Deine Dachrinne läuft über, mitten in einem Sturm — und plötzlich hat das Dach einen Wasserfall. Das ist kein Drama, das „irgendwann“ passiert: im Herbst steigt das Risiko täglich.
Ich habe auf Dächern gearbeitet und bemerkt: Die gleichen Fehler wiederholen sich immer. Wenn du das jetzt nicht behebst, wird aus einer verstopften Rinne schnell eine Reparaturrechnung in Hunderten von Euro.
Lesen lohnt sich heute, weil die ersten Stürme kommen und jeder Tag zählt.
Was wirklich in deiner Rinne landet
Viele denken: „Ist doch nur Laub.“ In meiner Praxis sah ich, dass die Mischung das Problem macht.
Laub ist nur der Anfang
- Feuchtes Laub verklumpt und bildet einen dichten Pfropf.
- Nadeln von Kiefern und Tannenzapfen stopfen kleine Öffnungen.
- Moos und Erde aus dem Dachbilden eine schwammartige Schicht.
Unerwartete Verstopfer
- Vogelnester oder Teile davon — Vögel lieben trockene Mulden.
- Hausmüll oder Plastiktüten, die von Wind hineingetrieben werden.
- Kleine Äste nach Sturm.
Warum das nicht nur „ein bisschen Wasser“ ist
By the way: stehendes Wasser ist ein Motor für weitere Schäden — und zwar schnell.

- Überlaufendes Wasser kann die Fassade und Putz angreifen.
- Eingefrorenes Wasser sprengt Rinnen und Fallrohre im Winter.
- Feuchte am Dachrand fördert Holz- und Balkenschäden — das wird teuer.
Fehler, die ich immer wieder sehe
- Rinnen werden nur einmal im Jahr gereinigt — zu spät.
- Falscher Neigungswinkel: Wasser steht, statt abzufließen.
- Billige Plastikgitter, die nach einem Jahr verstopfen.
- Keine Sicherung beim Arbeiten auf der Leiter — das riskiert Verletzungen.
Schnelle, praktische Lösungen (die wirklich helfen)
Ich gebe dir jetzt einfache Maßnahmen, die du heute umsetzen kannst — plus einen Life-Hack, den ich auf mehreren Dächern getestet habe.
Die 6‑Minuten Rinnen-Check — Schritt für Schritt
- Hol eine stabile Leiter, zwei Paar Handschuhe und eine kleine Schaufel oder Gartenkelle.
- Steh nicht auf die oberste Leiterstufe; lass eine zweite Person halten.
- Entferne grobes Material mit der Hand/Schaufel, kippe es in einen Eimer.
- Spüle mit dem Gartenschlauch nach: Beginne oben am Fallrohr und arbeite dich vorwärts.
- Wenn Wasser nicht fließt, prüfe das Fallrohr mit einer kurzer Stange oder Rohrreiniger.
- Kontrolliere die Rinnenneigung: Ein leichter Gefälle zum Fallrohr ist nötig.
Sicherheit zuerst: Bei steilen Dächern oder großer Höhe ruf einen Dachdecker. In Deutschland kostet eine professionelle Reinigung je nach Hausgröße meist 60–180 €.
Der Life-Hack: Der Tee-Sieb-Trick
Viele übersehen das: Ein feines Edelstahl-Sieb aus dem Küchenladen fängt kleine Partikel, bevor sie ins Fallrohr gelangen. Befestige es mit Kabelbindern — kostet 5–15 € und funktioniert wie ein Kaffeefilter für Regenwasser.
Langfristige Maßnahmen, die wirklich helfen
- Mesh- oder Drahtgitter-Abdeckungen aus Baumärkten (OBI, Hornbach, Bauhaus): gute Mittelklasse-Lösung für 10–50 €.
- Integrierte Systemsiebe: teurer (ab ~50–200 €), aber langlebiger.
- Regelmäßige Wartung: Zwei Reinigungen pro Jahr — Frühling und Herbst — sparen langfristig Geld.
- Bei starken Laubbäumen vor dem Haus: Rücksprache mit dem Nachbarn oder Gemeinde wegen Schnittmaßnahmen.
Ich habe gesehen, wie eine Kombination aus Vorfilter + jährlicher Kontrolle die meisten Notfälle verhindert.

Wann du den Profi rufen solltest
- Du siehst Rissen in der Rinne oder lose Halterungen.
- Wasser läuft trotz Reinigung nicht ab.
- Das Haus ist höher als 2‑geschossig oder das Dach ist sehr steil.
Lokale Dachdecker in deiner Gegend bieten oft Rinnenchecks im Herbst an — lohnt sich, wenn du Schäden vermeiden willst. Preise variieren stark; frag mehrere Anbieter und lass dir eine schriftliche Kostenaufstellung geben.
Ein Bild zum Festhalten
Stell dir die Rinne wie ein Kaffeefilter vor: Wenn das Sieb verstopft ist, läuft die Maschine über. Genauso verhält sich das bei Regen — nur dass hier das „Überlaufen“ dein Haus schädigen kann.
Ich habe schon Leute gesehen, die eine kleine Investition in ein Sieb oder eine kluge Wartungsroutine über Jahre bezahlt hat — nicht nur das Geld, sondern die Ruhe, wenn Herbststürme kommen.
Fazit
Ignorierte Dachrinnen werden im Herbst zum Problem. Mit einfachen Checks und einem kleinen Vorfiltersystem vermeidest du die meisten Notfälle. Wenn das Dach hoch oder das Problem groß ist, hol dir professionelle Hilfe — das spart am Ende Nerven und Geld.
Was war dein schlimmster Rinnen-Moment? Teile deine Story oder deine besten Tricks — ich antworte gern.









