Du kennst das: Nach dem Braten das heiße Fett einfach in die Spüle kippen. Ich habe das oft gesehen — und die Folgen behandle ich täglich. Lies das jetzt, sonst kann es später ein teurer Klempner-Notfall werden.
Warum das so gefährlich ist
Fett und Öl verhalten sich im Rohr wie Kaugummi im Schuh: Zuerst unsichtbar, dann festsitzend. Ein Lappen kann es nicht mehr retten, und die Reparatur frisst Zeit und Geld.
- Fette verklumpen beim Abkühlen und bilden Ablagerungen.
- Diese Ablagerungen fangen Haare und Speisereste — das Rohr verstopft schnell.
- In der Kanalisation können sich sogenannte Fettberge bilden; das sind richtige Betonklumpen aus Öl und Abfall.
- Rückstau bedeutet Wasserschaden in Wohnungskeller oder Küche — Versicherungsschutz ist oft begrenzt.
- Altöl (Motoröl) ist giftig und gehört keinesfalls ins Abwasser — Umweltschäden drohen.
Welche Öle gehören nie in den Abfluss?
Viele übersehen die Unterschiede — ich auch früher. Hier die Liste, die jeder im Kopf haben sollte:
- Bratfett und Speisereste-Öle (Sonnenblume, Raps, Olivenöl nach dem Braten).
- Butter, Margarine und Schmalz — sie erstarren und kleben an Rohren.
- Motoröl und Getriebeöl — extrem umweltschädlich, giftig.
- Kosmetiköle und Massageöle — oft mit Zusatzstoffen, die Rohre belasten.
- Frittieröl aus der Fritteuse — hohe Menge, hohe Gefahr für Fettberge.
So erkennst du eine beginnende Verstopfung
- Wasser läuft langsamer ab als sonst.
- Gurgelnde Geräusche aus dem Ablauf.
- Unangenehmer Geruch, der aus dem Abfluss hochsteigt.
- Mehrere Abflüsse im Haus sind betroffen — das ist ein Zeichen für Kanalprobleme.

Was Klempner tagtäglich sehen — und was es kostet
In meiner Praxis rufen Leute panisch an, wenn die Küche überläuft. Ein simpler Rohrreinigungstermin in Deutschland kostet schnell 80–150 €; bei schweren Fällen können 500–2.000 € fällig werden. Ich habe Kunden erlebt, die monatelang mit einem Geruchsproblem lebten — und später Tausende ausgaben.
Profi-Tipp: Als Hauseigentümer bist du oft bis zur Grundstücksgrenze verantwortlich. Die Stadt kommt nicht automatisch für deine verstopften Leitungen auf.
Praktischer Life-Hack: So entsorgst du Öl richtig (5 Schritte)
Das ist mein Standard-Workflow — simpel, günstig und funktioniert in jeder deutschen Küche.
- 1) Abkühlen lassen: Lass Öl oder Fett auf Raumtemperatur abkühlen, aber nicht in den Abfluss.
- 2) Absieben: Gieße durch ein feinmaschiges Sieb, um Essensreste zu entfernen.
- 3) Auffangen: Fülle das Öl in eine stabile Flasche oder ein Glas (alte PET-Flasche oder Marmeladenglas).
- 4) Lagern oder fest werden lassen: Im Kühlschrank wird Fett fest — dann kannst du es leichter entsorgen.
- 5) Richtig abgeben: Bring Motoröl zur Werkstatt oder zum Wertstoffhof; Speiseöl zu kommunalen Sammelstellen oder in manchen Städten zur Problemstoffsammlung.
Übrigens: Wenn du nur kleine Mengen Fett hast, tunkt ein Stück Küchenpapier ein, pack es in den Restmüll und spare dir das Risiko. Aber check vorher die Regeln deiner Stadt — in München oder Hamburg kann es andere Hinweise geben als in einer kleinen Gemeinde.

Alternative: Öl sinnvoll wiederverwenden
Manchmal ist Reuse die beste Option:
- Bratöl bis 2–3 Mal filtern und wiederverwenden — spart Geld und reduziert Abfall.
- Speiseölreste kannst du sammeln und bei manchen Biohöfen oder Recyclinginitiativen abgeben.
- Altes Öl lässt sich in Biodiesel-Anlagen recyceln — erkundige dich beim Wertstoffhof.
Schnell-Hack für die Praxis
Wenn du mitten im Kochen merkst, dass noch viel Fett übrig ist: Stelle ein leeres Tetrapak oder Einmachglas bereit. Gieße das heiße Öl vorsichtig hinein, lass es abkühlen, verschließe es und lagere bis zur Entsorgung. Das vermeidet Katastrophen und ist schneller als ein Klempnereinsatz.
Das letzte Wort — und was du jetzt tun solltest
Ich habe viele vermeidbare Fälle erlebt. Gieß kein Öl in die Spüle — es ist billiger, clever zu handeln als später den Klempner zu bezahlen.
Hast du einen eigenen Trick für altes Öl — z. B. einen Sammelplatz in deiner Stadt oder einen praktischen Behälter? Schreib’s in die Kommentare, damit andere in deiner Gegend davon profitieren.









