Sie öffnen die Heizkostenabrechnung und fragen sich: Wo sind die 400 Euro hin? Ich habe es oft erlebt — kleine Nachlässigkeiten summieren sich. Lesen Sie das jetzt, bevor die nächste Rechnung kommt: Ich zeige, welche Fehler am häufigsten vorkommen und wie Sie sie ohne großen Aufwand vermeiden.
Warum das so viele Hausbesitzer nicht merken
In meiner Praxis fällt mir auf: Viele denken, die Heizung sei „eingestellt“ und fertig. Dabei kostet uns Bequemlichkeit bares Geld.
Die Summe kommt nicht aus dem Nichts — es sind viele kleine Fehler: falsch eingestellte Thermostate, Luft im System, fehlender hydraulischer Abgleich. Zusammen sind das schnell mehrere hundert Euro pro Jahr.
Die 5 häufigsten Fehler — und was sie kosten
1. Thermostat falsch genutzt
Viele lassen die Heizung dauerhaft auf 22–24 °C laufen, obwohl kurzzeitiges Absenken ausreichend wäre. Oder Thermostate sind veraltet und reagieren träge.
- Was passiert: Dauerlauf statt bedarfsgerechter Regelung.
- Folge: Höherer Gas- oder Ölverbrauch.
2. Luft in den Heizkörpern
Ich sehe es jede Saison: kalte Stellen am Heizkörper, weil Luft das Wasser verdrängt. Das System arbeitet ineffizient, Umwälzpumpe läuft länger.
- Was passieren kann: reduzierte Wärmeabgabe, mehr Brennstoffverbrauch.
- Warum viele es nicht merken: Räume fühlen warm genug, bis der Verbrauch plötzlich steigt.
3. Kein hydraulischer Abgleich
Das klingt technisch — ist aber oft die Hauptursache für ungleiche Wärmeverteilung. In Mehrfamilienhäusern und alten Heizkörperanlagen kostet das richtig Geld.

- Was das bringt: gleichmäßige Temperatur, weniger Pumpenlaufzeit.
- Typische Einsparung: mehrere Prozent — beim alten System bis zu Hunderten Euro jährlich.
4. Heizkessel/Anlage nicht gewartet
Viele verschieben die Wartung, weil es Geld kostet. Ich sage offen: Verstopfte Düsen, falsche Gas-Luft-Mischung oder verschmutzte Wärmetauscher erhöhen den Verbrauch.
- Jährliche Wartung = bessere Effizienz und Sicherheit.
- In Deutschland gibt es oft lokale Handwerksbetriebe, die kostengünstige Checks anbieten — vergleichen lohnt sich.
5. Fehlende Dämmung und Wärmebrücken
Fensterkanten, Rollladenkästen oder schlecht isolierte Rohre: Kleinigkeiten, die im Winter überproportional Wärme kosten.
- Was hilft: Rohrdämmung am Heizkörperanschluss, Fensterdichtungen prüfen.
- Regionale Besonderheit: In Altbauten in vielen deutschen Städten (z. B. Berlin, Leipzig) sind solche Schwachstellen typisch.
Konkrete Sofort-Tipps, die ich selbst empfehle
Hier kommen die Maßnahmen, die ich oft direkt beim Kunden vor Ort mache — oder als Checkliste gebe. Kurz, praxisnah und ohne großes Investment.
- Heizkörper entlüften (schmutzige Thermen zuerst abschalten).
- Thermostate nachts 3–4 °C absenken statt ständig warm halten.
- Rohrleitungen an sichtbaren Stellen dämmen (Selbstklebendämmung aus dem Baumarkt).
- Wartungsvertrag prüfen: Lohnt sich oft schon nach einem Jahr, wenn Verbrauch sinkt.
- Bei Vermietung: Heizkostenverteilung prüfen — alte Systeme sind teurer für alle.
Praktischer Life-Hack: Heizkörper entlüften in 6 Schritten
Das Entlüften spart oft sofort spürbar Energie. Ich mache das selbst in Wohnungen und erkläre es hier Schritt für Schritt.
- 1. Gerät ausschalten: Heizkessel/Umwälzpumpe abschalten oder auf Sommerbetrieb stellen.
- 2. Gefäß und Lappen bereitlegen (Wasser kommt raus).
- 3. Am Heizkörperventil oben mit Schlüssel oder Schraubendreher langsam öffnen.
- 4. Luft entweichen lassen, bis Wasser kommt — kurz warten, dann schließen.
- 5. Druck prüfen: Nach dem Entlüften eventuell Kesselwasser nachfüllen (auf Betriebsdruck achten, meist 1–2 bar).
- 6. Anlage wieder einschalten und Raum-Temperatur kontrollieren.
Übrigens: Wenn nach dem Entlüften immer wieder Luft kommt, ist das Hinweis auf größere Probleme — dann rufe ich einen Installateur.

Kurzfristig vs. langfristig sparen
Kurzfristig sparen Sie durch cleveres Verhalten: entlüften, Absenken, Dämmung. Langfristig lohnt sich oft der hydraulische Abgleich oder ein moderner Brennwertkessel. Förderungen wie BAFA oder lokale Zuschüsse machen Modernisierungen in Deutschland oft attraktiver.
Ein Vergleich: Das ist wie beim Auto — regelmäßiger Ölwechsel kostet wenig, spart aber erst richtig, wenn man auch Motor und Fahrstil optimiert.
Wann Sie unbedingt den Profi rufen sollten
- Wenn Sie nach Entlüften ständig Wasser nachfüllen müssen.
- Bei ungewöhnlichen Geräuschen (Gluckern, Klopfen) an Pumpe oder Kessel.
- Bei massiven Temperaturschwankungen zwischen Wohnungen oder Räumen.
In meiner Arbeit zahlt sich ein Check oft schon nach einem Winter aus — die Rechnung eines guten Installateurs ist eine Investition, keine Ausgabe.
Fazit
Viele der Fehler sind leicht zu finden und zu beheben. Wenn Sie regelmäßig kontrollieren und kleine Maßnahmen umsetzen, sparen Sie nicht nur Geld — Sie gewinnen auch Komfort.
Welche Sparmaßnahme haben Sie schon ausprobiert — oder schiebst Sie vor sich her? Schreiben Sie kurz, was bei Ihnen zuletzt auf der Heizkostenabrechnung auffällig war.









