Unkraut zwischen Pflastersteinen, auf dem Rasen oder am Beetrand — Du hast es satt, jede Woche zu jäten oder Gift in den Garten zu sprühen. Ich habe das Rezept mit Essig und Salz ausprobiert, weil ich keinen Bock auf teure, chemische Sprays hatte und Geld sparen wollte.
Warum Du das jetzt lesen solltest: Es ist billig (unter 10 €), schnell gemischt und funktioniert — aber nicht wie ein Wundermittel. Ich erkläre, wann es wirkt, wann es den Boden ruiniert und wie Du es richtig anwendest, ohne Deinen Rasen zu zerstören.
Warum ich das selbst getestet habe
Ich habe zwei Frühlingswochen damit verbracht: Nachbarn schauen zu, Kinder spielen im Sandkasten, ich probierte verschiedene Mischungsverhältnisse. Ergebnis: manches Unkraut stirbt sofort, anderes lacht dich an. In meiner Praxis ist es ein Werkzeug, kein Zauberstab.
Wie Essig + Salz eigentlich wirkt
- Essig (Essigsäure) entzieht den Blättern Wasser — das Unkraut bekommt einen Sonnenbrand.
- Salz erhöht die Salzkonzentration im Boden und hemmt das Nachwachsen — auf Dauer kann das den Boden schädigen.
- Spülmittel hilft, dass die Mischung an den Blättern haftet wie Kleber.
Die 10‑Euro‑Methode: Meine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung
Ich habe das so gemischt, gekauft bei Rewe, Aldi oder Lidl — alles lokal in Deutschland verfügbar, plus Ersatzartikel bei Baumärkten wie OBI oder Hornbach, wenn Du Gartenessig suchst.

- 1 Liter Haushaltsessig (5 % Säure) — ca. 0,70–1,50 €
- 100–200 g Speisesalz — ca. 0,50–1,00 €
- 1 Teelöffel Spülmittel (ein günstiges 250‑ml‑Fläschchen reicht lange) — ca. 1–2 €
So mischst und wendest Du es an
- Gib 1 Liter Essig in eine Sprühflasche oder Gießkanne.
- Rühre 100–200 g Salz ein (bei hartnäckigem Unkraut eher 150–200 g).
- Ein Teelöffel Spülmittel dazu — das sorgt für bessere Haftung.
- Am besten an einem trockenen, sonnigen Tag mittags aufs Unkraut sprühen.
- Nur gezielt anwenden: Blätter direkt benetzen, nicht großflächig über Beete sprühen.
Wichtig: Keine Sorge, die Zutaten kosten zusammen in der Regel deutlich unter 10 € — deswegen nenne ich es die 10‑Euro‑Alternative.
Dos & Don’ts: Was viele übersehen
- Do: Zielgerichtet anwenden — nur die Pflanzen, die Du loswerden willst.
- Don’t: Nicht auf Rasen oder in Blumenbeeten sprühen, wenn Du später Gemüse oder Zierpflanzen pflanzen willst.
- Do: An warmen, sonnigen Tagen arbeiten — die Wirkung ist dann am stärksten.
- Don’t: Nicht in die Nähe von Gewässern oder Abflüssen gießen — Salz und Essig schaden dem Ökosystem.
- Do: Handschuhe tragen und Kinder/Tiere fernhalten, bis die Fläche trocken ist.
- Don’t: Keine stark konzentrierte Essigsäure (Gartenessig >10 %) ohne Schutz verwenden — das ist ätzend.
Was Du erwarten kannst — und was nicht
Erfolg: Junge einjährige Unkräuter (Löwenzahnkeimlinge, Gänsefuß, Gras zwischen Pflastersteinen) welken oft innerhalb eines Tages und sterben innerhalb von 3–7 Tagen ab.
Limitierungen: Tiefwurzelnde Pflanzen wie Löwenzahn oder Quecke überstehen eine Behandlung oft — sie treiben nach. Außerdem kann Salz den Boden langfristig versalzen, wenn Du großflächig sprühst.
Metapher: Denk dran — das ist wie ein Sonnenbrand für Unkraut, nicht wie eine Chemotherapie für den Garten.

Praktischer Lifehack: Spot‑Repairtechnik (funktioniert bei Pflasterfugen)
- Mit einem alten Löffel oder einem Messer Unkraut im Wurzelbereich leicht aufrauen.
- Essig‑Salz‑Mischung direkt auf die freigelegte Basis gießen — so kommt die Säure tiefer.
- Nach 48 Stunden erneut behandeln, wenn grüne Triebe noch leben.
- Danach Fugen mit feinem Sand auffüllen — das hemmt neues Keimen.
Ich habe diese Technik im Innenhof getestet: Nach zwei Anwendungen waren die Fugen sauberer, und Nachbarn fragten, ob ich Chemie verwendet hätte. Spoiler: Nein.
Alternative Wege (wenn Du kein Risiko mit Salz eingehen willst)
- Heißes Wasser: Günstig und ungefährlich, ideal für Pflasterfugen.
- Mulchen: Deckt Boden ab und verhindert Licht – sehr gut für Beete.
- Mechanisch jäten: Anstrengend, aber bodenschonend und dauerhaft effektiv.
Kurz‑Checkliste vor dem Einsatz
- Ist es heiß und sonnig? — Ja → sprühen.
- Stehen Nutzpflanzen in der Nähe? — Nein → sprühen.
- Gibt es Abfluss in die Kanalisation oder einen Teich? — Nein → sprühen.
- Willst Du langfristig im Boden Gemüse anbauen? — Dann vorsichtig oder besser andere Methode wählen.
Übrigens: In Deutschland findest Du Haushaltsessig und Salz günstig bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka. Für stärkere (aber riskantere) Lösungen bieten Bau- und Gartenmärkte wie OBI oder Hornbach spezielle Gartenessige — aber die sind ätzend und nur mit Schutzkleidung zu verwenden.
Kurz gesagt: Essig + Salz ist ein praktisches Werkzeug im Garten‑Arsenal — billig, lokal verfügbar und oft effektiv. Aber es ist kein Freifahrtschein, den Du großflächig anwenden solltest.
Welche Mischung hast Du ausprobiert — oder schwörst Du auf eine andere Hausmethode gegen Unkraut? Schreib’s in die Kommentare.









