Deine Zimmerpflanzen werfen braune Blätter und riechen manchmal muffig? Das ist oft kein Drama mit dem Substrat — sondern mit zu viel Wasser. Lies das jetzt, bevor Du wieder umtopfst oder Dünger nachstreust: Mit einer simplen Lage Zeitungspapier im Topfboden kannst Du Staunässe deutlich reduzieren.
Ich bemerkte den Effekt zuerst bei meinen Balkonpflanzen nach einem verregneten Mai in Deutschland. In meiner Praxis als Hobby-Gärtner hat dieser Trick mehrfach Leben gerettet — und kostet fast nichts.
Warum Staunässe so heimtückisch ist
Staunässe führt zu Sauerstoffmangel an den Wurzeln. Pflanzen ersticken langsam, obwohl der Boden nass bleibt.
- Wurzelschäden zeigen sich oft erst Wochen später.
- Krankheiten wie Wurzelfäule oder Pilze bekommen bei stehender Feuchte leicht Oberhand.
- Überwässern ist in Deutschlands klimatischen Übergangsjahren (wechselfeuchte Frühjahre) besonders häufig.
Was viele übersehen
Viele denken: mehr Drainagekies = besser. Stimmt nicht immer. Wenn das Substrat Wasser staut, hilft auch Kies kaum.
Wie Zeitungspapier hilft — das Prinzip
Das Papier fungiert als zusätzliche Filter- und Pufferzone zwischen Erde und Topfboden. Es saugt überschüssiges Wasser, gibt es aber nicht so schnell wieder frei wie Erde.

Kurz gesagt: Zeitungspapier schafft kontrollierte Feuchte und verhindert stehendes Wasser.
Materialien — alles, was Du in Deutschland schnell findest
- Alte Zeitung (Altpapier) — gratis oder beim Nachbarn
- Scharfes Messer oder Schere
- Topf mit Abflussloch (IKEA, OBI, Bauhaus bieten günstige Varianten)
- Eventuell Kies oder Blähton als erste Schicht (optional)
Worauf Du achten solltest
- Gedruckte Werbung mit sehr bunten Farben kann stärker Farbe abgeben — kurz prüfen.
- Keine Plastikfolie zwischen Erde und Papier legen — dann staut es nur.
Schritt-für-Schritt: Zeitung im Blumentopf richtig anwenden
Das ist der praktische Teil — probier es bei einem Topf mit Drainagelöchern.
- Schritt 1: Topf reinigen. Entferne alte Erde und Ablagerungen.
- Schritt 2: Zeitung falten. Lege 2–4 Lagen Zeitung locker auf den Topfboden. Größe so, dass die Löcher abgedeckt sind, aber Luft noch zirkulieren kann.
- Schritt 3: Optional eine dünne Schicht Kies oder Blähton obenauf — hilft bei sehr groben Löchern.
- Schritt 4: Auffüllen mit Substrat. Setze Pflanze ein und gieße moderat.
- Schritt 5: Beobachten. Nach etwa 2–4 Wochen kontrollieren: Papier sollte feucht, aber nicht durchweicht sein.
Wichtig: Die Zeitung ersetzt keine korrekte Gießroutine. Sie ist ein Schutz gegen zu viel Wasser, nicht gegen falsche Pflege.
Fehler, die viele machen (und wie Du sie vermeidest)
- Zu viele Lagen Papier — dann staut sich Wasser schlechter ab. 2–4 Lagen sind meist genug.
- Keine Löcher im Topf oder verschlossene Drainage — Papier kann dann nichts retten.
- Papier komplett nass lassen und nicht kontrollieren — Wechseln, wenn es zu schimmeln beginnt.

Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit
In deutschen Haushalten fällt viel Altpapier an. Statt es sofort zu entsorgen, kannst Du es als nützliche Schicht nutzen — gut für den Geldbeutel und die Umwelt.
- Zeitung ist kompostierbar — beim Umtopfen ab in die Biotonne oder den Kompost.
- Spart gekaufte Drainagematten oder teuren Spezialkies.
Mein persönlicher Test
Ich habe drei Übertöpfe mit identischen Pflanzen getestet: ohne Papier, mit Papier, und mit Blähton. Nach sechs Wochen hatten die mit Papier deutlich weniger gelbe Blätter als die ohne, und waren nahezu gleich gesund wie die mit Blähton — aber günstiger.
Übrigens: Im regnerischen Norddeutschland hat sich der Unterschied stärker gezeigt als hier in Berlin, weil dort das Substrat länger nass bleibt.
Bonus-Tipp: Variationen
- Für sehr kleine Töpfe reicht Küchenrolle (1–2 Lagen).
- Bei exotischen Pflanzen: Kombiniere Zeitung mit grobem Substrat für bessere Luftzufuhr.
Und jetzt für den praktischen Einsatz: Probier das nächste Umtopfen mit Zeitung — Du wirst den Unterschied sehen.
Hast Du schon mal Zeitungspapier im Topf benutzt? Teile Deinen Test: Welche Pflanzen reagierten am besten?









