Türklinken sind kleine Keimschleudern, die wir alle täglich anfassen. Ich habe bemerkt, dass viele Leute spontan zur Zahnpastatube greifen — aber das ist nicht die einfache Lösung, die es zu sein scheint. Lies das jetzt, denn gerade in Erkältungs‑ und Grippesaisons kann die richtige Methode den Unterschied machen.
Warum Zahnpasta manchmal wirkt — und warum sie selten reicht
In meiner Praxis als Reinigungs‑Tester habe ich Zahnpasta öfter fürs Polieren von Metallgriffen gesehen. Sie enthält feine Schleifpartikel, die Schmutz und Oxidation entfernen können.
Aber hier ist der Haken: Zahnpasta desinfiziert nicht zuverlässig. Sie kann Schmutz abschaben, hinterlässt aber meist Rückstände und tötet keine hartnäckigen Erreger wie Noroviren oder Coronaviren sicher ab.
Kurz erklärt: Was Zahnpasta macht
- Mechanische Reinigung durch Abrieb (wie ein feines Schleifpapier).
- Manche Pasten enthalten Fluorid oder antibakterielle Zusätze — kein Ersatz für zertifizierte Desinfektion.
- Gel‑Pastas hinterlassen Rückstände, die Staub anziehen.

Wann Reinigungsexperten tatsächlich Zahnpasta nutzen
Ich habe Reinigungsteams in Berliner Altbauwohnungen und bei Haushaltsprodukttests beobachtet. Sie greifen zur Zahnpasta, aber nicht aus Hygienegründen:
- Zum Entfernen von Fingerabdrücken und leichten Verfärbungen auf Edelstahl.
- Als kurzfristiger Glanzbooster vor Fotos oder beim Wohnungsverkauf.
- Wenn keine Politur zur Hand ist — aber nur nach einer gründlichen Reinigung.
Profi‑Tipp: Teste zuerst eine kleine, unsichtbare Stelle. Manche Türklinken haben eine Beschichtung, die durch Abrieb beschädigt wird.
Der Profi‑Trick: So machst du Türklinken wirklich keimfrei
Wenn dir Hygiene wichtig ist — besonders in deutschen Haushalten mit Kindern oder Senioren — halte dich an die Reihenfolge, die Reinigungsexperten nutzen:
- Schritt 1: Sichtbaren Schmutz entfernen. Kurz mit Seifenlauge und einem Mikrofasertuch abwischen.
- Schritt 2: Desinfizieren. Nutze 70% Ethanol‑Spray oder ein Flächendesinfektionsmittel (gängig bei DM, Rossmann, auch bei Lidl erhältlich).
- Schritt 3: Lufttrocknen lassen — nicht sofort abwischen. Die Wirkzeit zählt.
- Schritt 4 (optional): Polieren mit einer kleinen Menge nicht‑geliger Zahnpasta, dann gründlich abwischen und erneut desinfizieren.
In Deutschland sind alkoholbasierte Produkte leicht verfügbar und bezahlbar (eine Packung Desinfektionstücher kostet oft nur 1–3 €). Für Haushalte reicht das meistens.
Schnelle Notfall‑Variante
Übrigens: Wenn wirklich nichts anderes da ist, kannst du Zahnpasta nutzen — aber als letzter Ausweg:

- Kleinen Tupfer auftragen, kräftig reiben.
- Mit warmem Wasser und Seife nachwischen, um Rückstände zu entfernen.
- Wenn möglich, danach mit Alkohol nachdesinfizieren.
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Nur Zahnpasta auf Türklinken zu verlassen in der Hoffnung, Keime zu eliminieren.
- Starke Scheuermittel auf beschichteten Griffen zu verwenden — sie können die Schutzschicht zerstören.
- Verschiedene Reinigungsmittel mischen (z. B. Bleichmittel + Ammoniak) — gefährlich.
Denke daran: Türklinken aus Messing, verchromtem Stahl oder mit Lack reagieren unterschiedlich. In Altbauten in Hamburg oder München habe ich gesehen, wie glänzende Griffe schnell matt wurden, weil Leute zu aggressiv schrubbten — ein teures Missgeschick.
Kurz gesagt: Mein Rat für die Praxis
- Reinigen zuerst, desinfizieren danach.
- Nutze 70% Alkohol oder geprüfte Flächendesinfektionsmittel für die Hygiene.
- Zahnpasta nur als Politur, niemals als Hauptdesinfektion.
Zum Schluss: Probier die Reihenfolge einmal aus — du wirst den Unterschied merken. Ich habe es in mehreren Haushalten getestet: Saubere, glänzende und wirklich keimreduzierte Türklinken sind kein Hexenwerk.
Was denkst du — hast du Zahnpasta schon mal dafür benutzt oder schwörst du auf ein anderes Hausmittel? Schreib es in die Kommentare.









