Dein WLAN ist langsam, die LED blinkt komisch und Du denkst: „Ich krieg das selbst hin.“ Stopp. Bevor Du bohrst, klebst oder wild die Kabel umsteckst: Manche „Verbesserungen“ machen mehr kaputt, als sie lösen.
Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie ein schlecht platzierter Router eine ganze Wohnung lahmlegte – und wie simple Regeln das Problem sofort lösten. Lies das jetzt, bevor Du den Bohrer ansetzt.
Warum das plötzlich nicht mehr funktioniert
Oft ist es nicht die Technik, sondern die Platzierung oder die Kombination aus Strom und Funk. Elektriker meiden bestimmte Tricks, weil sie langfristig gefährlich oder nutzlos sind.
Ein Router ist keine Dekoration: Er ist ein empfindliches Gerät, das auf Spannungsschwankungen, Hitze und elektromagnetische Störungen reagiert.
7 Dinge, die Elektriker niemals mit Deinem Router tun würden
1. Router neben starken Stromleitungen verstecken
Ich bemerkte das immer wieder: Der Router im Kabelschacht neben der Herdanschlussleitung. Funktioniert erst ein paar Wochen – dann Störungen. Elektromagnetische Felder stören das WLAN-Signal und beschädigen im Extremfall Elektronik.
2. Den Router in einen Metall-/TV‑Schrank quetschen
Metall reflektiert Funkwellen wie ein Spiegel. Wenn Du den Router in einen geschlossenen Schrank stellst, verschwindet Dein Signal. Elektriker wählen deswegen offene, erhöhte Plätze.

3. Billige, zusammengedrehte Kabelverbindungen verwenden
Ein einfacher Drehkontakt (Verzwirnen) an netzwerk- oder stromführenden Kabeln ist ein No‑Go. Ich habe gesehen, wie so Lötfrei-Verbindungen Wärme entwickeln und Kontaktprobleme geben.
4. Router an die gleiche Mehrfachsteckdose wie Waschmaschine anschließen
Große Motorgeräte erzeugen Spannungsspitzen. Die Steckdosenleiste schützt selten ausreichend. Deshalb raten Elektriker zu getrennter Absicherung oder geprüften Überspannungs‑Schutzleisten.
5. Netzwerkdosen ohne Abschirmung durch dicke Wände ziehen
In Altbau‑Wänden mit viel Mist (alte Metallraster, Heizleitungen) verschlechtert ungeprüftes Kabel die Leistung. Profi‑Elektriker verlegen abgeschirmte CAT6/CAT7 Kabel und halten Mindestabstände zu Starkstrom.
6. Firmware‑Updates ignorieren oder auf dubiose Versionen springen
Ich habe Kunden gesehen, die aus Frust Fremd‑Firmware flashen. Ergebnis: verlorene Garantie, instabile Funktion, im schlimmsten Fall Sicherheitslücken. Ein Elektriker rät: Updates installieren, aber nur von Herstellerseiten.
7. WLAN‑Repeater als Dauerlösung statt Kabelverlegung
Repeater sind bequem, aber sie halbieren oft die Bandbreite und verstecken das eigentliche Problem. Elektriker bevorzugen Ethernet‑Backbones oder Powerline (mit Vorsicht) als dauerhafte Lösung.
Praktische Regeln, die Elektriker täglich befolgen
- Router mindestens 20–30 cm von Starkstromleitungen entfernt platzieren.
- Gerät erhöht aufstellen (Regal, 1–2 Meter), nicht auf dem Boden oder neben TV.
- Verwende abgeschirmte Netzwerkkabel (Cat6 mind.), sauber terminiert.
- Überspannungsschutz benutzen – aber geprüfte Geräte (VDE/GS‑Kennzeichen).
- Firmware regelmäßig von der Herstellerseite installieren, nie von Drittquellen.
Viele übersehen die Kombination: alte Gebäude + moderne Glasfaserbox + preiswerter Router = Ärger. In Deutschland ist das besonders oft: Altbauwände, zentrale Telekom‑Anschlüsse, und dann wird der Router hinter Vorhängen verstaut.

Sicherer Router‑Quickfix: 6 Schritte, die Du jetzt machen kannst
- Schritt 1: Schalte den Router aus und zieh den Stecker. Atme durch.
- Schritt 2: Stelle das Gerät an einen offenen, erhöhten Platz – nicht in Schränke oder hinter TV.
- Schritt 3: Trenne Router und Waschmaschine/Backofen von derselben Steckdose; nutze eine andere Dose.
- Schritt 4: Tausche das Kabel gegen ein kurzes Cat6‑Patchkabel (30–50 cm) – weniger Verlust.
- Schritt 5: Installiere das neueste offizielle Firmware‑Update (Herstellerseite, z. B. Deutsche Telekom, AVM, Fritz!Box).
- Schritt 6: Prüfe mit einer App (z. B. „Fing“ oder „WiFi Analyzer“), auf welchem Kanal Dein Nachbar funkt – wechsle bei Überlappung.
Das mag simpel klingen, aber in meiner Praxis haben diese Schritte sofortige Verbesserungen gebracht – und manches Gerät vor frühzeitigem Defekt bewahrt.
Ein Tipp, den Elektriker selten verraten
Wenn Du in einer Wohnung in Deutschland umziehst: Fordere beim Vermieter, dass die Netzwerkinfrastruktur geprüft wird, bevor Du große Geräte kaufst. Viele Vermieter verstehen das nicht, aber eine kurze Absprache mit dem Hausmeister oder Elektroinstallateur spart später Ärger.
Und noch ein nicht offensichtlicher Hack: Nutze beim Umzug kurze, qualitativ hochwertige Kabel zwischen Glasfaser-Modem und Router. Viele Probleme entstehen durch alte, lange Kabel – nicht durch das Modem selbst.
Zum Schluss
Elektriker denken in Schutz, Abstand und Standards. Sie vermeiden schnelle Bastel‑Lösungen, weil sie langfristig Ärger, Ausfälle oder Gefahren vermeiden wollen. Wenn Du diese 7 Dinge beachtest, hast Du eine stabilere Verbindung und weniger Stress.
Was ist das Merkwürdigste, was Du je mit Deinem Router gemacht hast? Schreib’s in die Kommentare – ich antworte und helfe, wenn nötig.









