Du kennst das Geräusch — mitten in der Nacht öffnet jemand die Zimmertür und das Quietschen weckt das ganze Haus. Das ist nicht nur lästig, es wirkt schnell unordentlich und manchmal peinlich, besonders in deutschen Mietwohnungen mit dünnen Wänden.
Ich habe ausprobiert, was wirklich hilft, ohne teure Mittel oder den Vermieter zu nerven. Lies weiter: Du brauchst kaum Zeit, fast kein Werkzeug und rund 3 Euro.
Warum gängige Tricks oft versagen
Viele greifen zu WD‑40 oder fetten Schmiermitteln — kurzfristig still, aber oft zieht Fett Staub an und das Knarren kommt zurück. Andere probieren Talkum oder Graphit: besser, aber nicht immer einfach aufzutragen.
In meiner Praxis mit Mietwohnungen fiel mir auf: Die meisten Lösungen behandeln nur das Symptom, nicht die Stelle, wo Metall an Metall reibt oder Holz arbeitet.

Was Backpulver + Öl anders macht
Backpulver (im Supermarkt als Backpulver erhältlich) reagiert nicht wie technisches Schmiermittel, sondern wirkt als feines Füll‑ und Trockenmittel kombiniert mit Öl.
- Das Pulver füllt winzige Unebenheiten in der Scharnierfläche.
- Das Öl schmiert und trägt das Pulver in mikroskopische Spalten.
- Der Mix bleibt länger an Ort und Stelle als reines Fett — bei mir hielt die Wirkung Monate.
So geht’s: Backpulver + Öl — Schritt für Schritt
Du brauchst nur drei Dinge, die du in jedem deutschen Supermarkt oder Drogeriemarkt bekommst: Backpulver, ein kleines Fläschchen Nähmaschinen‑/Mineralöl (oder 3‑in‑1 Öl) und ein altes Tuch.
- Materialien: 1 Teelöffel Backpulver, 5–10 ml Nähmaschinen‑ oder Mineralöl, Papiertuch oder Lappen, Zahnstocher oder Wattebausch.
- Kostenpunkt: Backpulver ~0,50–1,50 €, kleines Ölfläschchen ~2–3 € in Lidl, Aldi, DM, Rossmann oder Bauhaus.
Vorgehen:
- Tür öffnen, Scharnier freilegen — Schrauben anschauen, ob sie locker sind.
- Mit einem trockenen Lappen losen Staub entfernen.
- Backpulver auf einen kleinen Teller geben und tropfenweise Öl dazugeben, bis eine dickflüssige Paste entsteht (nicht zu flüssig).
- Mit Zahnstocher oder Wattebausch die Paste in die Scharnierfuge einbringen — nicht auf die Türoberfläche schmiere! Überschuss abwischen.
- Tür mehrmals langsam öffnen und schließen, damit sich die Paste verteilt.
- Nach 10–20 Minuten eventuell restliche Paste entfernen und nochmals testen.
Tipps, damit es wirklich klappt
- Benutze Nähmaschinenöl oder Mineralöl — Speiseöle (Sonnenblumen, Oliven) können ranzig werden und Schmutz anziehen.
- Wenn die Tür lackiert ist, arbeite vorsichtig, damit keine Paste auf sichtbare Flächen kommt.
- Bei sehr alten Scharnieren ist es manchmal besser, das Scharnier zu lösen, sauber zu machen und neu zu ölen.
- Winter in Deutschland führt zu Schwund/Quellen von Holz — kontrolliere Scharniere nach der Heizperiode.

Aber es gibt einen Haken
Dieser Trick ist kein Ersatz für defekte Scharniere oder lose Schrauben. Wenn das Metall abgenutzt ist oder die Tür klemmt, hilft nur Austausch oder Nachziehen.
Außerdem: Bei sichtbaren Möbeloberflächen kann die Paste Flecken hinterlassen — teste zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Wenn das nicht hilft: Alternativen
- Graphitpulver (gibt’s im Baumarkt) — sauber, zieht kaum Schmutz an.
- Silikonspray — gut für Metall‑ und Kunststoffteile, in OBI/Hornbach erhältlich.
- Scharnier ersetzen: Im Baumarkt kostet ein Standard-Scharnier nur ein paar Euro.
- Vermieter informieren — in Mietwohnungen übernimmt oft der Vermieter die Instandsetzung.
Ich habe diesen Mix in mehreren Wohnungen getestet — manchmal reicht die Paste für Monate, manchmal musst du nacharbeiten. Für 3 Euro bekommst du eine schnelle, heimwerkerfreundliche Erste‑Hilfe‑Lösung.
Zum Schluss: Probier’s an einer unauffälligen Tür — und sag mir, ob es bei dir wirkt. Welche Methode hat bei dir das Türquietschen endgültig vertrieben?









