Du kippst nach dem Braten das Öl gedachtlos in den Ausguss? Ich habe genau das jahrelang gemacht — bis ich live erlebt habe, wie ein mit Fett verstopfter Hauptkanal eine Straße lahmlegte. Jetzt warnen Rohrleger: Brat- und Frittieröl sind die heimlichen Rohrkiller.
Warum du das jetzt lesen solltest: Gerade nach Feiertagen und Grillsaisons steigen die Schäden — und die Rechnungen der Handwerker in Euro sind schmerzhaft. Lies weiter, bevor du das nächste Mal das Fett „einfach weggießt“.
Warum dieses Öl so gefährlich ist
Viele denken: „Flüssig — kein Problem.“ Das ist trügerisch. Ich bemerkte bei Einsätzen immer wieder das gleiche Muster.
- Warm ist Öl flüssig, in kälteren Rohren erstarrt es und bildet feste Schichten.
- Sogar kleine Mengen lagern sich über Monate an — ähnlich wie Schichten in einer Wasserleitung.
- Wenn Öl auf Feuchttücher oder Papier trifft, entsteht ein dichter Klumpen, der wie ein Fettberg wirkt.
- Seife vermischt mit Fett kann eine zähe, klebrige Masse bilden, die den Durchmesser der Leitung reduziert.
Nie wieder Öl in den Ausguss ist keine Übertreibung — es trifft Leitungen, Pumpen und städtische Kläranlagen.
So passiert es in deinen Rohren
Stell dir dein Rohr vor wie einen Kaffeefilter: Alles, was klebrig ist, bleibt hängen. Bei Öl läuft das so ab:

- Frisches Öl fließt, setzt sich aber an Rauheiten fest.
- Mit der Zeit verbinden sich Schichten, werden dicker und härter.
- Die Rohröffnung verengt sich, Wasser staut sich — Gerüche entstehen.
- Im schlimmsten Fall bricht der Fettberg und verstopft tiefer liegende Leitungen oder die Kanalisation.
5 Warnzeichen, dass deine Leitung schon leidet
- Wasser läuft nur sehr langsam ab.
- Es riecht muffig oder faul aus dem Siphon.
- Gurgelnde Geräusche beim Spülen oder in der Toilette.
- Wiederkehrende, scheinbar zufällige Verstopfungen.
- Ölige Rückstände am Abflussrand.
Was Rohrleger in Deutschland wirklich raten
In meiner Praxis empfehle ich klare, praktikable Schritte — kein Hokuspokus. Und: lokale Regeln beachten.
- Sofortmaßnahme: Öl mit Küchenpapier aus der Pfanne wischen — Papier in den Restmüll, nicht ins Klo.
- Große Mengen sammeln: in eine verschließbare Plastikflasche oder Glas geben und dicht verschließen.
- Entsorgung: Viele Wertstoffhöfe (Recyclinghöfe) in Deutschland nehmen Speiseöl an — erkundige dich bei deiner Stadtverwaltung.
- Alternative: Manche Gemeinden haben Sammelstellen für Altöl; frag beim örtlichen Wertstoffhof oder auf der Gemeindeseite nach.
- Keine starken chemischen Rohrreiniger: Die greifen Dichtungen an und schaden PVC; setze lieber auf mechanische Reinigung oder Enzymreiniger.
Ein Tipp, den ich oft weitergebe
Bewahre unter der Spüle eine leere PET-Flasche für Altöl auf. Nach dem Kochen füllst du das restliche Öl hinein. Wenn die Flasche voll ist, bringst du sie zum Wertstoffhof. Simple Sache — spart Ärger und Geld.
Notfall-Hack: Rohr in 5 Minuten befreien
Wenn es akut ist und das Wasser steht, probiere das, bevor der Handwerker kommt.
- 1) Stelle einen Eimer unter den Siphon und löse ihn vorsichtig ab (mit Handschuhen).
- 2) Entferne sichtbare Fettklumpen manuell und entsorge sie im Restmüll.
- 3) Gieße einen guten Spritzer Spülmittel (fettlösend) in den Abfluss und folge mit sehr heißem, aber nicht kochendem Wasser — das löst frische Ablagerungen.
- 4) Falls das nicht hilft: Saugglocke (Pümpel) benutzen, mehrfach kräftig pumpen.
- 5) Bleibt der Abfluss zu, setze eine Rohrspirale (Handschlangen-Bohrer) ein oder rufe eine Rohrreinigungsfirma — bitte um eine Kameraaufnahme, bevor große Arbeiten ausgeführt werden.
Notfall-Hack: Für hartnäckige Fälle hat sich eine Kombination aus enzymatischen Reiniger-Pads über Nacht und anschließender mechanischer Entfernung bewährt — das schont Rohre und Kläranlagen.

Praktische Alternativen zur Entsorgung
- Einfrieren: Kleine Mengen in eine Dose geben, einfrieren, dann als fester Block in den Restmüll.
- Absorber: Alte Küchenrolle oder Sägespäne binden Fett; danach Restmüll.
- Gewerbliche Abgabe: Restaurants in deiner Nähe oder Einrichtungen für Biodiesel nehmen oft größere Mengen an.
- Prävention: Benutze beim Braten einen kleinen Auffangbehälter, so landet weniger Öl im Spülwasser.
Was kostet das — und warum lohnt sich Vorsorge?
Ich habe Fälle gesehen, bei denen Hausbesitzer mehrere hundert bis tausend Euro für Rohrsanierung zahlen mussten. In Städten mit älteren Leitungen (viele Altbauten in Berlin, Hamburg oder Köln) sind die Risiken größer.
Einfaches Verhalten spart dir Zeit, Ärger und bares Geld. Und schützt die Umwelt: Kläranlagen leiden, Fische leiden — das ist kein lokales Problem, das trifft uns alle.
Zum Schluss
Ich habe öfters erlebt, wie Kleinigkeiten große Schäden verursachen. Fang heute an: kein Öl mehr in den Ausguss, Stoff auffangen, sammeln und ordnungsgemäß entsorgen.
Was war dein schlimmster Abfluss-Moment — und wie hast du ihn gelöst? Teile deine Erfahrung in den Kommentaren — so lernen wir alle dazu.









