Verstopfte Rohre sind teuer und stinken — oft fängt es mit einem Löffel Öl an. Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie aus einem winzigen Fettfilm ein komplettes Hausabwassersystem zum Stillstand kam. Lies das jetzt: Es kostet Zeit, Nerven und oft hunderte Euro, wenn du weiter Öl in den Abfluss kippst.
Warum ein bisschen Öl große Probleme macht
Öl scheint harmlos: flüssig, durchsichtig, weg mit dem Abwaschwasser. In den Rohren passiert jedoch etwas anderes. Fett verbindet sich mit Schmutzpartikeln, kühlt ab und bildet harte Beläge — das ist der Anfang eines sogenannten Fettbergs.
Ein Tropfen Speiseöl kann Kilometer Rohrleitung belasten. Straßenkanäle in deutschen Städten wie Hamburg oder Berlin kämpfen regelmäßig damit — die Entsorgung kostet Gemeinden viel Geld.
Die drei Öle, die du auf keinen Fall entsorgen darfst
1. Brat- und Speiseöle (Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl)
Viele unterschätzen flüssige Pflanzenöle. Sie setzen sich an Rohrwänden fest und binden Staub, Haare und Seifenreste. Nach ein paar Wochen wird aus dem Film ein harter Klotz.

- Geruchs- und Hygieneproblem im gesamten Abwassersystem.
- Reparaturkosten: oft mehrere hundert Euro, abhängig vom Schaden.
- In meiner Praxis sah ich Rohre, die nach Jahren nur mechanisch freigelegt werden konnten — das ist kein DIY-Projekt.
2. Frittierfett & gebrauchtes Frittieröl
Altes Frittieröl ist noch schlimmer: es ist dick, klebrig und enthält Kochreste. Beim Abkühlen verhärtet es nahezu wie Wachs.
- Blockiert Siphons und Fallrohre besonders schnell.
- Große Mengen gehören nicht in die Biomülltonne — in vielen Kommunen gibt es spezielle Sammelstellen.
- Bei kalten Temperaturen in Hausanschlüssen bildet sich ein echtes Verstopfungsrisiko.
3. Motor- und Schmieröl
Motoröl ist Gift fürs Abwasser und die Umwelt. Es gehört laut deutschem Gesetz zur Schadstoffsammlung.
- Nicht nur Verstopfung — Umweltschäden und Bußgelder drohen.
- Altöl ist in Auto-Werkstätten oder beim Recyclinghof kostenlos abzugeben.
- Ich habe Fälle gesehen, wo Altöl ganze Kanäle kontaminierte — mit Folgekosten in vierstelliger Höhe.
Konkrete Tipps: So entsorgst du Öl richtig (Life‑Hack)
Ein einfacher Ablauf, den ich jedem empfehle:
- Öl auskühlen lassen. Heiße Flüssigkeiten nie direkt in den Abfluss.
- Kleine Mengen: Mit Küchenpapier abwischen und in die Restmülltonne geben.
- Größere Mengen: In ein dichtes Schraubglas oder eine alte Plastikflasche füllen und zur kommunalen Schadstoffannahme oder zum Wertstoffhof bringen.
- Motoröl: Unbedingt in der geschlossenen Originalkanne oder Kanister zur Altölannahme (Werkstatt, Recyclinghof) bringen.
- Frittieröl: Manche Supermärkte oder Entsorger bieten Sammlungstage für Altöl an — informiere dich bei deiner Gemeinde.
Pro‑Tipp: Stell gebrauchte Öle für ein paar Stunden in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach — dann lassen sie sich leichter in einen Behälter löffeln.

No‑Go‑Liste: Kurz und schmerzhaft
- Nie Öl in die Spüle oder Toilette kippen.
- Keine Ausrede wie „nur ein bisschen“ — das summiert sich über Wochen.
- Keine chemischen Rohrreiniger als Dauerlösung — sie fressen Dichtungen und machen teure Schäden.
Was du in Deutschland wissen musst
Viele Gemeinden haben klare Regeln: Altöl zählt als gefährlicher Abfall und kann bei der kommunalen Schadstoffannahme, dem Wertstoffhof oder in vielen Autowerkstätten abgegeben werden. Reparaturen wegen Ölverstopfung können zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro liegen — je nach Umfang. Das zahlt keiner gern aus der eigenen Tasche.
By the way, einige Städte in Deutschland organisieren Sammelaktionen für Speiseöle — frag bei deiner Kommune nach oder schau auf der Webseite deiner Stadt nach „Altölannahme“ oder „Schadstoffmobil“.
Letzte Worte — und eine Frage an dich
Ich habe zu oft gesehen, wie eine kleine Nachlässigkeit große Probleme macht. Gieß kein Öl in den Abfluss — es lohnt sich nicht. Sammle, lagere sicher und entsorge fachgerecht.
Hast du schon einmal einen verstopften Abfluss gehabt? Erzähl kurz, was du gemacht hast — vielleicht sparst du jemandem teure Fehler.









