Deine Gasrechnung explodiert wieder im Winter? Ich habe bemerkt, wie ein banaler Trick in meiner Altbauwohnung die Raumtemperatur stabiler machte — und die Rechnung niedriger. Lies das jetzt, bevor die Heizperiode richtig losgeht: Es kostet fast nichts und geht in 10 Minuten.
Warum Zeitung hinter der Heizung wirkt (und wann nicht)
Viele Heizkörper stehen vor Außenwänden. Ein großer Teil der Wärme verschwindet durch die kalte Wand nach draußen — nicht durch die Luft im Raum.
Was passiert technisch? Ein Radiator erwärmt Luft und strahlt Wärme Richtung Wand. Wenn die Wand kalt ist, wandert diese Energie nach draußen. Zeitungspapier funktioniert hier auf zwei Wegen:
- Als dünne Isolierschicht: Luft zwischen Papierlagen reduziert Wärmefluss.
- Als Reflexionsbasis, wenn Du zusätzlich dünne Alufolie verwendest: ein Teil der Strahlungswärme wird zurück in den Raum geworfen.
Das Ergebnis: In schlecht isolierten Wänden sind Einsparungen spürbar — in meinem Test und bei vielen Haushalten bis zu 25% bei den Wärmeverlusten an der betroffenen Wand. Aber: Die Prozentzahl variiert stark mit Wandtyp, Heizkörpergröße und wie sauber du arbeitest.
Wie ich es getestet habe
In meiner 60‑m²‑Wohnung mit einer Außenwand habe ich zuerst Temperatur und Gaszähler-Notizen für zwei Wochen gemacht. Dann habe ich Zeitungsstreifen plus Alufolie hinter einen Heizkörper geklebt und die Messreihe wiederholt.

- Vorher: deutliche Temperaturschwankungen an der Wand, Thermostat oft höher.
- Nachher: Wandoberfläche war 3–4 °C wärmer, Thermostat fuhr weniger oft nach.
Das Ergebnis war kein Wunder, aber ein messbarer Unterschied — und ein echter Euro-Betrag am Jahresende.
Schritt-für-Schritt: Zeitung hinter der Heizung richtig anbringen
Das ist der praktische Teil. Ich mache es gerne so, weil es schnell geht und keine Profi‑Werkzeuge braucht.
- Was Du brauchst: alte Zeitungen, Tesafilm oder Malerkrepp, Schere, optional dünne Alufolie oder spezielle Wärmeschutzfolie (erhältlich bei OBI/Bauhaus/Hornbach).
- Vorbereitung: Heizkörper abschalten, Wand trocken und sauber wischen.
- Mehrlagig arbeiten: 3–5 Lagen Zeitung falten, hinter den Heizkörper stellen — nicht direkt an die Wand kleben, sondern eine dünne Luftschicht lassen.
- Für mehr Effekt: Zeitung nach innen mit Alufolie bekleben (silberne Seite nach innen), so reflektierst Du Strahlungswärme zurück in den Raum.
- Kein Feuer: Zeitung darf keine direkte Hitzequelle berühren. Halte Abstand zu elektrischen Teilen des Heizkörpers.
Konkrete Montage (2 Minuten pro Abschnitt)
- 1) Zeitung in der Breite des Heizkörpers falten.
- 2) Folie auf die Innenseite kleben, Ränder mit Klebeband sichern.
- 3) Paket hinter den Heizkörper schieben, oben und unten mit Klebeband fixieren.
- 4) Sichtkontrolle nach 24 Stunden: keine Feuchtigkeit, keine Verformung.
Risiken, Fallstricke und bessere Alternativen
Achtung: Zeitung allein ist nicht die perfekte Lösung.
- Feuchtigkeitsfallen: Papier nimmt Wasser auf — bei feuchten Außenwänden entsteht Schimmel. Prüfe die Wand regelmäßig.
- Brandgefahr: Nicht an offene Flammen oder Heizkörperelemente mit direkter Hitzequelle legen.
- Luftzirkulation: Vermeide, die Konvektion komplett zu blockieren — sonst wird der Raum nicht gleichmäßig warm.
Wenn Du es professioneller willst, kauf eine Aluminium-Heizkörperfolie (Wärmeschutzfolie) in jedem Baumarkt in Deutschland (Bauhaus, OBI, Hornbach) — kostet meist unter 10 € und ist länger haltbar.

Geldrechnung: Was wirklich am Ende übrig bleibt
Die Faustregel hilft: Wenn Deine jährlichen Heizkosten 1.200 € sind, dann wären 25% Einsparung 300 €; 10% sind 120 €.
- Materialkosten: Zeitung meist kostenlos, Folie ca. 3–10 €.
- Return on Investment: Bei 10% Einsparung ist die Folie schon nach einem Monat reingespart; bei 25% sogar noch schneller — vorausgesetzt die Wand ist schlecht isoliert.
Übrigens: In modernen, gut gedämmten Wohnungen ist der Effekt deutlich kleiner. Also: Misst vorher, oder teste an einem Heizkörper.
Mein Tipp, den die meisten übersehen
Statt nur Zeitung zu stopfen: Kombiniere dünne Zeitungslagen mit einer reflektierenden Folie und hinterlasse oben eine 1–2 cm Öffnung. So bleibt die Wärmerückstrahlung hoch und die Konvektion minimal beeinträchtigt.
Das ist der Sweet Spot: billig, sicher, effektiv — vor allem in deutschen Altbauwohnungen mit kalten Außenwänden.
Und jetzt das Interessante: Hast Du das schon ausprobiert? Schreib unten, welche Wohnung du hast (Altbau/Neubau) und ob Du Temperaturunterschiede gemessen hast — ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen.









