Feuchte Ecken riechen muffig, ruinieren Möbel und können Schimmel bringen — gerade jetzt, wenn die Heizung an ist und die Fenster zu bleiben. Du willst eine schnelle, billige Lösung? Dann bleibt dieser alte Trick erstaunlich oft die beste Erstmaßnahme.
Ich habe das selbst ausprobiert: in meinem Altbau-Keller und im Kleiderschrank. Der Reis im Salzstreuer zieht tatsächlich Feuchtigkeit — aber er ist kein Wundergerät.
Warum das noch funktioniert (und warum viele es unterschätzen)
Reis ist kein Hightech, aber er nimmt kleine Mengen Wasserdampf auf — wie ein Mini-Schlammputz für die Luft. In meiner Praxis (ja, ich teste solche Hacks) hat er folgende Effekte gebracht:
- Reduziert Kondenswasser an Fenstern in kleinen Räumen.
- Verzögert muffigen Geruch in Schränken und Schuhkästen.
- Schützt Salz vor Verklumpen, wenn du Reis in den Salzstreuer mischst.
Wann Reis funktioniert
- Bei leicht erhöhter Luftfeuchte in kleinen Bereichen (Schrank, Schuhschrank, Badezimmerschrank).
- Wenn du regelmäßig austauschst — Reis ist kein Langzeit-Entfeuchter.
- In Häusern ohne akute Wasserschäden oder aufsteigende Feuchtigkeit.
Wann du lieber anderes tun solltest
- Bei nassen Wänden, sichtbarem Schimmel oder tropfenden Rohren: Profi kontaktieren.
- Für ganze Wohnungen: Elektro- oder Granulat-Entfeuchter sind effektiver.
- Wenn du schnelle, messbare Senkung der Raumluftfeuchte brauchst.

Der Vergleich, kurz und schmerzlos
Reis wirkt wie ein kleines Küchen-Schwämmchen: günstig und nützlich. Moderne Feuchtigkeitsabsorber (Silicagel, Aktivkohle) sind dagegen wie ein Industrietrockner — stärker, teurer, länger haltbar.
- Preis: Reis kostet in Deutschland oft nur 1–3 € pro kg (Aldi, Lidl).
- Verfügbarkeit: Reis und einfache Salzstreuer bekommst du bei DM, Rossmann oder im Baumarkt (Bauhaus, OBI) sofort.
- Umwelt: Reis ist natürlich, braucht aber öfter Wechsel.
Praktischer Hack: So baust du dir einen Reis-Entfeuchter im Salzstreuer
Ich habe es in einem Schuhschrank getestet — hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung, die wirklich funktioniert:
- Besorge einen großen Salzstreuer oder ein kleines Einmachglas mit Deckel (Bauhaus, OBI, ~2–5 €).
- Fülle ungekochten weißen Reis (Langkorn) bis zu 3/4 hinein.
- Wenn du einen Salzstreuer mit Löchern nutzt: Bohre oder kaufe einen Deckel mit kleinen Löchern, damit Luft zirkuliert.
- Stelle den Streuer in die zu trocknende Ecke (Schrankboden, Ecke im Keller, Fensterbank).
- Wechsle den Reis alle 4–6 Wochen oder wenn er klumpig oder feucht riecht. Bei sichtbarer Feuchte öfter.
By the way: Du kannst Reis auch mit etwas grobem Kochsalz mischen — das hält Feuchtigkeit länger, aber bei sehr hoher Luftfeuchte kann Salz körnig werden.

Bonus: schneller Test, ob es wirkt
- Vorher-Foto der Fenster oder Zimmerecke machen.
- Streuer 2 Wochen stehen lassen.
- Feuchtigkeitsfilm/Schwitzen beobachten und Foto vergleichen.
Zusätzliche Tipps aus der Praxis
- Lüfte kurz und kräftig (Stoßlüften) — Reis hilft nur zusätzlich, nicht statt Lüften.
- Für Keller: erhöhte Luftzirkulation (kleiner Ventilator) plus mehrere Reisbehälter verteilt.
- Für Kleidung im Schrank: Reis in kleine Baumwollbeutel füllen — sieht besser aus als ein alter Plastikbecher.
- Wenn du häufig Probleme hast: Investiere in ein Hygrometer (5–15 €), um zu sehen, ob Maßnahmen wirken.
Wichtig: Reis ist billig und praktisch, aber bei echten Feuchteproblemen ist er nur die Erste-Hilfe-Maßnahme. Er ersetzt keinen Bautrockner oder eine Schimmelbeseitigung durch Profis.
Fazit
Der Salzstreuer mit Reis ist kein Mythos. Er hilft schnell, billig und lokal — besonders in deutschen Altbauten, feuchten Schränken oder während der Heizperiode. Ich habe gesehen, wie ein paar Streuer den muffigen Geruch im Flur reduzierten.
Aber: Wenn Wände nass sind oder Schimmel wächst, ist das nur ein Notbehelf. Hast du das schon ausprobiert — und wo hat es bei dir geholfen (oder versagt)?









