange oder Gripzange; notfalls Schraubenausdreher (Linksgewindebohrer).
- Letzter Ausweg: anbohren und neue Gewinde schneiden oder Einsatzbuchse setzen.
Konkreter Life‑Hack: Wenn du trotzdem Butter probieren willst
Ich sage nicht „tu es nie“ — aber mache es richtig. Hier ist eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung für den Notfall (z. B. draußen bei -5 °C, wenn Shops geschlossen sind):
- Reinigung: Groben Dreck mit Pinsel entfernen.
- Butter erwärmen: Fingerwarm machen, damit sie flüssiger wird und besser eindringt.
- Auftragen: Dünn auf die Schraubenkopfränder und sichtbares Gewinde geben.
- Einwirken lassen: 5–10 Minuten, dann mit geeignetem Werkzeug leicht gegenhalten und drehen.
- Nacharbeit: Schraube entfernen → Gewinde mit Bremsenreiniger säubern und mit echtem Anti‑Seize (Kupferpaste) oder Kriechöl neu schützen.
In meiner Praxis hat dieser Notfalltrick manchmal den letzten Millimeter Bewegung gebracht — aber immer nur als temporäre Maßnahme und nie als Dauerlösung.

Regionale Tipps für Deutschland
Wenn du in Deutschland schnell was Besorgen willst: Baustoff‑ und Heimwerkermärkte wie Bauhaus, Obi, Hornbach oder toom führen geeignete Kriechöle und Ausdrehwerkzeug. Eine Dose WD‑40 oder das Liqui Moly Kriechöl kostet meist zwischen 5 und 12 € — eine gute Investition fürs Werkzeugkästchen.
Gefahren, die du vermeiden musst
- Kein Butter an Bremsscheiben, Bremsleitungen oder elektrischen Kontakten.
- Offenes Feuer + Butter = Brandgefahr (niedriger Flammpunkt bei erhitzter Butter).
- Fette erlauben Tierspuren: Ratten/Marder mögen Fettreste — besonders in Schuppen oder Autos.
Vergiss nicht: Butter ist wie ein Notpflaster — nützlich für kurzfristige Erste Hilfe, aber keine Reparatur.
Und jetzt das Interessante
Viele übersehen, dass die beste Prävention ist: richtiges Einfetten beim Einbau. Einmal richtig behandelt, bleiben Schrauben oft jahrelang lösbar — gerade bei Fahrrädern und Gartenmöbeln hierzulande, wo Wetter und Salz stark angreifen.
Zum Schluss: Hast du diesen Trick schon mal probiert — erfolgreich oder in die Hose gegangen? Teile deine Geschichte unten; die besten Tipps verdienen einen Platz im nächsten Schrauben‑Notfallkit.









