Du hast gerade dein Lieblings-Headset fallen lassen oder beim Auspacken der alten DVD bemerkt: feine Kratzer. Panik? Nicht nötig. Ich habe ausprobiert, was Großmutter sowieso wusste — und welche Fälle absolut tabu sind.
Warum du das jetzt lesen solltest: Ein Tuben-Kauf bei dm oder Rossmann (oft unter 2 €) kann dir teure Reparaturen sparen — aber falsch angewendet verschlimmerst du vieles. Ich erkläre, wie du Zahnpasta sicher einsetzt.
Warum Zahnpasta bei Kratzern funktioniert
Viele Zahnpasten enthalten feine Schleifmittel. Das ist wie sehr feines Schleifpapier: es poliert kleine Unebenheiten weg, ohne die Fläche großflächig abzutragen — wenn du es richtig machst.
In meiner Praxis als Hobby-Reparateuer habe ich beobachtet, dass die Methode besonders bei weichem Kunststoff und Plexiglas funktioniert. Bei harten Glasoberflächen oder lackierten Flächen brauchst du andere Mittel.

Was Zahnpasta kann
- Feine Kratzer in Plastikgehäusen (Kopfhörer, Fernbedienungen)
- Oberflächliche Kratzer bei Plexiglas (Schutzabdeckungen, Aquarienabdeckungen)
- Alte CDs/DVDs mit Leseproblemen durch feine Kratzer
- Mattierte Stellen auf Kunststoffuhren oder Brillenetuis
Was du niemals mit Zahnpasta behandeln solltest
- Moderne Smartphone-Displays mit Oleophober Beschichtung — das kann die Schutzschicht zerstören.
- Autolack oder Klarlack: Dort können Abrasiva den Lack dauerhaft schädigen.
- Horn- oder Naturmaterialien sowie echte Uhrengläser aus Saphir.
Die richtige Zahnpasta wählen — das macht einen Unterschied
Nicht jede Zahnpasta ist gleich. In Deutschland greifst du am besten zu einer einfachen, nicht-geligen, nicht-bleichenden Paste. Ich kaufe sie oft bei dm oder Rossmann für unter 2 € — besser günstig als „Extra-White“.
- Keine Gel-Zahnpasta (sie hat zu wenig Abrieb).
- Keine „Whitening“-Sorten (können starke Schleifpartikel oder Chemie enthalten).
- Feine Abrasivität ist das Ziel — nicht blinde Gewalt.
Schritt-für-Schritt: Kratzer mit Zahnpasta entfernen
Ich habe diese Methode auf einer zerkratzten CD und einem Plexiglasrahmen getestet — Ergebnis: deutlich weniger sichtbare Kratzer. So geht’s:
- Reinige die Fläche zuerst mit einem weichen Tuch und etwas Wasser, damit kein Schmutz zusätzlichen Kratzer verursacht.
- Trage eine erbsengroße Menge Zahnpasta auf ein weiches Mikrofasertuch oder Wattestäbchen auf.
- Poliere mit kreisenden, leichten Bewegungen über den Kratzer — nicht pressen! Dauer: 30–60 Sekunden testen, dann kontrollieren.
- Mit feuchtem Tuch rückstandsfrei abwischen und trocken polieren.
- Ergebnis prüfen; bei Bedarf Vorgang 1–2× wiederholen — niemals übertreiben.
Wichtig: Bei empfindlichen Displays nur sehr vorsichtig vorgehen oder besser zur Werkstatt. Eine falsche Anwendung ist schneller schädlich als hilfreich.

Kurze Problemlösungen für Alltagssituationen
- Kratzige CD/DVD: Zahnpasta radial (von innen nach außen) polieren, dann gründlich ausspülen — oft wieder lesbar.
- Kratzer im Plexiglas: Nach der Zahnpasta-Behandlung mit spezieller Kunststoff-Politur (aus Autozubehör) nacharbeiten.
- Schrammen am schwarzen Kunststoffgehäuse: Schwarzfärbende Pflegecremes danach glätten und die Farbe auffrischen.
Ein Tipp, den kaum jemand nutzt
Wenn du eine Mischung aus Zahnpasta und etwas Backpulver (im Verhältnis 2:1) ansetzt, erhältst du eine noch feinere Scheuerpaste für ältere Plastikteile. Test vorher an einer unauffälligen Stelle — deutsche Haushalte haben meist beides in der Küche.
Risiken und Alternativen
By the way: Zahnpasta ist ein Notfalltrick, kein Ersatz für professionelle Poliermittel. Für tiefe Kratzer, Lackschäden oder Saphirglas braucht es Fachwerkzeug oder die Werkstatt.
- Alternative für Smartphones: Displayschutzfolie tauschen — kostet in Deutschland oft unter 10 €.
- Für Autos: Autopolitur aus dem Baumarkt (Hornbach, Obi) verwenden — zahnpasta ist zu grob für Lack.
Ich habe gesehen, wie ein kleiner Tuben-Einsatz einen alten CD-Schatz in der Kinderzimmer-Kiste wieder lesbar machte — und wie ein anderer Versuch auf einem teuren Handy-Display die Fingerabdruckschicht ruiniert hat. Handle also bewusst.
Jetzt du: Hast du schon mal Zahnpasta für eine Reparatur benutzt — mit Erfolg oder Desaster? Schreib’s in die Kommentare, ich bin gespannt auf echte Geschichten.









