Wenn dein Kompost plötzlich stinkt, Ratten anzieht oder im Frühjahr krankes Gemüse liefert, liegt das oft nicht am Wetter – sondern an dem, was du hineinwirfst. Ich habe bemerkt, dass viele Hobbygärtner in Deutschland genau dieselben drei Fehler machen. Lies das jetzt, bevor dein Haufen zur Geruchsquelle der Nachbarschaft wird.
Warum das plötzlich nicht mehr funktioniert
In meiner Praxis im Schrebergarten und bei Gesprächen mit Gartenbesitzern in Berlin, Hamburg und auf dem Land zeigte sich: Ein falsches Küchenteil reicht, um den gesamten Kompost zu destabilisieren.
- Geruch und Ungeziefer ziehen Nachbarn und Ratten an – besonders bei unserem feuchten Herbstwetter.
- Pathogene können deine Beete wieder infizieren; das ist bei Selbstversorgern mit Gemüse fatal.
- Viele Gemeinden (oder deine Biotonne) haben Regeln – falsche Entsorgung kann Ärger mit dem Entsorger bedeuten.
Die 3 Dinge, die niemals auf den Kompost gehören
1. Fleisch, Fisch und Milchprodukte
Warum nicht: Sie stinken schnell, locken Mäuse, Ratten und Füchse an und fangen Maden an – das ist kein Mythos, das habe ich selbst erlebt.
- Küchenreste mit Ei, Käse, Bratenresten zersetzen langsamer bei unseren kühlen Temperaturen.
- Bei offenen Komposthaufen entsteht leicht Fäulnis statt Humusbildung.
Alternative:

- Restmüll (in vielen Gemeinden erlaubt) oder die kommunale Bio-Tonne prüfen.
- Bokashi-Eimer: fermentiert auch gekochte Reste und macht sie sicherer für späteren Einsatz.
2. Krankes oder von Schädlingen befallenes Pflanzenmaterial
Ich habe bemerkt, dass Hobbygärtner oft gehofft haben, der Kompost „macht das weg“. Das passiert nicht.
- Pilzsporen und Bakterien überleben oft unbemerkt und führen im nächsten Jahr wieder zu Problemen.
- Insbesondere Tomatenkrankheiten, Kraut- und Knollenfäule oder Pilzbefall sind hartnäckig.
Alternative:
- Verbrennen in Regionen, wo erlaubt, oder in die Restmülltonne geben.
- Bei großen Befällen: professionelle Grünschnittentsorgung oder kommunale Schadstoffannahme prüfen.
3. Hundekot & Katzenkot
Das ist unangenehm, aber wichtig: Tierkot kann Parasiten und Krankheitserreger enthalten, die durch Kompost auf deine Beete kommen – und auf dein Gemüse.
- Toxoplasma, E. coli und andere Keime sind keine Kleinigkeit.
- Selbst bei heißer Kompostierung ist die sichere Abtötung oft nicht garantiert in kleinen Hauskompostern.
Alternative:
- Restmüll (einige Gemeinden verlangen das), spezielle Hundekotentsorger, oder Tiefenvergraben weit weg von Gemüsebeeten (nicht ideal).
- Es gibt spezialisierte Haustier-Komposter – aber kauf vorher nach Empfehlungen und Größe.
Und jetzt das Interessanteste: Was du stattdessen tun kannst
By the way, du musst nicht alles wegwerfen. Ich nutze Routinen, die einfach sind und in Deutschland funktionieren.
- Für normale Küchenabfälle: feine Stücke, viel braunes Material (Laub, Zeitung) und regelmäßiges Wenden.
- Für problematische Abfälle: Bokashi oder separate Entsorgung.
- Wenn du in der Stadt wohnst: Informiere dich bei deiner Gemeinde – die Biotonne hat oft eigene Regeln.
Praktischer Lifehack: 3-Schritte-Notfallplan für stinkenden Kompost
Wenn es schon stinkt oder Maden hat, folge diesem Plan — ich habe ihn mehrfach angewendet:

- Schritt 1: Decke den Haufen mit einer dicken Schicht trockenem, kohlenstoffreichem Material (z. B. trockenes Laub, Pappe). Das erstickt Geruch und bindet Feuchtigkeit.
- Schritt 2: Wende den Haufen innerhalb von 24–48 Stunden, um Sauerstoff hineinzubringen. Maden verschwinden, wenn es nicht mehr faulig ist.
- Schritt 3: Entferne klar erkennbare Fleisch- oder Kotreste und entsorge sie korrekt (siehe oben). Kontrolliere im Frühling auf Krankheitssymptome bevor du den Humus an Gemüse gibst.
Heiß kompostieren vs. Bokashi — kurz und praktisch
Wenn du denkst, „Ich kompostiere alles, ich habe ja den Platz“: Achtung. Heiß (thermophil) kompostieren funktioniert, aber nur, wenn der Haufen groß genug ist (mindestens 1 m³), regelmäßig 60–70°C erreicht und man das Material richtig schichtet.
Bokashi ist eine Alternative für Balkon- oder Stadtgärtner: fermentiert auch Fleisch und Käse, braucht keinen großen Haufen, und das Ergebnis verrottet später im Boden ohne starke Gerüche.
Kurze Checkliste — was du tun solltest
- Prüfe die Regeln deiner Gemeinde zur Biotonne.
- Keine Fleisch- oder Milchreste in offenen Komposthaufen.
- Krankes Pflanzenmaterial getrennt entsorgen.
- Tierkot nie in Kompost für Nutzpflanzen.
- Bei Unsicherheit: Bokashi oder professionelle Entsorgung nutzen.
Ich habe gelernt: Ein sauberer Kompost ist wie ein guter Boden — unscheinbar, aber er zeigt dir, wie ernst du es mit dem Garten meinst. Wenn du das beherzigst, sparst du Nerven, Zeit und vermeidest unliebsame Überraschungen im Hochbeet.
Was war dein größter Kompost-Fehler — und welche Entrümpelungsmaßnahme hat bei dir am besten funktioniert? Schreib’s in die Kommentare.









