Du tauschst eine alte Glühlampe gegen eine günstige LED — und plötzlich flackert die Küche, die Sicherung fällt raus oder die Lampe riecht verbrannt. Ich habe das oft gesehen: kleine Einsparung, große Sorgen.
Jetzt, wo wir wieder mehr Zeit drinnen verbringen (kurze Tage, nass-kaltes Wetter in Deutschland), ist das Risiko größer. Lies das jetzt, bevor Du einkaufst oder eine alte Lampe weiter benutzt.
Warum das in alten Lampen schiefgehen kann
Alte Leuchten in Altbauwohnungen oder gebrauchte Stehlampen wurden ursprünglich für Glüh- oder Halogenlampen gebaut. LEDs arbeiten anders — und das kann zu Hitze, flackernden Lichtern oder sogar Brandgefahr führen.
In meiner Praxis als Elektriker habe ich drei typische Problemquellen immer wieder gesehen:
- Falscher Trafo oder gar kein Trafo für Niedervolt-Birnen.
- Enge, geschlossene Leuchten, die Wärme nicht abführen.
- Alte Dimmer, die mit LED-Treibern inkompatibel sind.
Diese 6 LED-Typen solltest Du nicht in alten Lampen stecken
1) Non-dimmable LEDs in Dimmer-Schaltungen
Viele Billig-LEDs sind nicht dimmbar, tragen aber einen irreführenden Aufdruck. Steckt man sie in eine gedimmte Leitung, flackern sie oder der Dimmer wird beschädigt.
2) 12V MR16 („Halogen“-Form) LEDs ohne LED-kompatiblen Trafo
Alte Halogenstrahler arbeiten mit elektronischen Trafos, die eine Mindestlast erwarten. Steckst Du eine LED hinein, stimmt die Last nicht mehr — kurz: Flackern, Ausfall, defekter Trafo.

3) Hochleistungs-LEDs in geschlossenen Deckenleuchten
Viele Downlights und Deckenlampen sind so gebaut, dass sie Wärme loswerden — aber nur bei alten Glühlampen. Leistungsstarke LEDs erzeugen punktuell Hitze, die in einer geschlossenen Fassung nicht entweicht.
4) Billigimporte ohne CE-Kennzeichnung
Kein Prüfzeichen, falsche Wattangaben, schlechte Wärmeableitung. Solche Birnen sind in Baumarkt-Schnäppchen oder Online-Discountern zu finden — vor allem, wenn der Preis zu gut erscheint.
5) Smart-Bulbs mit großen Treibern in kleinen Metallleuchten
WLAN- oder Zigbee-Birnen haben zusätzliche Elektronik. In kleinen Lampenschirmen kann das zu starker Erwärmung führen — und zum Schmelzen der Lampenfassung.
6) LED-Retrofit, die für Trafo-Oszillation empfindlich sind
Manche Retrofit-LEDs reagieren auf die Oszillationen alter Trafos mit dauerhaftem Leuchten oder schnellem Ausfall — besonders in Kronleuchtern mit mehreren Lampen.
Wie Du es sofort prüfst — 5 schnelle Kontrollen
- Sieh auf das Typenschild der Lampe: Steht dort „230V“, „12V“ oder Hinweise auf einen Trafo?
- Ist ein Dimmer installiert? Wenn ja: Prüfe, ob er als „LED-kompatibel“ markiert ist.
- Ist die Leuchte geschlossen (Deckel/Glaskugel)? Dann keine Hochleistungs-LED hinein.
- Hat die Birne ein CE- oder VDE-Zeichen? Kein Zeichen = Vorsicht.
- Wo gekauft? Discounter-Angebote (Aldi, Lidl), Internet-Schnäppchen (eBay, Wish) sind oft riskanter als Obi/Hornbach/MediaMarkt.
Praktischer Life-Hack: So findest Du die richtige LED (Schritt-für-Schritt)
Ich habe das oft so gemacht — funktioniert kurz & sicher:
- 1) Foto machen: Mach ein Foto von der Lampe inklusive Sockel und Typenschild (Trafo sichtbar?).
- 2) Im Fachmarkt zeigen: Geh zu Obi, Hornbach oder einem lokalen Elektriker mit dem Foto.
- 3) Kaufkriterien abfragen: Sag klar, ob gedimmt wird, ob die Leuchte geschlossen ist und ob ein Trafo vorhanden ist.
- 4) Testen zu Hause: Steck eine neue LED mit niedriger Leistung (z. B. 4–6 W) rein und beobachte 24 Stunden auf Flackern/Hitze.
- 5) Bei Unsicherheit: Tausche den Dimmer gegen einen LED-kompatiblen oder montiere einen geprüften LED-Trafo.
Ein kleiner Profi-Trick
Wenn Du einen Halogentrafo hast, notiere Typ und Ausgangsspannung. Manche Elektroniktrafos arbeiten nur mit >10 W Gesamtlast — bei LED reicht das oft nicht. Dann entweder passende LED-Modelle kaufen oder einen LED-kompatiblen Trafo einbauen.

Sofortmaßnahmen, wenn etwas schiefgeht
- Riecht es nach Brand oder siehst Du Rauch: Sofort Stromzufuhr unterbrechen und Feuerwehr rufen.
- Nur Flackern oder schwaches Glimmen: Lampe entfernen, Sicherung prüfen, LED entsorgen.
- Elektrischer Schlag oder Funken: Sicherungen aus, Elektriker holen.
Warum das Versicherungs-, Kosten- und Komfort-Problem ist
Ein kaputtes Bauteil kann teure Folgen haben: Flicker stört, defekte Dimmer müssen ersetzt werden, Brandschäden können Ärger mit der Hausratversicherung bedeuten. In Deutschland zahlt sich ein paar Euro mehr für geprüfte Ware oft aus.
Und ganz ehrlich: Es ist wie Schuhe, die nicht passen — irgendwann reibt es auf.
Mein Rat: Nicht blind auf den günstigsten Preis achten. Fotografiere Deine alte Lampe, frag im Fachhandel nach „LED-kompatibel mit elektronischem Trafo“ oder nimm den Lampenschirm mit.
Zum Schluss
LEDs sparen Energie — aber falsch eingesetzt bringen sie Ärger. Ich habe schon zu viele verpatzte Wechsel gesehen; mit diesen Checks gehst Du sicherer durch den Lampen-Dschungel.
Hast Du schon mal Probleme mit einer LED in einer alten Leuchte gehabt? Schreib kurz, welche Lampe es war und was passiert ist — das hilft anderen Lesern und mir, realistische Tipps zu geben.









