Dein WC läuft nicht mehr runter? In meiner Praxis sehe ich jede Woche verstopfte Rohre — oft wegen Kleinigkeiten, die wir alle für harmlos halten. Wenn Du das jetzt liest, kannst Du dir am Ende Hunderte Euro und einen ekligen Freitagabend-Notdienst sparen.
Warum das wichtig ist: Verstopfungen führen zu Rückstau, Geruch und manchmal zu teuren Kanalsanierungen. Lies weiter — das sind drei Dinge, die Du sofort aus Deinem Badezimmer verbannen solltest.
1. Feuchttücher (auch „flushable“)
Ich habe bemerkt, dass viele Marken „spülbar“ draufschreiben — und trotzdem zerreißen die Tücher nicht. Sie sammeln sich in Bögen, verfilzen mit Haaren und bilden Blockaden.
- Feuchttücher sind wie kleine Netze im Rohr: Sie fangen alles auf und wachsen.
- Selbst Kläranlagen in deutschen Städten kämpfen mit „Fatbergs“ aus Feuchttüchern und Fetten.
- Ein Tipp: Entsorge Feuchttücher im Restmüll — nicht im WC.
Merke: „Flushable“ heißt nicht gleich wirklich abbaubar im Kanalnetz.
2. Damenhygiene, Wattestäbchen, Wattepads, Kondome
In meiner Arbeit habe ich unzählige Tampons, Binden und Kondome aus Rohren gefischt. Diese Produkte quellen auf oder verfangen sich — das führt zu heftigen Verstopfungen.

- Tampons und Binden saugen Wasser wie ein Schwamm und blockieren das Rohr.
- Watteprodukte und Wattestäbchen wickeln sich um Rohrteile oder die Spirale des Reinigers.
- Entsorge solche Artikel im Mülleimer — am besten in einem separaten Behälter im Bad.
Wenn Du Kinder hast: Erkläre ihnen freundlich, dass Toiletten kein Mülleimer sind. Das klingt banal, spart aber viele Nerven.
3. Fette, Öle und Speisereste
Viele glauben, Fette gehören nur in den Abfluss der Küche — aber ich habe gesehen, wie Öl im Siphon oder später im Kanal abkühlt, hart wird und zusammen mit Papier und Feuchttüchern ein echtes Problem bildet.
- Fett verfestigt sich bei kühlen Temperaturen — besonders im Winter wird es zum Rohrkleber.
- Reste kochenden Öls zählen nicht als „ein bisschen“ — sie sammeln sich und wachsen.
- Gute Lösung: Abkühlen lassen, in altes Glas füllen und in den Restmüll geben.
Vergleich: Denk an das Rohr wie an einen Thermobecher: Gießt Du Fett hinein, wird es irgendwann zur harten Kruste.
Praktische Sofort-Hilfe: Was tun bei einer leichten Verstopfung?
Übrigens: Notfall-Panik kostet meist mehr als Ruhe und Methode. Probiere diese Schritte, bevor Du den Installateur anrufst.

- Schritt 1: Wasserstand prüfen. Zu viel Wasser = Eimer bereithalten.
- Schritt 2: Pömpel (Pömpel = Pömpel/Pömpel) richtig aufsetzen — Rand luftdicht abschließen.
- Schritt 3: Mehrere kräftige, aber kontrollierte Pumpbewegungen; nicht nur ruckartig ziehen.
- Schritt 4: Wenn es nicht reicht: eine Rohrspirale (10–25 € bei Obi/Hornbach/Bauhaus) verwenden, langsam drehen.
- Schritt 5: Keine chemische Keule bei Porzellan- oder alten Rohren — das kann Dichtungen und Leitungen schädigen.
Schneller Life-Hack: Zwei Liter heißes (nicht kochendes) Wasser + ein paar Tropfen Spülmittel in die Schüssel geben, 10–15 Minuten einwirken lassen und dann mit dem Pömpel arbeiten. Das löst Fett und Papier oft ohne teure Technikerarbeit.
Wann Du den Profi rufen solltest
Wenn Wasser nicht abläuft, unangenehm riecht, Rückstau im Waschbecken passiert oder der Pömpel nichts bewirkt — ruf einen Installateur. In Deutschland kostet ein Notdienst oft zwischen 100–300 € außerhalb der Geschäftszeiten; planbare Termine sind meist günstiger.
Tip: Viele Klempner in Deiner Nähe (suche „Klempner Notdienst“ + Deine Stadt) haben faire Pauschalen. Bei hartnäckigen Fällen lohnt sich ein Besuch vor Ort statt teurer DIY-Experimente.
Praktische Tipps für den Alltag
- Stelle einen kleinen Mülleimer mit Deckel neben die Toilette — klingt simpel, reduziert aber 90% der Probleme.
- Kaufe einen stabilen Pömpel und eine einfache Rohrspirale beim Baumarkt (Obi, Hornbach, Bauhaus).
- Informiere Gäste höflich: „Bitte nicht ins WC werfen“ statt peinliches Nachfragen.
- Fette sammeln und im Restmüll entsorgen — Glas statt Ausguss.
Ich habe erlebt, wie ein einziger Pömpel und etwas Geduld eine komplette Nachtrettung ermöglichten — und das für weniger als 20 € Materialkosten.
Zum Schluss: Wenn Du in einer Altbauwohnung in Berlin, München oder Hamburg lebst, sind deine Rohre oft empfindlicher als in Neubauten. Ein bisschen Vorsicht kann hier richtig Geld sparen.
Was war das Verrückteste, das Du jemals in der Toilette gefunden oder versehentlich heruntergespült hast? Schreib’s in die Kommentare — vielleicht lernen wir alle daraus.









