Deine Matratze riecht muffig, trotz täglichem Lüften? Oder Du wachst mit Nackenweh und einer feinen Schicht Staub auf? Das Problem liegt oft nicht an der Matratze selbst, sondern an dem, was sich über Monate dort ansammelt.
Mir ist aufgefallen, dass viele Leute denselben simplen Trick falsch anwenden — deshalb lohnt es sich, das jetzt richtig zu machen. In meiner Praxis mit Reinigungsfirmen in Deutschland habe ich beobachtet, wie kleine Änderungen großen Effekt bringen.
Warum das Streuen wirklich hilft (und was es nicht heilt)
Baking-Soda-Effekte klingen trivial, aber sie funktionieren nach zwei Prinzipien: Geruchsbindung und Feuchtigkeitsaufnahme. Staub, Schweiß und Hautfette binden Gerüche; Natron zieht Feuchtigkeit und neutralisiert Säuren.
- Geruchsneutralisation: Natron reagiert mit säurehaltigen Molekülen — das reduziert den muffigen Ton.
- Feuchtigkeitsbindung: weniger Feuchte = weniger Milbenaktivität. Im deutschen Klima (feuchte Sommer, trockene Winter) macht das einen Unterschied.
- Nicht alles: Flecken und tiefsitzendes Öl lösen sich dadurch aber nicht.
Aber ein Haken
In Deutschland sagen viele „Backpulver“, wenn sie eigentlich „Natron“ meinen. Für die Reinigung willst Du echtes Natron (Natriumbikarbonat), nicht das Backpulver mit Triebmittel. Kaufe es günstig bei DM, Rossmann, Aldi oder Rewe (ab ~1–3 €).

So arbeiten Reinigungsfirmen — Schritt für Schritt (einfach nachzumachen)
Ich habe Techniker begleitet, die bei Kunden in Berlin, München und Hamburg Matratzen aufbereiteten. Das ist ihre Standardroutine — und was Du zuhause mit minimalem Aufwand nachmachen kannst:
- Staubsaugen: Erst mit dem Polster- oder Möbelaufsatz absaugen, um Staub und Haare zu entfernen.
- Natron auftragen: Gleichmäßig streuen — bei Einzelbett ca. 150–250 g, bei Doppelbett 300–500 g. (Mehr bringt nicht zwangsläufig mehr Effekt.)
- Optional: Ein paar Tropfen ätherisches Öl auf das Natron für angenehmen Duft — NICHT direkt auf die Matratze träufeln.
- Einwirken lassen: Mindestens 1–2 Stunden, bei starken Gerüchen lieber 6–12 Stunden oder über Nacht.
- Wieder absaugen: Gründlich mit dem Polsteraufsatz, dann quer darüber gehen. Wenn möglich: HEPA-Filter oder ein guter Markenstaubsauger (z. B. Kärcher-Aufsatz) verwenden.
Warum die Reihenfolge wichtig ist
Wenn Du erst streust und dann saugst, nimmst Du tatsächlich den absorbierten Dreck weg. Viele streuen, kippen durch und wundern sich, warum der Geruch bleibt — weil sie nicht genug Zeit gelassen haben oder falsch abgesaugt haben.
Flecken, Urin oder Schweiß — die Profi-Tipps
Starke Gerüche oder Flecken brauchen Vorarbeit. In meiner Erfahrung hilft eine Kombination aus enzymatischem Reiniger und Natron am besten.
- Frische Flecken: Mit saugfähigem Tuch abtupfen, nicht reiben.
- Enzymreiniger (bio-enzymatisch): Bei Urin oder organischen Flecken vorab aufsprühen, kurz einwirken lassen (Anleitung des Herstellers beachten). Diese Reiniger gibt’s bei DM, Hornbach oder online.
- Nach dem Trockenwerden: Natron drüber, einwirken lassen, absaugen.
Was Du auf keinen Fall tun solltest
- Nasse Reinigung bei Schaumstoff/Memory-Foam vermeiden. Zu viel Feuchte lässt Schimmel entstehen; Matratzen können innen lange feucht bleiben.
- Backpulver (Backtriebmittel) statt Natron verwenden — das bringt weniger Effekt und kann Rückstände hinterlassen.
- Direkt mit starkem Dampf arbeiten, wenn der Hersteller es verbietet.

Kurze Checkliste für den Alltag (2 Minuten Ritual)
- Matratze kurz absaugen (wöchentlich).
- Alle 2–3 Monate: Natron streuen, 4–6 Stunden einwirken lassen, absaugen.
- Bei Duftwunsch: ein paar Tropfen Lavendelöl auf das Natron, nicht auf den Stoff.
- Schnelllüften täglich — Schlafzimmerfenster 5–10 Minuten weit öffnen oder Stoßlüften.
Extra: Tipps für den deutschen Alltag
Im Winter mit trockener Heizungsluft wirkt Natron oft besser, weil weniger Feuchtigkeit vorhanden ist. Im feuchten Sommer empfehle ich zusätzlich einen Luftentfeuchter (gibt’s günstig bei Aldi/ Lidl) oder regelmäßiges Wenden der Matratze.
Material-Check
- Federkern: robust, kann öfter gelüftet und abgesaugt werden.
- Memory Foam/Latex: vorsichtig, keine Flüssigkeit, nur trockenes Natron.
In meiner Praxis hat sich gezeigt: Kleine, regelmäßige Maßnahmen bringen mehr als die gelegentliche „Großreinigung“. Du pflegst die Matratze wie Deine Hautpflege — Kontinuität schlägt Drastik.
Fazit
Natron auf der Matratze ist kein Wundermittel, aber ein sehr effektives Hausmittel, wenn Du es wie die Profis anwendest: Staubsaugen, richtig dosieren, einwirken lassen und sorgfältig absaugen. Wichtig ist: Natron, nicht Backpulver – und bei Schaumstoff niemals nass machen.
Was war der schlimmste Geruch, den Du je aus einer Matratze entfernt hast? Schreib’s unten — ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen.









