Kratzer im Parkett fallen dir sofort auf — besonders morgens mit Sonnenlicht durch das Fenster. Du willst nicht gleich den Handwerker rufen, aber der Blick stört. Lies das jetzt, weil ich getestet habe, was wirklich hilft und was deinen Boden schlimmer machen kann.
In meiner Praxis als Heimwerker und Redakteur habe ich viele Tricks gesehen: Zahncreme gehört zu denen, die jeder kennt — und die Handwerker manchmal heimlich anwenden. Viele übersehen aber die Grenzen dieses Hacks.
Warum Handwerker manchmal Zahnpasta nutzen
Handwerker nutzen Zahnpasta nicht aus Faulheit, sondern weil sie kleine, oberflächliche Kratzer kaschieren kann. Die weiße, nicht-gelartige Paste enthält feine Schleifpartikel, die Lichtreflexe in Mikrokratzern abschwächen.
Das ist ein kosmetischer Schnellschuss, kein Reparaturwunder. Für sichtbare Schäden ist Abschleifen und neu Versiegeln die richtige Lösung.

Wie das im Detail funktioniert
- Feine Abrasivkörper polieren den Rand des Kratzers minimal.
- Das Ergebnis: weniger sichtbarer Kontrast zwischen Kratzer und Oberfläche.
- Funktioniert vor allem auf lackierten Parkettflächen, weniger auf geöltem Holz.
Wann es wirklich hilft — und wann nicht
- Hilft bei: winzigen, oberflächlichen Kratzern ohne Farbabtrag.
- Nicht geeignet bei: tiefen Riefen, offenen Holzfasern oder abgenutztem Lack.
- Vorsicht bei geöltem Parkett: Zahnpasta kann das Öl abduschen und einen hellen Fleck erzeugen.
- Bei Echtholz-Dielen mit Struktur kann Reiben die Maserung schärfer hervorheben — also erst testen.
Schnelles DIY: Schritt-für-Schritt (funktioniert in 5–10 Minuten)
- Besorge weiße, nicht gelige Zahnpasta — die gibt’s für ~1–3 € beim DM oder Rewe.
- Test: Einen kleinen Punkt an der Wandseite oder unter dem Schrank ausprobieren — immer erst testen.
- Eine erbsengroße Menge auf ein weiches, fusselfreies Tuch (Mikrofasertuch) geben.
- Sanft mit kreisenden Bewegungen und geringer Kraft in Richtung der Holzmaserung reiben (20–30 Sek.).
- Mit leicht feuchtem Tuch abwischen, trocken reiben, Ergebnis prüfen.
- Bei Erfolg mit Möbelpolitur oder passendem Hartwachsöl (z. B. Osmo) schützen — sonst zieht Schmutz ein.
Wenn du lieber fertigprodukte willst: Baumärkte wie Obi, Hornbach oder Bauhaus führen Holzreparaturstifte und Füllwachs, die farblich besser treffen (3–15 €).
Fehler, die ich oft sehe
- Zahnpasta über Nacht einwirken lassen — das kann weiße Rückstände hinterlassen.
- Zu viel Druck: Lack kann matt werden.
- Gel-Zahnpasta nehmen — fast wirkungslos und schmierig.
- Kein Nachschutz: Nach dem Putzen nicht polieren oder ölen.

Wenn Zahnpasta nicht reicht: Profi-Alternativen
- Farblich passende Reparaturstifte (schnell, sauber, 5–10 €).
- Heißwachs-Füllung bei tieferen Rissen (12–20 €; in Baumärkten erhältlich).
- Schleifen und neu versiegeln durch den Parkettleger — kostet in Deutschland je nach Fläche mehrere 100 €.
- Im Herbst/Winter: wegen Feuchtigkeit den Profi holen — Parkett reagiert auf Klima.
Meine Erfahrung: Wann ich Zahnpasta trotzdem einsetze
Ich habe Zahnpasta mehrfach als schnellen Schönheitsfix benutzt — z. B. wenn kurzfristig Besuch kam oder beim Möbelrücken ein kleiner Kratzer entstand. Es ist ein Notfall-Tool, kein Lebensretter.
Wenn du wertvolles, geöltes Parkett hast oder einen historischen Dielenboden, ruf lieber den Parkettleger. Für Mietwohnungen, gebrauchte Möbel oder Gästeempfang ist der Zahnpastentrick aber oft genau richtig.
By the way: In Deutschland sind viele DIY-Produkte günstig und leicht erhältlich — trotzdem spare am falschen Ende nicht bei teuren Böden.
Was ist deine schlimmste Parkett-Panne? Hast du Zahnpasta schon probiert — oder schwörst du auf ein anderes Hausmittel? Schreib es in die Kommentare.









